MENZINGEN: Gewalttätiger Heimbewohner freigesprochen

Ein Behinderter schlug mehrmals den Hinterkopf einer Pflegerin an die Wand. Weil er schuldunfähig ist, wird er nicht bestraft. Die Anwältin der Frau ist enttäuscht.

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Das Wohnheim Sonnhalde der Stiftung Maihof bei Menzingen. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Das Wohnheim Sonnhalde der Stiftung Maihof bei Menzingen. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Vorfall geschah am 6. Februar 2007 im Wohnheim Sonnhalde in Menzingen, einer Institution der Stiftung Maihof. Ein behinderter Bewohner griff eine Nachtwache tätlich an. Jetzt liegt das Urteil des Strafgerichts vor: Der Mann wird freigesprochen. Die Tat sei als einfache Körperverletzung zu qualifizieren. Gemäss Gutachten ist der Behinderte schuldunfähig. Da es laut Urteil «an einem wissen- und willentlichen Handeln des Beschuldigten fehlt, ist der subjektive Tatbestand nicht erfüllt». Er wurde deshalb gemäss Antrag der Staatsanwältin freigesprochen.

«Der Behinderte hat ein Gewaltproblem mit Frauen», sagte Yvonne Furler, die Anwältin der Angegriffenen, auf Anfrage. Sie hatte die Anordnung einer ambulanten Massnahme gefordert. Es gehe nicht darum, einen Behinderten zu kriminalisieren, führte Furler weiter aus, sondern ähnliche Delikte zu verhindern. Inzwischen sei der Mann medikamentös eingestellt worden. Sie ist vom Urteil enttäuscht, hat es aber auch akzeptiert.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.