MENZINGEN: Er macht Güggeli nach Wunsch

Mit seinem Grillwagen steht Markus Frei am Strassenrand – und das schon seit acht Jahren.

Drucken
Teilen
Betreibt einen mobilen Pouletgrill: Markus Frei. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Betreibt einen mobilen Pouletgrill: Markus Frei. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Ich esse in der Woche selber ein bis zwei Güggeli», erklärt Markus Frei. «Hätte ich einmal plötzlich keine Lust mehr darauf, würde ich den Job an den Nagel hängen. Denn ich muss mich mit meinem Produkt identifizieren – nur so stimmt die Qualität.» Die leckere Grillspezialität ist das Leben des 29-Jährigen. Und mit seinem Angebot gehört er zum festen Alltag vieler Kunden. «Wenn ich in die Ferien fahre, warten die Leute schon sehnsüchtig, bis ich mit meinem Grillwagen wieder vor Ort bin.» Seit 2005 ist Markus Frei, der in Menzingen wohnt, Grillmeister und Besitzer eines Güggeliwagens. Mit dem steht er im Kanton Zug in Neuägeri, in Zug an der Chamerstrasse sowie bei der HandwerkStadt in der Industriestrasse und in Hünenberg – auch in Rothenthurm ist er vor Ort. «Um die Standorte muss ich mich selber kümmern. Ich stehe immer auf Privatgrund.»

Haut nicht so knusprig

Frei ist selbstständig tätig. Er und andere Grillmeister sind in einem Verbund organisiert: Die Firma Guets Güggeli gehört zur Natura Food GmbH. «Wir kaufen vor allem gemeinsam ein, was Kosten spart», erklärt Frei. Die Güggeli kommen aus der Schweiz. «Die Tiere stammen aus besonders tiergerechten Stallungen», betont der Grillmeister. 84 Güggeli kann er gleichzeitig auf den drehenden Spiessen grillieren – für die nötige Hitze sorgt Gas. Die Tiere werden gewürzt und gespiesst angeliefert: Dadurch ist immer gleiche Qualität garantiert. In seinem Wagen hat er eine Kühlzelle, wo er Spiesse lagern kann.

«Jeden Abend putze ich den Grill, alle zwei Wochen gibt es eine Generalreinigung», sagt Frei. Denn Hygiene sei entscheidend. «Wir werden von der Lebensmittelkontrolle genau wie ein Restaurant kontrolliert: nach den gleichen Anforderungen und Regeln», berichtet der gelernte Koch. «Beim Grillieren hängen die Spiesse übereinander. Somit tropft es von den oberen auf die unteren Spiesse, und die Güggeli bleiben schön saftig. Die Haut ist deshalb weniger knusprig, als wenn die Güggeli einzeln gegrillt würden, aber dafür sind sie für den Magen verträglicher.»

Der Geschmack seiner Kunden sei sowieso wechselhaft. «Manchmal wollen sie lieber ein helles Hühnchen, ein anderes Mal darf es dunkler sein.» Mache in den Medien eine Tierseuche Schlagzeilen, wollen die Kunden die Güggeli besonders gut gegrillt. Diese Wünsche kann er alle erfüllen: «Das Spiel mit der Temperatur und viel Erfahrung sind dazu nötig.» Gibt es einen Wetterumschwung und steigt dadurch der Luftdruck, hat das sofort Einfluss auf die Gasflamme und den Garprozess. «Ich muss deshalb immer auf der Hut sein und die Umgebung beobachten», sagt «Güggeli-Kusi», der in der Freizeit Lastwagen-Oldtimer der Marke Saurer herrichtet und fährt. Und wann verkauft er am meisten Güggeli? «Wenn es über 30 Grad ist oder sehr wechselhaft, läuft das Geschäft sehr gut. Dann wollen die Leute nicht selber am Grill stehen.» Umgekehrt sei es beim Sommeranfang: Dann seien alle kribbelig, den Grill zu nutzen. Wie viele Poulets Markus Frei täglich verkauft – ein ganzes Grill-Güggeli kostet 17 Franken –, bleibt sein Betriebsgeheimnis.

Luc Müller