Mehr Geld für die Zuger Familienhilfe

Die Stadtzuger Geschäftsprüfungskommission wandelt die Defizitgarantie für den gemeinnützigen Verein Familienhilfe Kanton Zug in einen wiederkehrenden Beitrag um.

Andrea Muff
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Der gemeinnützige Verein Familienhilfe Kanton Zug unterstützt vorwiegend Familien aber auch Einzelpersonen, die in Schwierigkeiten geraten sind – dies vor allem bei Krankheit und Unfall oder auch bei Schwangerschaften. Dass der Verein wertvolle Arbeit leistet, darin sind sich Zugs Stadtrat und die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Gemeinderats (GGR) einig. Seit über zehn Jahren erhält der Verein Familienhilfe von der Stadt jährlich eine Defizitgarantie. Im Durchschnitt betrug diese rund 65 000 Franken. Für die Jahre 2016 bis 2019 sprach der GGR eine Defizitgarantie in der Höhe von 80 000 Franken.

Nun wünscht sich der vor 65 Jahren gegründete gemeinnützige Verein eine Verlängerung der Defizitgarantie. Der Stadtrat unterstützt dies und beantragt dem Parlament, eine maximale jährliche Defizitgarantie von 80000 Franken für die Jahre 2020 bis 2023 zu bewilligen. Inzwischen hat die GPK die Vorlage behandelt und legt ihrerseits einen Antrag vor. Die GPK beantragt einstimmig, für die Jahre 2020 bis 2023 die Defizitgarantie in einen jährlich wiederkehrenden Beitrag über 100000 Franken an die Familienhilfe umzuwandeln.

Mit der Differenz Eigenkapital anlegen

Dem Bericht und Antrag der GPK ist zu entnehmen, dass auch alle anderen Gemeinden jährlich wiederkehrende Beiträge sprechen. Mit diesen kann die Familienhilfe fix rechnen. «Die Stadt Zug mit der Defizitgarantie hingegen bezahlt weniger, wenn der Verein im finanziellen Bereich gut arbeitet», so die Schlussfolgerung. Mit einer Defizitgarantie sei die Motivation, sich zu verbessern, nicht vorhanden. Bei einem wiederkehrenden Betrag könnte der Verein mit der Differenz Eigenkapital aufbauen, heisst es weiter.

An der GPK-Sitzung wollte ein Mitglied vom anwesenden Stadtrat Urs Raschle wissen, warum die Exekutive die Umwandlung der Defizitgarantie in einen wiederkehrenden Beitrag nicht vorgeschlagen habe. Raschle erklärte, dass der Stadtrat nicht geglaubt habe, dass der Vorschlag im GGR Erfolg haben könnte. «Aber es ist umso schöner, wenn der Vorschlag von einer anderen Seite kommt, denn das wäre ein klares Zeichen, dass die Stadt Zug fest hinter der Zuger Institution steht», ist dem GPK-Bericht zu entnehmen. Die Kommissionsmitglieder beliessen es aber nicht bei der Umwandlung zu einem wiederkehrenden jährlichen Beitrag von 80000 Franken. Ein Mitglied stellte den Antrag, den Beitrag auf jährlich 100000 Franken zu erhöhen. Die Begründung: der Aufbau von Eigenkapital. Mit 5:1 Stimmen wurde dem Erhöhungsantrag zugestimmt.

Um 100000 Franken soll Beitrag erhöht werden

Diskutiert wurde in der GPK ebenfalls die Aufteilung in einen wiederkehrenden Beitrag über 80000 Franken und in eine zusätzliche Defizitgarantie von 20000 Franken. Dies sollte dem GGR als Eventualantrag gestellt werden. «Die Idee eines solchen Eventualantrages findet bei den GPK-Mitgliedern zwar Zustimmung, jedoch einigen sich die Kommissionsmitglieder darauf, dass er nicht zur Abstimmung kommt.» Nach langer Diskussion seien sich die Mitglieder einig, dass die GPK dem Parlament nur die Erhöhung des jährlichen wiederkehrenden Beitrags unterbreiten solle.

Beiträge an weitere Institutionen

Der Stadtrat hat des Weiteren am 27. August beschlossen, der Stiftung Idée Sport für die Koordination von Midnight Zug in den Jahren 2020 bis 2023 einen jährlich wiederkehrenden Beitrag von 36000 Franken zu Lasten der Erfolgsrechnung zu bewilligen. Der Stadtrat hat zudem am 20. August den wiederkehrenden Beitrag für 2020 bis 2023 von jährlich 33000 Franken für den Verein Zuger Chesslete gesprochen. (mua)

Eine Finanzspritze für die Zuger Familienhilfe

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Laura Sibold