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Mehr preisgünstiger Wohnraum im Baarer Unterfeld-Teil vorgesehen

Der Quartiergestaltungsplan für das Areal Unterfeld Süd liegt nun öffentlich auf. Er legt die Grundsätze für die weitere Projektierung fest. Die Abstimmung über die nötige Anpassung der Bau- und Zonenordnung könnte in rund einem Jahr stattfinden.
Rahel Hug
Das Modell zeigt die Umrisse der Gebäude, die künftig auf dem Gebiet Unterfeld Süd (rechts im Bild) entstehen werden. Links im Bild ist das Unterfeld Nord zu sehen. (Bild: Rahel Hug (Baar, 14. Januar 2019))

Das Modell zeigt die Umrisse der Gebäude, die künftig auf dem Gebiet Unterfeld Süd (rechts im Bild) entstehen werden. Links im Bild ist das Unterfeld Nord zu sehen. (Bild: Rahel Hug (Baar, 14. Januar 2019))

Gut Ding will Weile haben: Nachdem das Grossprojekt für das Unterfeld 2017 an der Urne abgelehnt worden war, machte sich der Baarer Gemeinderat daran, ein neues Projekt aufzugleisen. Die Ablehnung durch die Stimmbürger war für die Verantwortlichen ein Lehrblätz. Beim zweiten Anlauf setzten sie auf eine breite Mitwirkung. In mehreren Workshops mit einem Fach- und einem Reflexionsgremium wurde ein städtebauliches Konzept für das Areal Unterfeld Süd erarbeitet. Dieses wurde nun in einen Quartiergestaltungsplan überführt. Am Montagabend konnte sich die Bevölkerung im Gemeindesaal informieren. Der Quartiergestaltungsplan liegt bis am 11. Februar öffentlich auf.

Der externe Berater Roman Dellsperger erklärte an der Info-Veranstaltung, dass nun ein «breit abgestütztes Resultat» vorliege. Man habe ein mehrheitsfähiges Projekt ausgearbeitet und die kritischen Stimmen mitnehmen können. Der Städtebauer Christian Blum von der Eckhaus AG betonte, was bereits in den Workshops ein wichtiger Punkt war: «Wir reden erst von Städtebau und noch nicht von Architektur.» Konkret heisst das: Fassaden oder Materialisierung der Gebäude beispielsweise sind zum heutigen Zeitpunkt noch kein Thema.

Die Eckwerte aus den Workshops sind bereits bekannt: Vorgesehen ist eine Art Parknetz, eingewoben in die Umgebung, welches auf die bestehenden Grünräume Rücksicht nimmt. Als bester Ansatz ging die Variante «Quartierplatz» hervor. Entlang der Bahngleise sind primär Büros und Gewerbe vorgesehen, die Wohngebäude entstehen jenseits eines Boulevards, der als Nord-Süd-Verbindung dient. Ein Quartierplatz mit Sitzgelegenheiten soll Begegnungen ermöglichen. Es sind drei höhere Gebäude geplant: Ein 40 Meter, ein 50 Meter sowie ein 60 Meter hohes Haus. Das höchste soll laut Christian Blum einen «starken Akzent» bei der Stadtbahnhaltestelle setzen.

Fast alle Parkplätze sollen unterirdisch sein

Michael Camenzind vom Büro Suter von Känel Wild AG erklärte, welche Grundsätze nun im Quartiergestaltungsplan festgesetzt wurden. So sind maximal 45 000 Quadratmeter Fläche für Wohnnutzung vorgesehen. Diese Zahl sei gegeben aufgrund des Schülervertrags mit der Stadt Zug. Der Anteil an preisgünstigen Wohnungen muss 10 000 bis 12 000 Quadratmeter betragen. «Das entspricht einem Prozentsatz von 20 bis 25», erläuterte Camenzind. Im Vergleich zum abgelehnten Projekt sei diese Zahl erhöht worden. Für den Anteil Gewerbe gilt die Zahl von maximal 29 000 Quadratmetern.

Parkplätze sind maximal 565 vorgesehen, lediglich 10 davon oberirdisch. «Hier bewegen wir uns massiv unter der Norm», führte Camenzind aus. «Grund dafür ist die Leistungsfähigkeit der Nordstrasse und des Kreisels.» Für die Velo-Abstellplätze gilt die Mindestzahl von 1900. Der behördenverbindliche Quartiergestaltungsplan dient nun als «Wegbereiter» für die weitere Projektierung. Laut Michael Camenzind soll der Quartiergestaltungsplan nach der Auflage und der Vernehmlassung beim Kanton im Frühjahr 2019 festgesetzt werden. Danach folgt die planungsrechtliche Umsetzung, wofür eine Anpassung der Bau- und Zonenordnung nötig ist. Die entsprechende Urnenabstimmung ist für den Februar 2020 vorgesehen.

In der anschliessenden Diskussion war auch die Ausnützung ein Thema. «Wohnraum ist knapp in Baar, gerade für junge Leute. Warum wurde keine höhere Ausnützung gewählt?», fragte ein Besucher. Christian Blum erklärte, dass die Qualität leiden würde. «Eine Ausnützung von 3,5 – das wäre mehr als im Kern der Stadt Zug. Das würde sehr spezielle Gebäude geben.» Ein Mann wollte wissen, ob es wirklich so viel Gewerbe im Unterfeld Süd brauche.

Urs Spillmann, Fachmann bei der Gemeinde Baar, erklärte: «Aus planerischer Sicht macht es Sinn, in der Nähe der Stadtbahnhaltestelle Arbeitsplätze zu schaffen.» Ob man ein komplett autofreies Quartier ebenfalls geprüft habe, lautete eine weitere Frage aus dem Plenum. Laut Urs Spillmann wäre dies eine «harte Forderung». Die Anzahl Parkplätze sei intensiv diskutiert worden und sei verhältnismässig tief. «Es wird nicht für jede Wohnung einen Parkplatz geben.» Auch für den Gemeinderat und Bauvorsteher Jost Arnold kommt ein autofreies Quartier nicht in Frage. «Das ist für mich nicht denkbar. Auch wegen des Gewerbes, das auf Materialtransporte angewiesen sein wird.»

Separate Planung für das Unterfeld Nord

Neben dem Unterfeld Süd liegt auch das Unterfeld Nord auf Baarer Boden. Es ist ein reines Arbeitsgebiet, die Planung dafür erfolgt separat. Im letzten Sommer befürwortete die Gemeindeversammlung die entsprechende Gebietsplanung. Der südliche Teil, das Areal Unterfeld Schleife Zug, gehört der Korporation Zug.

Weitere Informationen und die Unterlagen der öffentlichen Auflage gibt es hier.

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