Meinung zur Meinung

«Marsch fürs Lebe: Jetzt provozieren die Anderen», Ausgabe vom 17. September

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Die Analyse zu den Krawallen rund um den «Marsch fürs Läbe» von Christoph Bopp ist bedenkenswert, aber er provoziert auch. Die Aussage, dass wer am «Marsch fürs Läbe» teilnimmt, – «sich nicht nur für das ‹ungeborene Leben›» einsetzt …, dass der auch das Rad des Fortschritts, oder der Zeit, zurückdrehen will, ist eine heimtückische Aussage. Es sei das Argument für die Gegendemo der Jungsozialisten am selbigen Tag.

Frau und Mann müssen sich hier die Frage stellen, ob das Recht auf Abtreibung und in der Folge auch selbstbestimmtes Sterben im hohen Alter, bei unheilbarer Krankheit, als wirklicher Fortschritt in unserer Gesellschaft bezeichnet werden kann? Heisst hier Fortschritt, Tod statt Leben? Dieses Rad der vermeintlichen Selbstbestimmung, die Tod zugunsten des Lebens bevorzugt, dreht sich in eine andere Richtung, nicht Fortschritt, sondern viel mehr in die Richtung, die ich eine Kultur der Selbstzerstörung und damit des Todes nenne.

Wer die Gesetze der Natur und des Lebens missachtet, durch menschlichen Egoismus, Individualismus und Gier hat keine Zukunft, leider.

Ursina Knobel, Zug