MENZINGEN: Das geplante Asylzentrum wirft Fragen auf

Gemeinde, Kanton und Bund haben über die Unterkunft Gubel informiert. Die Bevölkerung ist besorgt, nimmt aber auch einen Appell ernst.

Silvan Meier
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Die Militäranlage auf dem Gubel bei Menzingen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

Die Militäranlage auf dem Gubel bei Menzingen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

«Fürchtet euch nicht!» Mit diesem Aufruf versuchte Raymond Tellenbach, Stadtammann von Bremgarten, den Menzingern die grössten Ängste vor der geplanten Asylunterkunft auf dem Gubel zu nehmen. Im idyllischen Städtchen an der Reuss betreibt das Bundesamt für Migration (BFM) seit einem Jahr eine Asylunterkunft.

In Bremgarten war die Skepsis gross. «Wir waren alles andere als begeistert», sagt Tellenbach. «Aber es ist nicht so schlimm gekommen, wie wir befürchtet haben.» Die Koexistenz funktioniere mit wenigen Ausnahmen ohne Probleme. «Es gibt ab und zu Ärger wegen Alkoholkonsum, dann hat die Zahl der Ladendiebstähle etwas zugenommen, ebenso die Zahl der Schwarzfahrer.» Belästigungen von Einwohnern oder von Schulkindern oder Schwierigkeiten mit Rauschgift habe es überhaupt nicht gegeben.

Auch der Menzinger Gemeindepräsident Roman Staub, Regierungsrätin Manuela Weichelt, Polizeikommandant Karl Walker und Urs von Daeniken vom BFM beruhigten an der Informationsveranstaltung vom Mittwoch die Menzinger. Diese zeigten sich zwar durchaus besorgt und stellten kritische Fragen. Sie nahmen die Appelle aber auch ernst, wie die Äusserung einer Menzingerin zeigt: «Empfangen wir die Menschen hier in Menzingen und behandeln sie menschenwürdig», sagte sie – und erntete dafür grossen Applaus.