Kolumne

Mein Motto hilft mir in der Coronakrise

Detalhygienikerin Nadja Binzegger über ihren Umgang mit der aktuellen Situation.

Aufgezeichnet von Raphael Biermayr
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Nadja Binzegger (26, Dentalhygienikerin), Zug

Nadja Binzegger (26, Dentalhygienikerin), Zug

Nach den ersten Massnahmen des Bundesrats habe ich zunächst ganz normal bei den beiden Zahnärzten weitergearbeitet, bei denen ich angestellt bin. Wenig später fiel mir allerdings auf, dass man keine Mundschutzmasken und kein Desinfektionsmittel mehr bestellen konnte. Daraufhin sagten erste Patienten ihre Termine ab, und wir teilten Patienten aus der Risikogruppe mit, dass sie besser einen späteren Termin machen sollten.

Die Verschärfung der Massnahmen am 16. März änderte auch für uns alles. Die Zahnreinigung wurde verboten, es sind seitdem nur noch zahnärztliche Notfallbehandlungen zulässig. Da ich Dentalassistentin gelernt habe, könnte ich im Notfall für solche Behandlungen einspringen. Das war bis jetzt aber nicht nötig.

Ich gehe davon aus, dass ich nach dem Coronavirus wieder normal arbeiten werde. Einer meiner Chefs schrieb mir sofort, dass meine Stelle sicher wäre. Der andere hat ebenfalls seine Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Ich bin jetzt auf Kurzarbeit gesetzt. Einzelne Kolleginnen haben nicht so viel Glück gehabt, denn ihnen wurde gekündigt.

Ich geniesse die Zeit zu Hause gerade sehr. Im Moment verbessere ich zum Beispiel meine Backkünste. So habe ich beispielsweise bereits Brot und Avocadobrötchen gebacken und versuche mich an Beerenstreuselkuchen – mein Freund ist ein dankbarer Abnehmer. Betty Bossi hat alle Rezepte online aufgeschaltet, die Möglichkeiten sind also grenzenlos. Wenn ich nicht gerade backe, kümmere ich mich um meine Pflanzen und lerne Englisch. Ich habe also viel zu tun.

Meine Eltern und meine Freunde habe ich seit Mitte März nicht mehr getroffen. Das macht mir eigentlich nichts aus, es ist halt einfach so. Und Angst vor dem Coronavirus habe ich überhaupt keine. Mein Lebensmotto hilft mir dabei, das so zu sehen. Es lautet: Ich nehme es, wie es kommt.

In dieser Kolumne beschreiben Zugerinnen und Zuger, wie sich die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf ihren Alltag auswirken.