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MENZINGEN: Die Behörden haben keine Bedenken

Der Bund erhöht für sechs Monate die Zahl der Flüchtlinge im Gubel. Die ersten Erfahrungen mit den Asylbewerbern im Dorf sind positiv.
Besichtigung des neuen Asylzentrums im Mai: Vater Gregor Durrer und Tochter Sabrina im Schlafsaal. Demnächst werden weitere 48 Flüchtlinge auf den Gubel kommen. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Besichtigung des neuen Asylzentrums im Mai: Vater Gregor Durrer und Tochter Sabrina im Schlafsaal. Demnächst werden weitere 48 Flüchtlinge auf den Gubel kommen. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Seit Mitte Mai ist das neue Bundesasylzentrum in Menzingen auf dem Gubel nun in Betrieb. Derzeit bietet die ehemalige Militärunterkunft dort 120 Plätze für Männer, Frauen und Familien aus unterschiedlichen Ländern, die Asyl suchen. Dabei handelt es sich grösstenteils um Asylsuchende, deren Anträge prioritär behandelt werden und die durchschnittlich für 30 bis 40 Tage in Menzingen untergebracht sind.

Nun 48 Flüchtlinge zusätzlich

Aufgrund der grossen Zahl neuer Asylsuchender in der Schweiz hat der Bund nun entschieden, die Kapazität von aktuell 120 Betten auf 168 Betten zu erhöhen; und zwar während maximal sechs Monaten. Nach einer internen Prüfung durch das Bundesamt für Rüstung, Armasuisse, heissen der Menzinger Gemeinderat und der Zuger Regierungsrat die höhere Belegung gut. Wie zuvor schon die 120 Plätze, werden auch die 48 neuen Plätze dem Kanton Zug an den Verteilschlüssel angerechnet. Das heisst konkret: Nächstes Jahr muss der Kanton Zug 48 Flüchtlinge weniger aufnehmen. Gemäss dem Verteilschlüssel muss der Kanton Zug momentan 1,4 Prozent der Asylsuchenden aufnehmen.

«Die Kapazitätserhöhung auf dem Gubel erfolgt per 28. September und ist eine von zahlreichen schweizweiten Massnahmen, um die eintreffenden Asylsuchenden geregelt aufnehmen, registrieren und unterbringen zu können», sagt Mario Gattiker, Chef des Staatssekretariats für Migration in Bern. Auch vier weitere Bundesunterkünfte in der Schweiz wurden aufgestockt – in Losone im Tessin etwa um 100 Personen.

Die neuen Flüchtlinge, die nun auf den Gubel kommen, stammen vor allem aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Laut Regierungsrätin Manuela Weichelt hat auch der Kanton in seinen eigenen Unterkünften die Belegung maximal verdichtet. «Im Kanton Zug sind derzeit in 68 Unterkünften 1158 Asylsuchende untergebracht», sagt die Zuger Direktorin des Innern. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es nicht mehr so viele Flüchtlinge gegeben wie heute – das sei eine Herausforderung für alle. Laut Weichelt gibt es bisher kaum Probleme in Sachen öffentlicher Sicherheit infolge der neuen Asylunterkunft. «Die Zuger Polizei muss sehr wenig ausrücken, und die Interessengemeinschaft ‹IG Zentrum Gubel Mänzige› kümmert sich intensiv um die Flüchtlinge.»

Die IG organisiert unter anderem Wanderungen, Dorfführungen, Kindernachmittage und Fussballspiele. Ausserdem hat die Gruppe zwei Baucontainer gekauft und diese neben der Bundesunterkunft platziert. Darin sollen bald weitere Angebote für Einheimische und Asylsuchende durchgeführt werden, wie der Kanton Zug mitteilt. Viele Bewohnerinnen und Bewohner würden Kleider oder andere nützliche Utensilien bringen.

Unterstützung vom Gemeinderat

Auch Menzingens Gemeindepräsident Peter Dittli zieht eine positive Bilanz über die ersten Monate im Gubel: «Es gibt keine Probleme, die Asylsuchenden verhalten sich ruhig», sagt er. Für seine Gemeinderatskollegen und ihn sei denn auch sofort klar gewesen, für die Kapazitätserhöhung Hand zu bieten: «Angesichts der aktuellen Situation waren wir uns einig, dass wir diese Lösung unterstützen wollen.»

Wolfgang Holz und Rahel Hug

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