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MEDIZIN: Chinesisches Wellness für Stute «Daffi»

Elvira Caratsch arbeitet nicht mehr als Anwältin. Was sie jetzt macht, erfüllt sowohl sie als auch ihre Klienten mit Energie.
Yasmin Kunz
Die 30-jährige Stute Daffi geniesst beim Pferdestall in Sins eine Shiatsu- Stunde mit der Therapeutin Elvira Caratsch. (Bild Maria Schmid)

Die 30-jährige Stute Daffi geniesst beim Pferdestall in Sins eine Shiatsu- Stunde mit der Therapeutin Elvira Caratsch. (Bild Maria Schmid)

Sanft lässt Elvira Caratsch (45) ihre Hände nacheinander über den Rücken, die Vorderbeine und den Bauch der Stute «Daffi» gleiten. Von aussen betrachtet könnte man meinen, dass die Zugerin das Tier liebevoll streichelt. Dem ist aber nicht so. Sie therapiert das Pferd. Seit 2009 ist Caratsch diplomierte Shiatsu-Therapeutin für Pferde, Hunde und Katzen.

Bevor Caratsch ihre Hand an das Tier legt, betrachtet sie die dreissig Jahre alte Stute, die in einem Stall in Sins AG untergebracht ist, genau. Caratsch sieht mit ihrem geschulten Auge, wo die Lebensenergie, dass sogenannte Qi, fliesst und wo nicht. Das genaue Betrachten und darauffolgende Abtasten mit den Händen gibt ihr Informationen darüber, welche Meridiane – Energiebahnen – im Ungleichgewicht sind.

Shiatsu für Körper, Geist und Seele

Die Hannoveraner-Stute von Claudia Ambühl (50) aus Hagendorn ist seit Anfang Juli in Behandlung. Die Resultate, die mit Shiatsu, einer in China entwickelten Form der Körpertherapie, erreicht wurden, erfreuen Ambühl. «Die Behandlung wirkt wie ein Jungbrunnen. Mein Pferd hat mehr Energie, Kraft, Trittsicherheit und Schwung. Auch konnte Daffi, welche in den vergangenen Jahren Mühe mit der Hitze hatte, diesen sehr heissen Sommer ohne grosse Schwierigkeiten bewältigen.» Diese Therapie, die auf der traditionellen chinesischen Medizin gründet, wirkt sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Geist und die Seele aus. «Daffi wirkt allgemein wieder fitter, agiler, präsenter», sagt Ambühl, der das Pferd seit 17 Jahren gehört.

Dass die Hände von Caratsch etwas auslösen, offenbart sich schon kurz, nachdem sie sanften Druck auf das Vorderbein von Daffi gibt: Die Stute senkt den Kopf, lässt die Unterlippen hängen und legt ihre Ohren leicht schräg nach hinten. Die Besitzerin sagt, dass die Lage der Ohren zeige, wie konzentriert das Tier sei. Auch Laien erkennen, dass Daffi fokussiert ist: Während der Behandlung reagiert sie weder auf das wiehernde Pferd nebenan noch auf die Katze, die vor ihren Augen eine Maus jagt. Man könnte zum Schluss kommen, dass das Pferd die Behandlung verschläft. Doch Daffi befindet sich in einer tiefen Entspannung, was Therapeuten als «Shiatsu-Koma» bezeichnen.

Furzen dank gutem Energiefluss

Während Daffi immer wieder in einen Dämmerzustand fällt, arbeitet Caratsch unbeirrt weiter. Mit ihren Händen behandelt sie die Vorderbeine und den Rücken der Stute. Diese beginnt, umgehend zu furzen. Wie kommt das? «Ich habe unter anderem die Energie im Dickdarmmeridian zu besserem Fluss verholfen, was sich jetzt bemerkbar gemacht hat.» Doch damit nicht genug: Daffi lädt eine Ladung Kot ab, gibt ein Stöhnen von sich und schliesst wieder die Augenlider. «Offenbar ist der Energiefluss im Dickdarmmeridian wieder hergestellt», kommentiert Caratsch die Kotabgabe. Den Fluss der Lebensenergie nimmt sie auf unterschiedliche Weise wahr. «Ich fühle Bewegungen wie ein Klopfen oder Pochen. Manchmal registriere ich auch Veränderungen der Körpertemperatur», sagt sie. Nach einer Stunde ist die Behandlung vorüber, und die Stute ruht sich aus. Caratsch erklärt: «Während der Behandlung ist das Tier konzentriert. Das kostet viel Kraft und macht müde.» Ruhe – das sei ein bedeutender Faktor für das Gesundsein und -werden. Dass insbesondere die Ruhephasen zu kurz kommen, weiss Caratsch zu gut. Denn in ihrer Praxis in Baar betreut Caratsch seit rund zwei Jahren neben Hunden und Katzen auch Menschen. Sie sagt: «Viele Klienten leiden unter Stress, können schlecht schlafen, oder es fällt ihnen schwer, abzuschalten.»

Eine japanische Heilkunst, Jin Shin Jyutsu, soll diesen Menschen helfen, ihre innere Mitte wieder zu finden. Caratsch erklärt: «Bei den Therapien erfolgt Heilung über die Aktivierung der allen Lebewesen innewohnenden Selbstheilungskräfte. Ich bin keine Heilpraktikerin, keine Ärztin und stelle auch keine Diagnosen. Meine Behandlungen sehe ich als Ergänzung zur allgemeinen Medizin.» Eine Klientin, die von dieser Therapie profitiert, ist die Pferdebesitzerin Claudia Ambühl selber. «Ich erlebe, welche positiven Veränderungen auf physischer, mentaler und psychischer Ebene möglich sind.»

Von der Anwältin zur Therapeutin

Auch in ihrem ersten Beruf hat die Tier-Shiatsu-Therapeutin anderen Menschen geholfen. Elvira Caratsch war mehrere Jahre als Anwältin tätig, bis sie sich 2008 entschied, ihre Passion zum Beruf zu machen. Ihren alten Job vermisse sie nicht. Was sagte ihr Umfeld zum krassen Berufswechsel? «Die einen bewunderten mich für den Mut, andere haben meinen Entschluss wohl hinter vorgehaltener Hand belächelt.» Doch habe ihre Vorbildung und Berufserfahrung auch Vorteile: «Es gelingt mir immer wieder, festgefahrene Denkmuster bei Leuten zu durchbrechen und sie für meine Behandlungsmethoden zu begeistern.» Hinweis

Unter www.animalwellness.ch finden Sie mehr Informationen zu Elvira Caratsch und ihrer Arbeit.

Yasmin Kunz

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