Unterägeri: Mehr Platz für die Jüngsten auf dem Acher-Areal

Das neue Schulhaus Acher Mitte in Unterägeri kostet 17,7 Millionen Franken. Die Parteien befürworten das Projekt.

Rahel Hug
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Blick vom Pausenplatz auf das neue Schulhaus. (Visualisierung: PD)

Blick vom Pausenplatz auf das neue Schulhaus. (Visualisierung: PD)

Am 24. November kommt in Unterägeri ein grosses Schulprojekt an die Urne: Konkret geht es um den Baukredit von 17,7 Millionen Franken für den Neubau des Schulhauses Acher Mitte. Seit 2014 stellt die Gemeinde einen starken Anstieg der Schülerzahlen im Kindergarten und in den unteren Primarschulklassen fest. Gemäss den der Einwohnerkanzlei vorliegenden Geburtenzahlen wird der Trend zu mehr Kindergarten- und Primarschulkindern in den nächsten Jahren anhalten, wie der Gemeinderat in der Vorlage zur Abstimmung schreibt.

Der Planungskredit wurde an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2018 genehmigt. Als Siegerprojekt aus der Generalplanersubmission ging der Vorschlag des Baarer Architekturbüros Archetage hervor. Der Neubau soll an der Stelle der bestehenden Turnhalle und des Singsaals, also zwischen den Gebäuden Acher Nord und Acher Süd, entstehen und zwölf Klassenzimmer umfassen. Der Zugang zum Schulhaus erfolgt ab dem Pausenplatz über eine Eingangshalle. Die Sporthalle und der Singsaal im Untergeschoss haben einen eigenen Zugang.

Diskussion um die Bauweise

Als es um den Planungskredit ging, hatte die Bauweise des neuen Schulhauses zu reden gegeben. Die Einwohner Mariann Hess, Robert Baumgartner und Ralph Ryser stellten beim Gemeinderat den Antrag, dass von Beginn weg die Holzbauweise in die Evaluation einzubeziehen sei und dabei auch ökologische Kriterien zu gewichten seien, wie sie das kantonale Waldgesetz verlangt. Diesem Begehren wurde an der Gemeindeversammlung vom letzten Dezember stattgegeben. Mit der Massivbauweise der im Untergeschoss liegenden Räumlichkeiten und der Holzbauweise des darüberliegenden dreigeschossigen Schulhauses werde den örtlichen Begebenheiten Rechnung getragen, schreibt der Gemeinderat in der Vorlage. Zudem setze das Projekt die an diesem Standort mögliche Holzbauweise um. Nach Rücksprache mit den Interpellanten verzichtet der Gemeinderat zudem auf die in Aussicht gestellte Variantenabstimmung (Massivbau/Holzbau), da mit dem vorliegenden Projekt die Anliegen erfüllt würden. Zudem werde das neue Schulhaus, wie die gesamte Schulanlage Acher, an die Wärmezentrale der Ägerihalle angeschlossen und damit mit Holzenergie geheizt.

Die Ortsparteien befürworten den Baukredit. Während CVP, FDP, SVP und SP keine Vorbehalte äussern, sind die Alternative – die Grünen über einen Punkt unglücklich. Nämlich, dass der Holzbau mit einer Metallfassade verschalt werden soll. Wie Cornelia Mayinger, Parteipräsidentin, mitteilt, wäre eine unbehandelte Vollholzfassade machbar und würde auch dem Brandschutz entsprechen. «Und sie wäre ökologischer, könnte sie doch problemlos ersetzt werden, wenn in zirka 30 Jahren sowieso eine Renovation ansteht.»

Andere Schulhäuser werden umgenutzt

Nicht Bestandteil der Urnenabstimmung, aber dennoch im Zusammenhang mit dem Neubau steht die Umnutzung der Schulhäuser Acher Ost und Acher Nord. Gestiegen ist nämlich nicht nur die Schülerzahl, sondern auch die Nachfrage nach schulergänzender Betreuung. Der Mittagstisch beispielsweise musste teilweise ausgelagert werden, da die Nachfrage das Angebot im Schulhaus Acher Süd deutlich überstieg. Der Auszug der Schulklassen aus den Häusern Ost und Nord ermöglicht es, den Mittagstisch dort zentral zu führen und den Bedürfnissen der nachschulischen Betreuung gerecht zu werden. Für die Umnutzung sind leichte bauliche Anpassungen nötig, die im vorliegenden Projekt aber nicht enthalten sind.