Mehr Personal für den Treffpunkt für Randständige , das Podium 41 in Zug

Die Stadtregierung will für den Treffpunkt für Randständige den jährlich wiederkehrenden Betrag um 20 000 Franken erhöhen. Das Geld soll in Stellenprozente fliessen.

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Das Podium 41 zwischen Chamerstrasse und Zugersee sorgte als Treffpunkt für Randständige in der Stadt Zug vor ein paar Jahren für Diskussionen. Im November 2015 stellte sich die Stadtbevölkerung hinter die Institution: 70,5 Prozent der Stimmbevölkerung stimmten für den wiederkehrenden Betrag von jährlich 335 000 Franken für die Jahre 2016 bis 2019. Damals wurde gegen den Beschluss des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug (GGR) das Referendum ergriffen – ohne Erfolg. Die Leistungsvereinbarung Podium 41 mit der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ) wurde Anfang 2016 genehmigt und unterzeichnet.

Nun steht der Betriebsbeitrag wieder auf der Agenda des Stadtparlaments. Denn in der Leistungsvereinbarung ist festgehalten, dass sich die Parteien bis zum 30. Juni über dessen Weiterführung verständigen müssen.

Die Zusammenarbeit mit der Zuger Polizei ist gut

In der Vorlage beantragt der Stadtrat für die nächsten vier Jahre eine Erhöhung des Betrags. Dieser will für die 2020 bis 2023 den wiederkehrenden Betrag von 355 000 Franken an die GGZ entrichten. «Die Erhöhung des Betrags ist zur Entlastung des Personals notwendig», schreibt der Stadtrat. Die GGZ wiederum beteiligt sich weiterhin freiwillig mit 25 000 Franken an den Kosten des Podium 41.

In der Rechnung 2018 weist der Betrieb ein Minus von rund 38 000 Franken auf. Das Defizit komme daher, dass es im vergangenen Jahr verschiedene zum Teil längere krankheitsbedingte Ausfälle gegeben habe, heisst es in der Vorlage. Das zusätzliche Aushilfspersonal verursachte einen personellen Mehraufwand von rund 50 000 Franken. Die Steuergruppe des Podium 41 bemerkt, dass das Personal schon länger am Limit arbeite. Deshalb wolle man das Problem proaktiv angehen.

30 Stellenprozente mehr

Gemäss Gesamtarbeitsvertrag Gastro entsprechen 20 000 Franken einem 30-Prozent-Pensum. Dieses würde das Personal entlasten. Das Podium 41 sei ein Restaurant ohne Konsumationszwang – ein Treffpunkt für ein durchmischtes Publikum mit Fokus auf Randständigkeit, schreibt der Stadtrat. «Wer einen solchen Betrieb führt, hat mit entsprechenden Begleiterscheinungen wie übermässigem Alkoholkonsum, illegalen Suchtmitteln und Gewalt zu rechnen», heisst es weiter. Deshalb brauche es für die Führung eines solchen Betriebes geschultes Personal und einen engen Kontakt zur Zuger Polizei, der Abteilung Sicherheit und Verkehr der Stadt Zug und zur Gassenarbeit.

Aus dem Bericht und Antrag geht des Weiteren hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen der Zuger Polizei und dem Team des Podium 41 gut sei. Auch hat sich die vollständig überarbeitete Hausordnung, die per 1. Mai 2017 in Kraft trat, bewährt. Dort ist festgelegt, welche Verstösse zu einem Hausverbot führen. Diese werden polizeilich gemeldet. Wichtig ist dabei, dass die Türen des Podium 41 nach Ablauf des Hausverbots für den Betroffenen wieder offen stehen. Eine von der Stadt durchgeführte Umfrage bei mit dem Podium 41 in Verbindung stehenden Institutionen zeigt durchweg die Unterstützung des Betriebs. Das Podium 41 sei ein wichtiger Begegnungsort und das «starke» Angebot soll weitergeführt werden.