Meisterhaft gespielte musikalische Tänze

Die Stadtmusik Zug begeisterte das Publikum im Theater Casino mit einem fantastischen, herzerwärmenden Konzert.

Martin Mühlebach
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Das Konzert der Stadtmusik Zug im Theater Casino.Bild: Rolf X. Schmidli/PD (Zug, 16. November 2019)

Das Konzert der Stadtmusik Zug im Theater Casino.Bild: Rolf X. Schmidli/PD (Zug, 16. November 2019)

Die in festlichem Schwarz gekleidete Stadtmusik Zug, unter der versierten Leitung von Sandro Blank, eröffnete am Samstag ihr unter dem Titel «In Concert» stehendes Programm im Theater Casino Zug mit der «English Folk Song Suite» von Ralph Vaughan Williams. Zwischen den beiden mitreissenden Märschen «Seventeen Come Sunday» und «Folk Songs from Somerset» bestach das Intermezzo «My Bonny Boy» mit sanften, herzerwärmenden Flötenklängen.

Der Saxofonist Noël Buob bot dem Publikum in «Ballad for Alto Saxophone» von Alfred Reed mit unübertrefflichen Solis einen wahren musikalischen Leckerbissen. Mal frisch verliebt, mal schmerzlich anklagend strahlte sein fantastisches Spiel am Ende Zuversicht und Hoffnung aus.

Mit «Songs from The Catskills» von Johan De Meij, einer Mischung aus amerikanischer und europäischer – vor allem irischer und schottischer – Volksmusik und einem Abstecher zu dem markanten «The Old Tabacco Box» beendete die Stadtmusik Zug den ersten Programmteil. In der anschliessenden Pause meinte eine junge Frau: «Von mir aus dürfte dieses herrliche Konzert bis in die frühen Morgenstunden weitergehen.» Mit diesen Worten hat sie wohl die Meinung der meisten Anwesenden ausgedrückt.

Der zweite Programmteil begann mit den «Slavonic Dances» von Elliot Del Borgo. In den fünf authentischen Volksliedern «Yeleda», «Csardas», «The Ferryman of Okhrida», «Love’s my Permit» und «The Husser» lösten sich tieftraurige Momente und freudige rhythmische Klänge in bunter Reihenfolge ab. Die hervorragend spielenden Musikerinnen und Musiker und Dirigent Sandro Blank schienen förmlich über sich hinauszuwachsen.

Mit der «Jazz Suite No. 2» von Dmitri Shostakovitch, deren Titel etwas irreführend ist, da der Komponist einen U-Musikstil pflegt, liess die Stadtmusik Zug mit schwungvollen Walzern und schmissig-eleganten russischen Märschen nochmals ihr weit überdurchschnittliches Können aufblitzen. Dass das Publikum minutenlang frenetisch applaudierte und eine Zugabe wünschte, versteht sich von selbst. Mit der Zugabe – «Tanz Nummer 8» von Antonín Dvořák – wünschte Sandro Blank dem noch immer lautstark applaudierenden Publikum einen «guten Start in die bevorstehende Adventszeit».