MENZINGEN: Gubel wird für drei Jahre zur Asylunterkunft

Der Bund eröffnet 2015 für maximal drei Jahre eine Asylunterkunft im Gubel. Rund 110 Asylsuchende sollen dort untergebracht werden. Vorgesehen ist eine Platzierung von Familien und Frauen, renitente Asylsuchende werden nicht im Gubel untergebracht.

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Die Militäranlage Gubel wird während drei Jahren zu einer Asylunterkunft des Bundes. (Bild: Werner Schelbert / Neue Zz)

Die Militäranlage Gubel wird während drei Jahren zu einer Asylunterkunft des Bundes. (Bild: Werner Schelbert / Neue Zz)

Der Bund wird die Militärunterkunft Gubel in der Gemeinde Menzingen ab Frühling 2015 während der gesetzlich vorgegebenen Frist von maximal drei Jahren als Asylunterkunft nutzen. Davor und danach wird die Truppenunterkunft wie bisher durch das Militär genutzt, heisst es in einer Medienmitteilung der Direktion des Innern des Kantons Zug vom Freitag.

Die Unterkunft Gubel wird als sogenanntes Wartezentrum betrieben und mit rund 110 Personen belegt. Durchschnittlich bleiben die Asylsuchenden 4 bis 8 Wochen in der Bundesunterkunft Gubel. Da die Anlage oberirdisch angelegt ist, eignet sie sich insbesondere für die Unterbringung von Frauen und Kindern. Renitente Asylsuchende werden gemäss Mitteilung in anderen speziellen Asylzentren untergebracht.

Bund trägt die Kosten

Für den Betrieb der Unterkunft ist der Bund zuständig. Ausserdem trägt er alle Kosten, so zum Beispiel für Beschäftigungsprogramme, Betreuung und Schulung. Der Bund sichert dem Kanton auch eine jährliche Sicherheitspauschale zu. Sollte der Kanton Aufwände haben beispielsweise im Bereich der Infrastruktur wird er dafür vom Bund entschädigt.

Über die Nutzung der Truppenunterkunft Gubel als Asylunterkunft hat der Bund den Zuger Regierungsrat vor kurzem informiert. Seither setzt sich die Regierung für die Interessen des Kantons und der Gemeinde Menzingen ein. «Der Kanton muss Hand bieten. Das VBS kann gemäss Gesetz ohne Einwilligung von Kanton und Gemeinde dem Bundesamt für Migration eine militärische Unterkunft als Asylunterkunft zur Verfügung stellen», erklärt Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard.

Fragen der Sicherheit noch zu klären

«Wir tun aber alles, um unsere Interessen einzubringen», sagt Weichelt-Picard weiter. So würden beispielsweise nun die Gemeinde Menzingen und die zuständigen kantonalen Stellen von Anfang an miteinbezogen. Dies erlaube es, die Anliegen des Kantons und der Standortgemeinde optimal in die Vorbereitung einzubringen.

Des weiteren nutze der Kanton zusammen mit der Gemeinde Menzingen die noch verbleibende Zeit, um Absprachen zum Vorgehen und zu den Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Eröffnung der Bundesunterkunft in zwei Jahren zu treffen. Namentlich seien Fragen der Sicherheit, des Caterings, des Betriebs- und Betreuungskonzepts und der Tagesstruktur bzw. Beschäftigung zu klären.

Gemeindepräsident ist «nicht begeister»

«Natürlich sind wir von den Plänen des Bundes nicht begeistert. Aber jetzt gilt es, uns für die Sicherheit und Interessen unserer Gemeinde einzusetzen», sagt Roman Staub. Für den Menzinger Gemeindepräsidenten ist klar: «Die proportionale Verteilung der Asylsuchenden, die dem Kanton Zug zusätzlich zur denen in der Bundesasylunterkunft zugeteilt werden, muss fair auf die Gemeinden verteilt werden.» Menzingen erwarte hier ein Entgegenkommen der anderen Zuger Gemeinden.

pd/zim

Kanton wird durch Bundeszentrum entlastet

Am 9. Juni 2013 hat das Schweizer Stimmvolk die Änderung des Asylgesetzes angenommen, der Kanton Zug mit einem Ja-Stimmenanteil von über 80 Prozent. Seither kann der Bund eigene Anlagen und Bauten ohne kantonale oder kommunale Bewilligungen für maximal drei Jahre als Asylunterkünfte nutzen. Federführend dafür ist das Bundesamt für Migration (BFM) in Zusammenarbeit mit dem eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Dieses stellt eigene Truppenunterkünfte zur Verfügung. Und die Truppenunterkunft Gubel ist eine davon.

Der Kanton Zug ist zurzeit zuständig für rund 860 Personen im Asyl- und Flüchtlingsbereich. Davon müssen rund 620 Personen durch den Kanton untergebracht werden. Die Zuweisung an den Kanton Zug wird durch den Bund aufgrund eines einwohnerproportionalen Verteilschlüs-sels vorgenommen. Nach diesem Schlüssel erfolgen 1.4% der Zuweisungen an den Kanton Zug. Die Plätze im Gubel werden ab 2015 bis 2018 dem Zuger Kontingent angerechnet. Das bedeutet, dass der Kanton Zug während dem Betrieb der Bundesunterkunft auf dem Gubel jährlich rund 110 Asylsuchende weniger beherbergen muss.

pd/zim