MENZINGEN: Hexen tanzen im Konfettiregen

Die Turnhalle Schützenmatt in Menzingen ist verzaubert. Die bunten Lichter der Disco-Beleuchtung tanzen mit den vielen Hexen um die Wette. Der triste Boden der Halle ist unter den vielen Konfetti verschwunden.

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Abrakadabra: Hexen und Zauberer toben sich am Kinderball der Meisterschaft aus. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Abrakadabra: Hexen und Zauberer toben sich am Kinderball der Meisterschaft aus. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Kinderball der Meisterschaft steht unter dem Motto «Abrakadabra – das grosse Treffen der Hexen und Zauberer».

Sehnsüchtig erwartet
Der Ball wurde von den über 250 Kindern sehnsüchtig erwartet. «Sie freuen sich das ganze Jahr darauf», verrät Gaby Hegglin, Mutter von Hexenkindern. Diese reiten gerade auf einem überlangen Besen vorbei. Die Kinder sind unter den riesigen, selbst gebastelten Hüten kaum zu erkennen. «Die Verkleidung war eine spontane Idee», ein Mexikanerhut inspirierte sie dazu.

188-jährige Tradition
«Wir wollen die Tradition mit dem Kinderball so lange weiterführen, wie es geht», sagt der Obmann der Meisterschaft Albert Hegglin. Man tue etwas Gutes für die Kinder, erzählt er und schaut vergnügt seinem Enkelkind zu, das mitten im Trubel steht.

Die Meisterschaft Menzingen, die gestern ihren Jahrestag mit Guggenklängen startete, schaut auf eine lange Tradition zurück. Gegründet wurde die Handwerksbruderschaft im Jahre 1821. In Zeiten von Hunger und Armut setzte sie sich für sozial Schwächere ein. Die Kinderbescherung zeugt heute noch von der 188-jährigen Tradition. Dabei bekommt jedes Kind eine Orange und ein paar Wienerli. «Und wenn ein Kind Hunger hat, darf es auch zweimal holen», lacht Obmann Albert Hegglin.

Eine Polonaise schlängelt sich zwischen den Tischen hindurch, die zauberhaft verkleideten Kinder tragen Nummern und werden von einer Jury beobachtet. Die besten Masken werden prämiert und bekommen Preise. Es geht aber keines der Kinder leer aus. Die Preise werden von den Mitgliedern der Meisterschaft gesponsert.

Alina Rütti