Leserbrief

Meinungen zur geplanten Steuersenkung in Zug

Zur Abstimmung vom 7. März

Drucken
Teilen

Der Dachverband Gastrosuisse, der gewerbliche Vertreter der Schweizer Restaurants, hat es in einem ganzseitigen Inserat auf den Punkt gebracht. Er verlangt «eine sofortige, unkomplizierte und umfassende Ausfallentschädigung für den Lockdown». Was jetzt nottut, ist direkte Hilfe für die Betroffenen der Pandemie. Denn für viele Betriebe und Menschen, die tagtäglich von Existenzängsten geplagt werden, geht es um Hilfe jetzt.

Wir im Kanton Zug – wie auch in der ganzen Schweiz – haben die finanziellen Mittel dazu. Aber statt direkter Hilfe wollen die bürgerlichen Parteien die Steuern senken. Das hilft nur denjenigen, die bereits viel haben oder ihre Umsätze in der Pandemie sogar steigern konnten. Das ist Umverteilung in die falsche Richtung. Ich sage daher Nein zur Coronasteuerfalle und rufe Sie auf am 7. März Nein zu stimmen. Damit unsere finanziellen Ressourcen in der Krise jenen zugutekommen, die es nötig haben.

Andreas Lustenberger, Präsident und Kantonsrat Alternative – die Grünen, Baar


Wegen des Referendums von linken Kreisen gegen das von der Regierung vorgeschlagene Steuerpakets, das einen wesentlichen Beitrag zur Dämpfung der Folgen der Coronakrise leistet, werden wir am 7. März an die Urnen gerufen. Der Kantonsrat hat das Paket mit überwältigender Mehrheit (57 zu 17 Stimmen) angenommen. Die Regierung hat bis anhin in der Krise Hervorragendes geleistet, das nun vorliegende (Geschenk)-Paket ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i.

Das Steuerpaket ist aber mehr als das. Neben einem auf drei Jahre beschränkten Rabatt von 2Prozent auf die Steuern wird der Mieterabzug dauerhaft im Steuergesetz verankert und dazu noch der persönliche Abzug deutlich erhöht. Somit kommen 80Prozent der Bevölkerung in den Genuss von Erleichterungen, die pro Jahr 40 Millionen Franken betragen. Wie man gegen eine solche grosszügige Geste sein, werde ich vermutlich nie verstehen. Aber was soll’s, Klassenkampf, auch gegen die eigene Klientel, ist scheinbar Programm.

René Kryenbühl, Kantonsrat SVP, Oberägeri


Ich stehe voll hinter dem Paket, das der gesamten Bevölkerung zum Vorteil verhilft und bitte Sie, zu gegebener Zeit ein deutliches Ja in die Urne zu legen.

Als nachgerückter Kantonsrat erlebte ich an meiner ersten Sitzung im August 2020 eine ganz wichtige Diskussion. Der Regierungsrat des Kantons Zug legte dem Kantonsrat aufgrund der Coronapandemie ein finanzielles Massnahmenpaket vor.

Das Massnahmenpaket ist ausgewogen: befristete Reduktion des Steuersatzes, Erhöhung des persönlichen Abzugs, Vereinfachung und Ausbau des Mietabzugs. Zudem haben wir Kredite für die individuelle Prämienverbilligung der Krankenpflegeversicherung erhöht. Die Auszahlung der Prämienverbilligung im bisherigen Umfang ist gewährleistet. Die steuerliche Entlastung ist beim tieferen steuerbarem Reineinkommen höher (prozentual). Das heisst, der Mittelstand und die Familien profitieren vom Steuerpaket.

Es handelt sich um ein sozial ausgewogenes Paket. Umso mehr erstaunte mich der massive Widerstand der Ratslinken. Offensichtlich wollen hier einige lieber dem Bürger etwas Geld abzwacken und dieses in scheinsozialer Manier ein bisschen umverteilen und so auf Kosten des Staates als vermeintliche Gutmenschen fungieren. Wir haben eine andere Idee: Dank einer tieferen Steuerrechnung steht dem Bürger mehr Geld zur eigenen Verwendung zu. Wir verzichten damit auf eine über den Staat gelenkte (und von dessen Verwaltungsangestellten administrierte) Umverteilung. Für mich als Unternehmer und Familienvater ist diese Idee simpel und selbstverständlich.

Dank der Steuerersparnis möchte ich persönlich bewusst beim lokalen Gewerbe einkaufen gehen. Es gibt aber auch Haushalte, die das neu zu Verfügung stehende Geld dringend für ihren Lebensunterhalt benötigen. Deshalb empfehle ich Ihnen, das faire Steuerpaket an der Urne mit einem überzeugten Ja anzunehmen.

Patrick Röösli, Kantonsrat CVP, Zug