MENZINGEN: «Moods» blickt der Sonne entgegen

Bald wummern auf dem Stockacher die Bässe, und rund 3000 Besucher werden dazu tanzen – die Hälfte davon Pfader. Noch sind die Aufbauarbeiten voll im Gang.

Carmen Desax
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Die beiden Helferinnen Melanie Bürger und Mirjam Achermann arbeiten an der Dekoration – vorerst noch im Schutz des grossen Essenszelts. (Bild Stefan Kaiser)

Die beiden Helferinnen Melanie Bürger und Mirjam Achermann arbeiten an der Dekoration – vorerst noch im Schutz des grossen Essenszelts. (Bild Stefan Kaiser)

Seit über einer Woche herrscht auf dem Stockacher Hochbetrieb. Der Aufbau des Open Airs ist aber buchstäblich ins Wasser gefallen – es regnete fast jeden Tag. «Wir sind trotzdem sehr gut im Zeitplan», gibt Kommunikationschef Marcel Langenegger Auskunft. Rund 60 Helfer seien jeden Tag zur Stelle und helfen bei den Vorbereitungen. «Die Stimmung hier oben ist grossartig», bereits haben die Ersten auf dem Gelände übernachtet. «Das Lagerleben wird zelebriert», gibt er zu. So werde zusammen gekocht und gegessen. Diese Lageratmosphäre wird wohl den meisten Helfern und dem Organisationskomitee nicht fremd sein, waren oder sind doch fast alle selber Pfader.

Das Open Air gliedert sich ein in eine lange Serie von Pfadi-Folk-Festen (PFF), deren Ursprung in England liegt. Dass in Menzingen die Pfadi am Werk ist, lässt sich schnell an der Dekoration und den Bauten erkennen. Der ganze Stolz des OKs ist der grosse Sarasani. Dieses Zelt wurde aus fast 400 Plachen und vier Kilometern Seil zusammengebaut. Platz finden wird dort die kleinere der beiden Bühnen. «Ich kann mir gut vorstellen, wie hier drinnen die Stimmung kochen wird», freut sich Langenegger. Sowieso könne das OK den Start kaum mehr abwarten: «Jetzt soll es losgehen.»

Viele positive Reaktionen

Bei der grossen Bühne wird gerade eine riesige Plane mit dem Logo aufgezogen. «Super», findet Langengger. Sowohl dieses Logo als auch das Motto «Moods» haben zu vielen positiven Reaktionen geführt, so Langenegger. «Wir wollen eine gute Stimmung verbreiten und ein schönes Fest zusammen feiern», sagt er. Es soll ein Open Air mit Pfadi-Charme sein. Daher sei es schwierig, das Open Air Menzingen mit anderen PFFs zu vergleichen. «Hier findet sicher eines der grösseren Feste dieser Art statt. Das aber auch, weil wir es für alle geöffnet haben.» Langenegger geht davon aus, dass rund die Hälfte des Publikums Pfader sein werden.

Rund 2500 Mehrtagespässe wurden bereits verkauft. «Der Vorverkauf läuft gut.» Das Gelände bietet 4500 Besuchern Platz, zudem sind 675 Helfen im Einsatz: «Das macht über 5000 Leute, so viele wie Menzingen Einwohner hat», rechnet Langenegger zusammen. Für das Dorf ist das PFF eine grosse Sache. So wurden 20 Tonnen Bauholz verbaut und 12 000 Quadratmeter Bodenplatten verlegt. «Die Leistung der Stromgeneratoren würde für halb Menzingen reichen», so der Medienchef. «Wir haben viele fähige Leute, wie Zimmerleute, Elektriker oder Grafiker, die alle ihr Wissen mitbringen und einsetzen.» Zudem konnten Asylbewerber, die momentan im Zentrum Gubel wohnen, beim Aufbau mithelfen. «Über diese Unterstützung waren wir wirklich froh.»

Die Bands sind anspruchsvoll

Mit dem Line-up ist Langenegger ebenfalls sehr glücklich. Der Umgang mit den Bands habe sich aber als schwieriger herausgestellt als gedacht. «Jede Band hat ihre genauen Vorstellungen.» Nun seien 25 Leute mit deren Betreuung beschäftigt. Die Bands wollen vor allem gutes Essen – mal vegan, mal vegetarisch, mal mit Fleisch. Eine Band verlangt sogar einen Bunsenbrenner. «Was sie damit wollen, kann ich mir auch nicht vorstellen», lacht Langenegger.

Damit das OK das Fest ebenfalls ein bisschen geniessen kann, wurde ein fester Zeitpunkt vereinbart: «Da treffen wir 15 OK-Mitglieder uns alle und stossen gemeinsam an – bevor wir uns dann wieder in die Arbeit stürzen.»