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MENZINGEN: Das Grossprojekt ist einen Schritt weiter

Das Baugesuch für die Sanierung des Pflegezentrums Luegeten ist eingereicht. Für das temporäre Zuhause der Bewohner während der Bauzeit ist ebenfalls gesorgt. Ganz zufrieden sind mit dem Projekt allerdings nicht alle.
Visualisierung: So soll das sanierte Pflegezentrum Luegeten in Menzingen dereinst aussehen. (Bild: PD)

Visualisierung: So soll das sanierte Pflegezentrum Luegeten in Menzingen dereinst aussehen. (Bild: PD)

Carmen Rogenmoser
carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Ab Dienstag weisen die Gebäude des Pflegezentrums Luegeten erste sichtbare Zeichen der Veränderung auf: Die Bauprofile werden gestellt. Der Verwaltungsrat Luegeten AG hat der Gemeinde das entsprechende Baugesuch übergeben. Während 20 Tagen wird dieses öffentlich aufliegen. Die Publikation erfolgt am Freitag, 17. März, im Zuger Amtsblatt. «Die Luegeten AG und die mitwirkenden Gremien freuen sich über diesen wichtigen Meilenstein», heisst es in einer Mitteilung. Das Baugesuch markiert den Abschluss der anderthalbjährigen Nutzungsanpassung zum Projekt «Lueg emol». Das Pflegezentrum soll modernisiert und konkurrenzfähig gemacht werden.

Gibt es keine Einsprachen, wird die Baubewilligung für Ende August erwartet. Mit den etwa zwei Jahre dauernden Arbeiten soll in der ersten Hälfte 2018 gestartet werden. «Wir möchten den Einzug in die sanierte Luegeten mit einem grossen Fest am 1. August 2020 begehen können», hofft Verwaltungsratspräsident Jürg Brändli. Bis es so weit ist, bleibt einiges zu tun: Der ältere, 52-jährige Gebäudetrakt wird einem Ersatzneubau weichen. Das zweite Gebäude mit Baujahr 1995 wird saniert. Jedes der künftigen 50 Zimmer (38 Einzelzimmer und 12 Doppelzimmer) wird über eine behindertengerechte, rollstuhlgängige Nasszelle verfügen. Zudem wird die Luegeten künftig mehr demenzkranke Personen aufnehmen können, erklärt Brändli. «Ein wichtiges Thema bei der Planung waren flexible Nutzungsmöglichkeiten», ergänzt er. Das Projekt wird insgesamt rund 33 Millionen Franken kosten. Davon übernehmen 6 Millionen Franken Kanton und Gemeinden.

Pavillon kommt aus Küssnacht

Die Bewohner werden während der Bauzeit unter dem Motto «Luegeten unterwegs» in ein
Provisorium ziehen. Zu stehen kommt dieses auf dem Areal Marianum/Eu. «Der Kauf eines Pavillons aus der Gemeinde Küssnacht steht kurz vor dem Abschluss», so Brändli. Der modulare Holzbau werde um weitere Elemente ergänzt, damit alle 60 Bewohner Platz finden. Das zweistöckige Gebäude verfügt über eine Fläche von rund 2500 Quadratmetern. Es beinhaltet zwei grosse Mehrzweckräume, einen Aussensitzplatz, eine Terrasse und einen Demenzgarten.

Das Gebiet gehört der Gemeinde. Sie überlässt der Luegeten AG ihr Areal für 10000 Franken pro Jahr. Auch alle 70 Mitarbeiter und 8 Lehrlinge werden ins Provisorium übersiedeln. «Luegeten unterwegs» wird mit rund 5 Millionen Franken budgetiert – als Teil des Gesamtbudgets. Die Bewohner werden stets auf dem Laufenden gehalten: «Pläne und ein Modell der neuen Luegeten sind im Eingangsbereich des Zentrums ständig präsent», so Jürg Brändli.

FDP übt weiter Kritik

Offener Brief  14 Fragen zum Projekt «Lueg emol» stellte die FDP Menzingen dem Gemeinderat Mitte Januar. Sie betreffen insbesondere die konkrete Finanzierung sowie die Notwendigkeit der grossen Sanierung. Die Bevölkerung sei nur «oberflächlich» informiert worden, hiess es. Das störte die FDP vor allem, weil die Gemeinde Hauptaktionärin der Betreiberin, der Luegeten AG, ist. Fast zeitgleich mit der Eingabe des Baugesuchs hat der Gemeinderat nun die Fragen beantwortet. Zu entnehmen ist den Antworten beispielsweise, dass dem Gemeinderat die Begrifflichkeit, also das «Wording», wichtig ist: «Das Projekt ist kein Neubau, sondern eine Nutzungsanpassung, bei der das Gebäude von 1965 rück- und neu aufgebaut wird und das Gebäude von 1995 saniert und den heutigen Anforderungen entsprechend angepasst wird.»

«Mit grosser Besorgnis» wandte sich die FDP Menzingen an den Gemeinderat. Konnten die Antworten die Partei nun beruhigen? «Nein», sagt Präsident Thomas Magnusson. Der Gemeinderat antwortete, dass die Gemeinde als Aktionärin die gleichen Rechte und Pflichten habe wie Aktionäre bei anderen Aktiengesellschaften. «Im Falle eines Konkurses der Luegeten AG würde die Gemeinde ‹nur› das eingezahlte Aktienkapital verlieren», so Magnusson. Die Finanzierung des Projekts werde damit der Luegeten AG überlassen. «Diese ist aber – soweit wir heute wissen – nicht gesichert», erklärt er. Wenn die Finanzierung nicht gelinge, müsse damit gerechnet werden, dass die Gemeinde mit hohen finanziellen Verpflichtungen konfrontiert werde. Vor allem weil die Gemeinde die notwendige stationäre Pflegeversorgung für die Wohnbevölkerung sicherzustellen habe.

«Immer wieder über den Verhältnissen gelebt»

Es gibt weitere Punkte, die die FDP nach wie vor kritisiert: «Die Gemeindeversammlung vom Dezember 2014 ist bei der Gründung der Luegeten AG von Baukosten in Höhe von rund 12 Millionen Franken ausgegangen.» Nach dem heutigen Projekt müsse die AG das Viereinhalbfache stemmen. Grundsätzlich, so Magnusson, unterstütze er die Absicht, für pflegebedürftige Menschen ein Zuhause in Menzingen zu ermöglichen. Die massiv gestiegenen Kosten seien aber nicht tragbar und nicht nachhaltig. «Wir haben in Menzingen leider immer wieder über unseren Verhältnissen gelebt.» Bei der Luegeten soll das verhindert werden. (cro)

Hinweis
Die Fragen der FDP und die entsprechenden Antworten des Gemeinderates sind unter www.menzingen.ch zu finden.

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