Kommentar

Die Wahl von Matthias Michel ist vernünftig

Matthias Michel (FDP) vertritt den Kanton Zug in den nächsten vier Jahren im Ständerat. Mit seiner Wahl sind nun alle massgebenden politischen Kräfte des Kantons in Bundesbern vertreten, schreibt Harry Ziegler.

Harry Ziegler
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Die seit 50 Jahren bestehende Zuger Vertretung im Ständerat durch CVP und FDP bleibt bestehen. Das ist nach dem gestrigen zweiten Wahlgang klar – und nicht selbstverständlich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die FDP ihren Nationalratssitz am 20. Oktober deutlich an die Linke im Kanton Zug verlor. Kaum bestritten war einzig, dass die CVP ihren Ständeratssitz mit Ständerat Peter Hegglin verteidigen wird. Er wurde denn auch im ersten Wahlgang gewählt.

Hinter ihm jedoch lieferten sich der nun gewählte alt Regierungsrat Matthias Michel (FDP) und der amtierende Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nur gerade 83 Stimmen Vorsprung wies Michel nach dem ersten Wahlgang auf Tännler auf. Das liess bei der SVP – bei nationalen Wahlgängen die wählerstärkste Partei im Kanton Zug – Hoffnung aufkeimen.

Zum erwarteten knappen Wahlausgang ist es nun jedoch nicht gekommen. Das lag nicht so sehr an den zur Wahl stehenden Personen, sondern daran, dass Matthias Michel eher als wählbar galt, weil er im Kanton den Ruf eines eingemitteten und den Kompromiss suchenden Liberalen geniesst. Wobei Heinz Tännler diese Eigenschaften durchaus auch aufweist, aber mangels Unterstützung anderer bürgerlicher Parteien allein die Wahlen bestreiten musste. Fazit: Mit der Wahl Michels sind nun alle massgebenden politischen Kräfte des Kantons in Bundesbern vertreten. Was richtig und vernünftig ist.