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Mehr Vielfalt in der Zuger Gastronomie gewünscht

Drei junge Zuger suchen das Gespräch mit dem Stadtrat. Bereits 248 Menschen unterstützen ihre Vision.
Andrea Muff

Gastronomie und Kultur verknüpfen, so sieht das Ziel von drei Zugern aus. Es geht ihnen nämlich darum, einen Ort in der Stadt Zug zu schaffen, an dem auch unkonventionelle Experimente stattfinden könnten. Ein Ort, der möglichst vielen Menschen offen steht, und an dem nicht der Mietzins das Konzept bestimmt. Diese Vision teilen sich Jonas Mehr (28), Kevin Horat (28) und Peider Staub (29) und wenden sich mit einem offenen Brief an den Stadtrat und sammeln Unterschriften.

Die drei wollten ihre Ideen schon bei der Ausschreibung der Pacht der Männerbadi (Seebad Siehbach) verwirklichen. Der Zuschlag der Stadt ging damals an Ramon Nietlispach, der dem Siehbach-Kiosk ein neues Konzept verpasste.

Veränderung und
Dauerhaftigkeit

Für die drei Zuger war aber klar, dass das bereits erarbeitete Konzept nicht wieder in einer Schublade verschwinden soll. «Uns geht es nicht mehr um die Männerbadi. Die Vergabe ist sehr fair abgelaufen und die Badi durch den neuen Betrieb aufgewertet», versichert Peider Staub. Das Team sucht nun das Gespräch mit dem Stadtpräsidenten. «Wir wollen vor allem wissen, was der Stadtrat von unserer Vision hält. Ob ein solcher Ort überhaupt ein Bedürfnis ist», erklärt Staub weiter. Veränderung und dauerhaftes Angebot sollten Hand in Hand laufen können, sagt er weiter. Genauso wichtig sei auch die Preispolitik: Um eine gute Durchmischung der Gäste zu erhalten. «Genau dieser Punkt ist vor allem im Zentrum der Stadt schwierig, da oft die Immobilienpreise nicht mitspielen», vermutet er.

Die drei kommen aus unterschiedlichen beruflichen Ecken: Kevin Horat ist gelernter Konditor-Confiseur, arbeitet aber heute in der Mittagsbetreuung. Peider Staub übt den Beruf des Rettungssanitäters aus, wurde aber erst als Zimmermann ausgebildet und Jonas Mehr ist Umweltingenieur. «Schon unsere Hintergründe zeigen, dass wir grundsätzlich sehr offen sind», sagt Peider Staub und fügt an: «Es geht darum gut vernetzt zu sein. Denn neben der Gastronomie ist Organisation genauso wichtig.» Als Vorbild könnte etwa das «Neubad» in Luzern herhalten, wo in einer Zwischennutzung kulturelle und gastronomische Angebote vereint werden. «Die Dimension ist für uns natürlich viel zu gross, aber die Grundidee und Philosophie sind vereinbar mit unserer Vision», ist sich der Rettungssanitäter sicher. Um dem Stadtrat zu zeigen, dass die drei Zuger nicht alleine mit ihrem Anliegen dastehen, sammeln sie Unterschriften im Internet. Bereits 248 unterstützen ihr Vorhaben gemäss Homepage von Campax. «Zuschriften zeigen, dass die Vision breit, über alle Generationen abgestützt ist», stellt Staub klar.

Inzwischen hat der Brief den Weg zu Stadtpräsident Karl Kobelt gefunden. «Ich finde es toll, dass das Projekt in der Männerbadi damit gewürdigt wird», sagt Kobelt. Wie aber bereits sein Stadtratskollege Urs Raschle früher sagte, werden solche Angebote «Schritt für Schritt» eingeführt. «Selbstverständlich sind wir zu einem Gespräch bereit», versichert er. In welcher Form werde der Gesamtstadtrat entscheiden.

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