MENZINGEN: Ein Ökihof für die nächsten 40 Jahre

Der Spatenstich für das 10,8 Millionen Franken teure Projekt ist Geschichte. Bevor der Neubau aber entstehen kann, muss erst der ganze Untergrund gepfählt werden.

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Hier ist der neue Öki- und Werkhof am Entstehen. Auf der Baustelle ist bereits einiges los. (Bild Stefan Kaiser)

Hier ist der neue Öki- und Werkhof am Entstehen. Auf der Baustelle ist bereits einiges los. (Bild Stefan Kaiser)

Carmen Desax

«Zwar erfolgt erst heute der offizielle Spatenstich, doch die Arbeiten sind schon in vollem Gange», eröffnete Martin Kempf gestern die Baustelle des neuen Öki- und des neuen Werkhofs. Der Bauchef von Menzingen erklärt, dass man das gute Wetter der letzten zwei Wochen ausnützen wollte.

So ist der Boden bereits aufgerissen, und die Pfähle werden in den losen Untergrund der Menzinger Moränenlandschaft gerammt. Jetzt wird vorwärtsgemacht, denn: «Vier Jahre und sechs Gemeindeversammlungen hat es gedauert, bis wir diesen wichtigen Tag feiern können», erklärt Kempf. Angefangen habe alles damit, dass 2011 erst die Strasse von der Gemeinde gekauft werden musste. Gleichzeitig wurde das 8401 Quadratmeter grosse Landstück erworben. Ein Jahr später wurden der Bebauungsplan und der Projektierungskredit angenommen.

Werkdienst mit Hauptrolle

Daraufhin konnte der Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. Diesen hat 2013 das Architekturbüro Detail 21 aus Zug gewonnen. Der Ökihof und der Werkhof würden zwar als ein Projekt entstehen, die Gebäude werden dennoch voneinander getrennt sein, so Kempf. Das Projekt trägt den Namen Elmo. Was dieser bedeutet, hat der Architekt Christian Schnieper gleich selber erklärt: «Wir dachten dabei an die berühmte Kindersendung ‹Sesamstrasse›. Ein Monster wohnt dort in einer Mülltonne. Damit wollten wir die Funktionalität des Ökihofs in den Mittelpunkt stellen.» Zwar sei Elmo nicht wirklich das angesprochene Monster, das in der Mülltonne wohnt, aber halt das bekannteste, gesteht Schnieper.

Die Funktionalität des Projekts sei die Hauptsache, springt Kempf gleich auf denselben Zug auf. Die Gebäude sollen keine architektonischen Vorzeigebauten sein. Im Vordergrund stehe der Nutzen. Deshalb habe man sich für einen schlichten Bau entschieden. «Ebenso wichtig ist für mich die Zusammenarbeit mit dem Werkdienst», so der Gemeinderat weiter. Schliesslich hätten die Werkdienstmitarbeiter eine grosse Erfahrung und müssen schlussendlich mit dem Neubau und der Einrichtung zurechtkommen. Reto Schmuki vom Werkdienst freut sich denn auch auf seinen neuen Arbeitsplatz: «Das ist sicher ein gutes Projekt.»

Bezug in einem Jahr

Für Martin Kempf ist auch wichtig, dass die Fachleute vom Werkdienst den Spatenstich setzen und auf dem offiziellen Foto präsent sind. Diese zieren sich erst zwar etwas, schliesslich lassen sich Reto Schmuki und Markus Elsener doch überreden und posieren mit Bagger und Schaufel.

Seit den 80er-Jahren ist der bestehende Werkhof in einem Provisorium untergebracht. Das Material ist an den unterschiedlichsten Liegenschaften im ganzen Dorf verstreut. Dass künftig alles an einem Standort zu finden sei, vereinfache die Arbeit ungemein, ist Kempf überzeugt. Läuft alles nach Plan, werden die Neubauten in einem Jahr bereits bezugsbereit sein. «Wenn der Winter gut ist, werden wir im Februar oder im März einziehen können», sagt Kempf.

Ein stolzer Preis

Vor allem spiele dabei der Vorteil mit, dass ein neues Gebäude entstehe. Sei es fertig, könne das ganze Material einfach transportiert werden.

«Das Budget von 10,8 Millionen Franken ist ein stolzer Preis», gibt der Bauchef zu. Der Untergrund im Ochsenmoos, wo der Neubau entsteht, ist instabil. Deshalb muss das ganze Gebiet zuerst gepfählt werden. An einer Stelle befinde sich eine Torfsenke. Dort müssten die Pfähle 22 Meter in den Boden gerammt werden, bis sie auf festen Untergrund träfen, erklärt Kempf. «Durchschnittlich müssen wir 13 Meter tief.» Auf dem Areal gebe es auch die Möglichkeit, den Werkhof nach Bedarf noch zu erweitern. «Das wird aber wahrscheinlich nicht passieren.» Laut Prognosen werde die Bevölkerung in Menzingen nicht mehr wachsen, meint Kempf. «Für die nächsten 40 Jahre sollten der neue Öki- und der neue Werkhof nun herhalten.»