Mehr Steuern in Risch trotz tieferem Ansatz

Rund 24 Millionen Franken wird die Gemeinde im nächsten Jahr investieren. Das geht aus dem Budget 2019 hervor. Für die Bevölkerung bedeutet das aber nicht, dass sie mehr Steuern bezahlen müssen – im Gegenteil.

Carmen Rogenmoser
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Das Bauprojekt Schulrareal Waldegg kostet rund 18,9 Millionen Franken. (Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 2. November 2018))

Das Bauprojekt Schulrareal Waldegg kostet rund 18,9 Millionen Franken. (Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 2. November 2018))

Zum zweiten Mal in Folge steht in Risch eine Steuersenkung an. Nachdem 2018 bereits eine Reduktion von einem Prozentpunkt gewährt wurde, kann sich die Rischer Bevölkerung im nächsten Jahr über eine Senkung von zusätzlichen 2 Prozentpunkten freuen, wenn die Gemeindeversammlung dem Antrag des Gemeinderates folgt. Damit verändert sich der Steuerfuss innerhalb von 2 Jahren von 63 Prozent auf 60 Prozent. «Das freut mich als Finanzchef natürlich sehr», sagt Gemeinderat Franz Zoppi (SVP). Die Senkung könne mit gutem Gewissen gewährt werden. «Die Wirtschaftslage ist dementsprechend gut.»

Denn trotz der Senkung wird im Budget 2019 mit einem höheren Steuerertrag gerechnet. Bei den natürlichen Personen steigt dieser laut der Prognose der Finanzabteilung um 400000 Franken auf 23,3 Millionen Franken. Bei den juristischen Personen wird ein Ertrag von 11 Millionen Franken erwartet. Hinzu kommen die übrigen direkten Steuern in der Höhe von knapp 2 Millionen Franken. Das ergibt einen Steuerertrag von 36,3 Millionen Franken. «Die Zunahme ist massgeblich auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen», ist der entsprechenden Botschaft zur Gemeindeversammlung vom 27. November 2018 zu entnehmen. Dabei wird die Stimmbevölkerung über das Budget bestimmen. «Die Zielvorgabe der Finanzstrategie ist es, einen Steuerfuss unter dem Mittelwert aller Zuger Gemeinden zu erreichen», erklärt Zoppi. Daran halte man sich.

Vorsicht zahlt sich aus

Mit einem kleinen Gewinn von 145000 Franken, dies bei einem Ertrag von rund 58,3 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 58,1 Millionen Franken, präsentiert der Rischer Finanzchef ein vorsichtiges Budget. «Das entspricht unserem Modell. Damit sind wir in den letzten Jahren gut gefahren.»

Die Vorsicht ist im Hinblick auf die nächsten Jahre durchaus angebracht. Denn eine Zahl springt beim Durchgehen des Budgets ins Auge: Die Investitionen belaufen sich im nächsten Jahr auf rund 24 Millionen Franken. Das grosse Bevölkerungswachstum bedeutet eben auch grosse Investitionen. Diese betreffen besonders die Schulinfrastruktur, den Hochwasserschutz sowie die Personenüberführung am Bahnhof Rotkreuz – Themen, die in der Gemeinde schon länger diskutiert werden. Erst Anfang Juni konnte der Spatenstich für die Neubauten auf dem Schulareal Waldegg gefeiert werden.

Im Budget stehen weitere Kredite, die noch bewilligt werden müssen. Dazu gehört etwa das gemeindliche Gesamtverkehrskonzept in der Höhe von 3,5 Millionen Franken. «Die Investitionen werden bei Abschreibungen von rund 4,2 Millionen Franken und Zusatzabschreibungen von rund 5,3 Millionen Franken nicht zu 100 Prozent aus eigenen Mitteln finanziert», heisst es in der Botschaft. Für die hohen Investitionen wird sich die Gemeinde trotzdem vorübergehend massvoll verschulden müssen. «Wir haben Reserven eingeplant und sind darauf vorbereitet», sagt Franz Zoppi.

Grösserer Beitrag aus dem Finanzausgleich

Einen positiven Einfluss hat die Zunahme der Bevölkerung hingegen auf den Kantonalen Finanzausgleich (ZFA). So gehört Risch weiterhin zu den Nehmer-Gemeinden und erhält im nächsten Jahr gar einen um rund 1,6 Millionen Franken höheren Beitrag. 5,1 Millionen Franken stehen der Gemeinde zu. «Das ist eine starke Steigerung, die wir gerne zur Kenntnis nehmen», so der Finanzchef. Der Gemeinderat kann der Zukunft, mindestens aus finanzieller Sicht, ruhig entgegenblicken. So ist denn auch eine weitere Steuersenkung nicht ausgeschlossen. «Wir beobachten die Entwicklung genau und werden den Steuerfuss nach Möglichkeit anpassen», so Franz Zoppi.