Mehrere Coronavirus-Verdachtsfälle im Kanton Zug

Noch gibt es keinen bestätigten Fall. Der Kanton Zug beobachtet die Ausbreitung des neuen Virus weiterhin aufmerksam und hat eine mögliche Quarantänestation bestimmt.

Carmen Rogenmoser
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Noch ist im Kanton Zug kein Coronavirus-Fall aufgetreten. «Fachleute gehen davon aus, dass Ansteckungen auch im Kanton Zug nicht unwahrscheinlich sind», sagt der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister. So sind denn bisher auch schon über zehn Verdachtsfälle abgeklärt worden. «Die Analyse im Kantonsspital ist sehr aufwändig, da die Proben jeweils vom Kantonsspital an das Labor der Universität Genf geschickt werden müssen», erklärt Pfister. Komme es zu mehr Verdachtsfällen, müsste die Kapazität im Spital erhöht werden. Für die Koordination und Information wurde kantonsintern eine Taskforce aktiviert. Der Kanton beobachte die Ausbreitung des neuen Coronavirus zudem weiterhin aufmerksam. Die Kantonsbehörden stehen in engem Austausch mit anderen Kantonen, dem Bund sowie den Zuger Leistungserbringern.

Als eine zusätzliche Massnahme hat der Zuger Kantonsarzt gemeinsam mit dem Chef des Kantonalen Führungsstabs und dem Zivilschutz passende Räumlichkeiten für Quarantänestationen bezeichnet. Diese befinden sich in einem kantonseigenem Gebäude im Gebiet Chamau in der Gemeinde Hünenberg. Dort stehen sechs Studios zur Verfügung. «Gerechnet sind diese für gesunde Personen, die in Kontakt mit Kranken waren und nicht zu Hause isoliert werden können oder für Infizierte, welche keine Pflege im Spital benötigen», erklärt Pfister. Treten keine Symptome auf, können die Betroffenen die Isolation nach zwei Wochen wieder verlassen. Platz biete die Station für zehn Personen. Momentan ist die Quarantänestation noch leer.

Die Isolation von Infizierten und deren Kontaktpersonen wird aber primär in den Wohnungen der betroffenen Personen stattfinden. Nur in Fällen, in denen dies nicht möglich ist und die Personen auch keine Behandlung im Spital benötigen, würde die Quarantänestation in Betrieb genommen. Für die Anwohnerinnen und Anwohner des Gebiets in Hünenberg besteht keine Gefahr. Diese wurden vom Gesundheitsdirektor und dem Kantonsarzt an einer Informationsveranstaltung im Detail darüber informiert, was eine mögliche Inbetriebnahme der Quarantänestation bedeuten würde.

Veranstaltungen können uneingeschränkt stattfinden

Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist gross. Das spürt auch die Gesundheitsdirektion, die zuständig ist für die Kommunikation und Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen und Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. «Das Telefon läuft heiss», sagt der Gesundheitsdirektor. Anfragen kommen vor allem von grösseren Institutionen, wie etwa Schulen oder von grösseren Veranstaltern wie dem EVZ. «Momentan gibt es keinen Grund für spezielle Massnahmen. Die EVZ-Spiele können weiterhin mit Publikum stattfinden», so der Gesundheitsdirektor. Würde sich die Lage verschärfen, wäre es durchaus möglich, dass solche und ähnliche Anlässe abgesagt werden müssen, wie es beispielsweise bei den Tessiner Eishockeymannschaften bereits der Fall ist.

Gibt es einen ersten Fall, wird der kantonale Führungsstab aktiv. Dieser stehe bereit und werde regelmässig informiert, im Einsatz sei er aber noch nicht, so Pfister.« Ist es so weit, werden wir wie bisher mit Ruhe und Professionalität weiterarbeiten», versichert Pfister. Die kantonalen Gesundheitsbehörden können im Umgang mit dem neuen Corona-Virus auf Erfahrungen aus früheren Epidemien sowie auf den entsprechenden Pandemieplan zurückgreifen. Der Kanton Zug hält sich im Umgang mit dem neuen Virus an die Handlungsempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und setzt die entsprechenden Massnahmen um, wie es in einer Medienmitteilung heisst. 

Regelmässige Information an Fachpersonen und Behörden

Im Zentrum steht momentan die regelmässige und zeitnahe Information von Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich wie Ärztinnen und Ärzte, Apotheken und Kliniken. Aber auch die verschiedenen kantonalen und kommunalen Behörden werden laufend über die aktuellsten Entwicklungen informiert. «Die Entwicklung des Coronavirus ist sehr dynamisch», sagt der Zuger Gesundheitsdirektor. «Deshalb ist es umso wichtiger, dass einheitlich informiert wird.» So wird die Bevölkerung an die Hotline und Website des BAG verwiesen (siehe Hinweis). Für betroffene und besorgte Personen sei der Hausarzt die erste Ansprechperson, so Pfister.

Für die Bevölkerung besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine Gefahr, ein striktes Einhalten der Hygieneregeln ist aber zu empfehlen: Regelmässiges Händewaschen, Niesen in die Armbeuge sowie Abstand zu Erkrankten (mindestens 2 Meter). «Ein Einhalten dieser Massnahmen ist während der Grippesaison sowieso stets sinnvoll», betont der Kantonsarzt Rudolf Hauri.

Weitere Informationen: Für allgemeine Fragen aus der Bevölkerung verweist der Kanton Zug auf die Homepage und Hotline des BAG: www.bag.admin.ch, 041 58 463 00 (täglich 8 bis 18 Uhr). Für spezifische Fragen und Reisehinweise wird auf die Homepage www.safetravel.ch verwiesen. Falls es aktuelle Informationen zur Situation im Kanton Zug gibt, werden diese laufend auf der Homepage des Amts für Gesundheit veröffentlicht: https://www.zg.ch/behoerden/gesundheitsdirektion/amt-fuer-gesundheit/aktuell/

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