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MENZINGEN: Bald können sie das Leben geniessen

Nach 31 Jahren übergeben Margrit und Hanspeter Hegglin den «Edlibacherhof» aus Altersgründen in jüngere Hände. Der Abschied fällt beiden nicht leicht.
Monika Wegmann
Gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Margrit und Hanspeter Hegglin. (Bild: Werner Schelbert (Edlibach, 28. Juli 2017))

Gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Margrit und Hanspeter Hegglin. (Bild: Werner Schelbert (Edlibach, 28. Juli 2017))

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

Nicht nur dem Wirtepaar fällt der Abschied schwer, sondern auch vielen Stammgästen, die derzeit scharenweise vorbeikommen, um sich zu verabschieden: Nach 31 Jahren geben Margrit (62) und Hanspeter Hegglin-Rohner (65) das Wirten im Restaurant Edlibacherhof auf. «Der Entscheid ist uns schwer gefallen. Über all die Jahre sind Freundschaften entstanden. Darum gehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge», sagt der gebürtige Finsterseer. Bald werden die beiden so richtig durchschnaufen und das Leben geniessen können. Zum gross Pläne schmieden fehlte in den Jahren einfach die Zeit, denn der Betrieb lief an sechs Tagen pro Woche von morgens 8 Uhr bis zum Feierabend. «Dieser war meist ein Fragezeichen», sagt die Wirtin und schmunzelt. Die Aufgaben waren klar verteilt: Ihr Mann agierte als Küchenchef, sie organisierte den Service.

Die gutbürgerlichen Gerichte, kombiniert mit saisonalen Spezialitäten, die Hanspeter Hegglin als Koch in der beruflichen Weiterbildung in St. Moritz, im Ägerital und in Sihlbrugg kennen gelernt hatte, seien von den Gästen von Beginn an sehr geschätzt worden. Nicht zuletzt auch die herzliche Gästebetreuung durch die Wirtin samt Team, darüber hinaus fragte der Küchenchef auch persönlich nach, ob alles recht gewesen sei. «Das sind Werte, die in der Gastronomie wichtig sind», ist die Wirtin überzeugt.

Befürchtung trat nicht ein

Als sich das junge Wirtepaar, das damals den «Ochsen» in Menzingen führte, 1986 zum Kauf des «Edlibacherhofes» mit Hotelzimmern entschloss, kam die Befürchtung auf, ob der gute Gästestamm mitziehen würde. Doch die Lage des Restaurants an der Edlibacher Kreuzung mit Parkplätzen und Bushaltestelle habe sich sehr bewährt, sodass der Betrieb schnell florierte, erinnert sich Margrit Hegglin. Schon bald hätten sich neue Gäste aus den umliegenden Kantonen eingefunden. Hanspeter Hegglin: «Alle Generationen kommen zu uns, vom Ar­beiter bis zum Geschäftsmann. Und was mir aufgefallen ist, dass die Stammgäste mit uns älter geworden sind.» Er muss lachen, wenn er erzählt, dass sie unzählige Gesellschaften zum 50., 55., 60., 65. und mehr Jahren» verköstigt hätten.

Auch seien bei ihnen viele Familien zu Gast gewesen. Die hätten hier Geburten, Kommunionen und Firmungen der Kinder sowie Geburtstage gefeiert, neben vielen Hochzeiten, Weihnachts- und Firmenessen. Abends seien nach den Proben die Mitglieder von Menzinger oder auswärtigen Vereinen unter den treuen Besuchern gezählt worden. Auch zahlreiche Fasnachtsanlässe in ihrem Haus gehörten dazu. «Vor allem die Edlibacher Fasnacht, die bis 2000 alle zwei Jahre stattfand, war für uns jeweils ein ‹Gewalts­anlass› mit Open End», erinnert sich Hanspeter Hegglin. Einzig als Mitglied der Menzinger Meisterschaft habe er an deren Festtag teilgenommen: «Ansonsten mussten wir auf solche und andere Anlässe verzichten. Das alles können wir jetzt nachholen.»

Angebot bleibt in etwa gleich

Denn für das Wirtepaar sind die Tage im «Edlibacherhof» gezählt: Margrit und Hanspeter Hegglin haben die Liegenschaft auf den 1. Mai verkauft, am 4. August findet die «Ustrinkete» statt. Er habe jetzt ein gutes Gefühl, sagt Hanspeter Hegglin. «Ich ha­be erst zugesagt, als ich vernommen habe, dass der ‹Edlibacherhof› ein Restaurant bleibt.» Der Käufer habe sie beide gebeten, so lange zu bleiben, bis er einen Nachfolger als Gastgeber gefunden habe. Laut Hegglin wird das Wirtepaar Zoran und Zorana Obradovic ab 1. September den «Edlibacherhof» übernehmen. Die beiden führten bisher das Restaurant Lido in Oberägeri und früher das Restaurant Brauerei in Baar. Hegglin sagt: «Man hat uns gesagt, dass das Speise- und Getränkeangebot neben einigen Neuerungen in etwa gleich bleiben soll. Auch das gesamte Inventar wird übernommen. Und diejenigen Mitarbeiter, die bleiben wollen, können das.»

Nach den intensiven Berufsjahren kann sich das Ehepaar Hegglin noch nicht wirklich vorstellen, wie es so ganz ohne Arbeit sein wird. «Hanspeter steht dem neuen Wirt in der ersten Zeit bei Bedarf beratend zur Seite», sagt Margrit Hegglin. Und wer kocht bei ihnen künftig? «Bei mir war das zuletzt vor 37 Jahren. Er ist damit schneller fertig, wir können die Arbeit ja wie gewohnt aufteilen», sagt sie mit feinem Humor. Welches Menü isst denn der Wirt am liebsten? «Ich habe alles gerne, vor allem Fleisch. Doch besonders habe ich mich jeweils aufs Wild gefreut – und (mit Blick auf seinen Bauch) in dieser Zeit auch regelmässig zugenommen.» Derzeit müssen Hegglins ihre Wohnung über dem Restaurant räumen und umziehen. «Wir bleiben in Edlibach, am neuen Ort können wir jeden Abend den schönen Sonnenuntergang geniessen. Es wäre auch schön zu reisen, doch zuerst müssen wir überlegen, wohin wir überhaupt wollen», so Hanspeter Hegglin, bevor er wieder in die Küche zum Glacemachen eilen muss.

Hinweis

Am Freitag, 4. August, findet im «Edlibacherhof» ab 20 Uhr die «Ustrinkete» mit musikalischer Unterhaltung statt.

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