43 neue Wohnungen in der Berggemeinde Menzingen

Unter der Bauherrschaft der Hilfsgemeinschaft Menzingen entstehen im Dorfzentrum die Überbauung Eu.

Vanessa Varisco
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So soll die Überbauung in Menzingen dereinst aussehen.

So soll die Überbauung in Menzingen dereinst aussehen.

Visualisierung: PD/Dunedin Arts Zürich

Das Dorfzentrum in Menzingen entwickelt sich weiter: Mit der Wohnüberbauung Eu soll ein grosses Bauprojekt realisiert werden. Eigentümerin jener Parzelle 425, auf welcher der Neubau zu stehen kommen soll, ist die Hilfsgemeinschaft Menzingen. Sie ist als Aktionärin der Luegeten AG Mitträgerin des «Luegeten, Zentrum für Pflege und Betreuung» und unter anderem Eigentümerin der Alterswohnungen Luegeten. Für rund 25 Millionen Franken will sie nun vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 43 Wohnungen nach dem Projekt der AmreinHerzig Architekten GmbH erstellen. 12 davon sollen Eigentums-, 31 Mietwohnungen sein. Wobei die Eigentumswohnungen flächenmässig etwas grösser ausfallen. Laut der Medienmitteilung zum Architekturwettbewerb, welcher 2017 stattfand, werden die Mieteinheiten als 1,5- bis 4,5-Zimmerwohnungen erstellt, die Eigentumswohnungen sind als 3,5- bis 5,5-Zimmerwohnungen angedacht.

«Geplant ist eine Mischung aus unterschiedlichen Wohnungen für Familien, Kleinhaushalte und Einzelpersonen», heisst es im Planungsbericht zum Bebauungsplan. Ansonsten seien die Wohnungstypen «durch die praktisch gleiche Lage und Orientierung sehr ähnlich». Voraussichtlicher Baustart ist 2020, im Jahr 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Der ländlichen Umgebung Rechnung tragen

Organisiert werden die Wohnungen in zwei Baukörpern, wie dem Planungsbericht zu entnehmen ist. Die zwei Gebäude präsentieren sich unterschiedlich in ihrer Form: Eines ist eher als Einzelbau konzipiert, das andere mit den Mietwohnungen ist in einem langen Gebäudekörper angeordnet. Zwischen diesen beiden Gebäudekomplexen wird der Euweg erstellt. Jener soll lediglich für Ambulanz, Feuerwehr- und Servicefahrzeuge sowie für Umzüge befahrbar sein – ansonsten bleibt er verkehrsfrei.

Die Fassaden sind mit hohen Fensterfronten ausgestattet und gestaffelt. «Sie erzeugen auf einer weiteren Stufe eine Verzahnung zum Freiraum», steht im Bericht weiter. Wichtig für die Überbauung sei des Weiteren, dass sie übersichtlich wirke und der ländlich geprägten Umgebung Rechnung trage. Das soll unter anderem erreicht werden, indem pro Hauseingang maximal 12 Wohnungen erschlossen werden. Die Balkone sind sodann alle «über-eck» organisiert und in vielen Fällen von mehreren Räumen zugänglich.

Gleichzeitig zum Baugesuch lag der einfache Bebauungsplan Eu auf. Er soll Richtlinien festlegen, damit sich das Gebäude auf der Parzelle «optimal in den Kontext» einpasst und gleichzeitig «eine der zentrumsnahen Lage angemessene Dichte» ermöglicht. Durch den Bebauungsplan sind Abweichungen von der Regelbauweise möglich. So darf leicht verdichteter gebaut werden: Bei der Wohnzone W4 liegt die Ausnützungsziffer (AZ) bei 0,6, mit dem einfachen Bebauungsplan ist eine AZ von 0,72 möglich. Allerdings macht die Bauherrschaft nicht von allen Abweichungen Gebrauch. Sie verzichtet beispielsweise auf die Realisierung eines möglichen fünften Vollgeschosses auf beiden Baufeldern, auf dem Baufeld 1 wird auf das Attikageschoss verzichtet. Weiter legt der Bebauungsplan fest, dass nur Flachdächer zulässig sind und maximal 90 Autoabstellplätze gebaut werden dürfen. Vorgesehen für die Überbauung sind 76, 8 davon sollen Besucherparkplätze sein. Erstellt wird eine Tiefgarage, welche die Bauten im Untergeschoss verbindet.

Baukredit wurde einstimmig genehmigt

Das Projekt ist bereits länger in Planung. Der Architekturwettbewerb mit sechs eingeladenen Architekten-Teams fand im Jahr 2017 statt. 2018 genehmigte die Hilfsgesellschaft an einer ausserordentlichen Generalversammlung (GV) den Projektierungskredit für das Vorprojekt und das Bauprojekt bis und mit Bewilligungsverfahren. Das Vorprojekt wurde 2019 genehmigt und die Phase Bauprojekt freigegeben. Bis zum Sommer dieses Jahres wurde das Bauprojekt ausgearbeitet, danach wurde das Bewilligungsverfahren im August freigegeben. Anlässlich der ausserordentlichen GV im November haben die Mitglieder der Hilfsgesellschaft den erforderlichen Baukredit einstimmig genehmigt.