MENZINGEN: Peter Dittli: «Ich hoffe, alle werden wieder gewählt»

Vor vier Jahren unterlag Peter Dittli knapp im Kampf ums Gemeinde­präsidium. Nun nimmt er einen zweiten Anlauf.

Silvan Meier
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FDP-Gemeinderat Peter Dittli fordert die dominierende CVP heraus. (Bild Maria Schmid)

FDP-Gemeinderat Peter Dittli fordert die dominierende CVP heraus. (Bild Maria Schmid)

Peter Dittli, andere denken nach zwölf Jahren Amtszeit an Rücktritt. Sie kandidieren erneut und wollen gar Gemeindepräsident werden. Weshalb?

Peter Dittli: Ich habe mir eine erneute Kandidatur gut überlegt. Dass ich als Gemeinderat nochmals antrete, war für mich klar. Mehr Zeit brauchte der Entscheid für die Kandidatur zum Gemeindepräsidenten. Ich fühle mich gut gerüstet, um das Amt zu übernehmen. Die vielen Begegnungen und die Möglichkeit, mich weiterhin für die Gemeinde und die Bevölkerung einzusetzen, bereiten mir nach wie vor grosse Freude.

Sie haben vor vier Jahren bereits fürs Gemeindepräsidium kandidiert.

Dittli: Das stimmt. Und ich wäre jetzt sicher nicht angetreten, wenn Roman Staub nicht seinen Rücktritt bekannt gegeben hätte. Ich denke aber, dass es für die Bevölkerung gut ist, wenn sie eine Auswahl hat. Vor vier Jahren habe ich zwar verloren. Aber Kennedy hat einmal gesagt: «Wer nicht verlieren kann, verdient auch nicht zu gewinnen.»

Staub tritt nach vier Jahren als Präsident zurück. Ihre Konkurrentin Susan Staub findet es wichtig, dass ein Gemeindepräsident zwei Legislaturen im Amt ist. Wie sehen Sie das?

Dittli: Das sehe ich auch so. Wenn ich zum Gemeindepräsidenten gewählt werde, dann möchte ich acht Jahre im Amt bleiben. Auch wenn zwanzig Jahre im Rat eine lange Zeit sind.

Die CVP hat mit drei Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat und stellt seit Jahren den Gemeindepräsidenten. Kann man gegen die CVP gewinnen?

Dittli: Diese Frage kann ich Ihnen am 5. Oktober beantworten. Menzingen ist eine CVP-Hochburg. Die FDP musste immer kleinere Brötchen backen. Aber ich kandidiere als Peter Dittli. Zudem ist die Ausgangslage anders als vor vier Jahren.

Die SVP will Sie wählen. Reicht das, um die CVP zu schlagen?

Dittli: Ich bin gespannt, ob wir miteinander unser Ziel erreichen. Mir ist aber auch bewusst, dass ich auf Stimmen von links und aus dem CVP-Lager angewiesen bin, damit es reicht.

Susan Staub und Sie sind Konkurrenten. Wie kommen Sie damit klar?

Dittli: Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Das war vor vier Jahren dasselbe. Ich habe mich mit Roman Staub vor und nach den Wahlen hervorragend verstanden. Auch jetzt beeinträchtigt es unsere Arbeit absolut nicht.

Nach der Niederlage vor vier Jahren haben Sie gesagt, dass Sie sich ein halbes Jahr Bedenkzeit geben und sich einen Rücktritt überlegen werden. Wie sieht das nun aus?

Dittli: Ich kann mich noch gut an die Situation erinnern. Ich war damals sehr aufgewühlt. Heute weiss ich, dass ich auch nach einer Nichtwahl zum Gemeindepräsidenten im Amt bleiben werde.

Sie sind seit zwölf Jahren Schulpräsident. Was waren die Meilensteine?

Dittli: Unter anderem haben wir unser Schulleiterteam von fünf auf drei Personen reduziert. Diese Pensenumlagerung ermöglicht eine sinnvolle Aufteilung von Führungs- und Unterrichtsaufgaben. Ein Meilenstein war auch der Start der Schulinsel, die wir nun nach einer dreijährigen Pilotphase definitiv einführen konnten.

Schulinsel?

Dittli: Früher wurden Kinder bei auffälligem Verhalten vor die Tür gestellt. Die Schulinsel ist genau dafür da: Hat ein Kind im Unterricht Probleme und stört die Klasse, wird es in der Schulinsel individuell betreut.

Weshalb haben Sie die Schulabteilung übernommen?

Dittli: Ich gebe zu: Es war nicht mein Wunschdikasterium. Vor zwölf Jahren wurden drei neue Gemeinderäte gewählt. Mir blieb die Schule. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass es eine sehr interessante Abteilung ist. Bildung ist eines der wichtigsten Güter unseres Landes. Es macht Freude, einen Beitrag dafür zu leisten.

Was sind die zukünftigen Aufgaben?

Dittli: Eine Aufgabe sind Planung und Umsetzung der Neugestaltung des 9. Schuljahrs Sek I plus. Zudem wird uns die Schulraumplanung intensiv beschäftigen. Aber anders als in den anderen Gemeinden. Denn entgegen den Erwartungen nehmen die Schülerzahlen bei uns nicht zu. Eine externe Firma prüft deshalb derzeit, welche Schulräume wir anderweitig nutzen oder vermieten können.

Menzingen ist abhängig vom Zuger Finanzausgleich. Sind Sie manchmal neidisch auf andere Gemeinden?

Dittli: Neidisch? Nein. Es freut uns, wenn es den anderen Gemeinden finanziell gut geht, so können wir als Nehmergemeinde nur profitieren. Aber man hätte schon Visionen, die leider nicht finanzierbar sind.

Welche denn?

Dittli: Ich würde mich über ein Musikschulhaus freuen. Aber jetzt bauen wir zuerst den Werk- und Ökihof. Vielleicht reicht es ja in der übernächsten Legislatur.

Der Schulstandort wird mit dem Ausbau der Kanti gestärkt. Was bedeutet das für die Gemeinde?

Dittli: Das ist unglaublich wichtig. Wir sind glücklich, dass der Standort Menzingen beibehalten wird.

Was wären Ihre Ziele als Gemeindepräsident?

Dittli: Wir müssen zum Naherholungs­gebiet Sorge tragen und das Vereinsleben pflegen und stärken. Mein persönliches Ziel ist es, für Wünsche der Bevölkerung immer ein offenes Ohr zu haben und befriedigende Lösungen zu finden. Wichtig ist mir auch, dass wir die jetzige Kultur im Gemeinderat behalten können. Deshalb hoffe ich, dass alle drei Bisherigen wieder gewählt werden. Wir sind ein gutes Team.