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MENZINGEN: Kochen für Freunde statt Sterne

Heute beginnt im altehrwürdigen Restaurant Löwen eine neue Ära. Sternekoch René Weder verrät, was die Gäste an seinem neuen Wirkungsort erwartet.
René Weder freut sich auf seine Gäste, die er in familiärer Ambiance verwöhnen will. (Bild: Maria Schmid)

René Weder freut sich auf seine Gäste, die er in familiärer Ambiance verwöhnen will. (Bild: Maria Schmid)

Charly Keiser

Vor zehn Tagen wurde publik, dass der höchstdekorierte Koch des Kantons Zug ein neues Wirkungsfeld gefunden hat. Ein Eintrag im Handelregister verriet, dass Gourmetkoch René Weder, der seinen Pachtvertrag im Restaurant Sternen in Walchwil bekanntermassen nicht verlängert hat, künftig im «Löwen» in Menzingen kocht. Weder begründete vor einem Jahr seinen Abschied im «Sternen» mit dem grossen Aufwand. «Meine Frau hat langsam genug, und wir sind auch im Alter», sagte er damals gegenüber unserer Zeitung.

Über Ostern hat Weder sein defini­tives Konzept kreiert, wie er verrät: «Mein Motto heisst: ‹Kochen für Freunde mit René Weder›», sagt er und ergänzt: «Dieses Motto prangt überall. Sowohl auf den Menükarten als auch auf dem Briefpapier.» Doch das Motto sei genau genommen Konzept, fügt Weder an. «Denn der Gast soll sich fühlen, wie wenn er bei Freunden eingeladen ist, von diesen verwöhnt wird, weil diese für ihn einen schönen Abend gestalten.»

«Kochen für Freunde mit Weder»

Grundsätzlich müssten die Gäste per Telefon oder E-Mail ihre Plätze reservieren, erklärt Weder. Und schon beim Apéro zeige sich das Konzept: «Da gibts nämlich Prosecco, Rosé- oder weissen Champagner und Weisswein. Fertig. Auf Besuch fragt man ja auch nicht, kann ich einen Cynar haben, wenn der Gastgeber Champagner offeriert.»

Beim Essen gehe es im gleichen Stil weiter, sagt Weder. «Ich biete vier bis sechs Gänge aus Edelprodukten. Beliebt sind bei mir bekanntermassen Hummer, Entenleber und Meeresfrüchte, aber auch ein Fisch aus dem See kommt zuweilen auf den Teller. Ich präsen­tiere das Essen für die Gäste am Tisch und frage nach Surprise, Vorlieben, Allergien und so weiter.» Dazu empfehle er zwei oder drei «schöne Weissweine» sowie rund drei Rotweine. Natürlich könnten die Gäste auch aus den rund 400 Tropfen der Weinkarte wählen. «Doch die Idee ist und bleibt: Die Leute essen das, was ich für sie vorbereitet und gekocht habe, davon abgesehen natürlich kleine Änderungen.» Auch beim Mineralwasser sei er stur, sagt Weder: «Ich habe je ein Schweizer Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure.»

Mit dem Abschied vom A-la-carte-Essen will der 64-Jährige vor allem eine familiäre Ambiance schaffen, wie er betont. «Ich will Zeit haben, um mit den Gästen reden zu können halt wie wenn man zu Hause für Freunde kocht.»

Familiärer Rahmen

Weder kocht von Mittwoch bis Samstag ab 18.30 Uhr und am Sonntagmittag, wie er erklärt. Doch auch an anderen Tagen und Zeiten sei es möglich, bei ihm zu essen. «So kann zum Beispiel eine Gesellschaft von 15 bis höchstens 20 Personen gerne reservieren. Aber eben, im ganz kleinen und familiären Rahmen.» Die Vermieterin habe schön investiert, und auch er habe einiges verschönert, verrät Weder weiter, der wie im «Sternen» in Walchwil auch im «Löwen» klassisch aufdecken wird. Vier Gänge würden 124 Franken kosten, deren sechs 152 Franken. Enthalten sei dabei das bei ihm obligate Amuse-­Bouche. Der Wein werde pro Glas verrechnet, fügt er an und erklärt: «Deren Preise liegen zwischen 9 und 25 Franken pro Glas.» Sterne seien kein Thema, antwortet Weder, auf seine Starkoch-Vergangenheit angesprochen, und fügt an: «Ich will vor allem für Freunde kochen und nicht um Punkte und Sterne.»

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