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MENZINGEN: Rätselraten um Sprayereien

Neue Bilder und Schriftzüge zieren das Clubhaus des Fussballvereins in der Chrüzegg. Im Dorf fragt man sich, wer dafür verantwortlich ist. Obwohl die Malereien gut ankommen, ist die Sache heikel.
Rahel Hug
«Da waren Profis am Werk», sagt Michael Meyer, Präsident des SC, zum neuen Fassadenschmuck. (Bild: Werner Schelbert (Menzingen, 28. August 2017))

«Da waren Profis am Werk», sagt Michael Meyer, Präsident des SC, zum neuen Fassadenschmuck. (Bild: Werner Schelbert (Menzingen, 28. August 2017))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Von wem stammen die neusten Sprayereien an der Fassade des Clubhauses des SC Menzingen? Diese Frage wird im Dorf derzeit heiss diskutiert. Michael Meyer, der Präsident des Fussballvereins, wird immer wieder darauf angesprochen und muss sich erklären. «Die Leute kommen auf mich zu und wollen wissen, ob wir vom Verein aus die Wandmalereien organisiert haben. Doch das ist nicht der Fall. Ich habe keine Ahnung, wer dafür verantwortlich ist.»

Das Besondere an den neuen Graffiti im Unterschied zu älteren Sprayereien am Gebäude in der Chrüzegg: Sie gefallen. «Endlich einmal etwas Schönes» oder «hammermässig», sind Rückmeldungen, die Meyer aus der Bevölkerung erhalten hat. Auch Ernst Vogel, der Wirt des Clubhauses, freut sich über die optische Veränderung: «Ich finde, die Fassade sieht super aus», sagt er. «SC Menzingen 1954» steht in fetten Lettern und in den Clubfarben Grün und Weiss über der Zuschauertribüne. Rechts davon ziert ein Bild einer jubelnden schwarzen Menge die rosarote Wand. Weitere Flächen wurden mit Schlagworten wie «Verbundeheit», «Mitenand», «Respäkt» und «Liideschaft» beschrieben. «Die Urheber haben ihr Handwerk im Griff», ist Michael Meyer überzeugt. «Da waren Profis am Werk.» Er sei am 16. Juli auf die Malereien am Gebäude aufmerksam gemacht worden. «Seitdem herrscht grosses Rätselraten – im Sportclub und im Dorf.»

Gemeinde nimmt keine Stellung

Er führe bereits seit längerem Gespräche mit der Gemeinde über die Idee, die Fassade des älteren Gebäudeteils aufzufrischen, erzählt Meyer. «Ein Projekt war für nächstes Jahr vorgesehen.» Nun kamen die anonymen Sprayer der Gemeinde zuvor. Doch obwohl der neue Fassadenschmuck bei vielen Menzingern und der Fussballgemeinde Anklang findet, ist die Angelegenheit heikel. «Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen schön und nicht schön», sagt Michael Meyer. Fakt ist nämlich, dass für die Sprayereien kein Projekt und auch keine Bewilligung vorlag. Dass es nun in dieser Sache «Lämpe» geben könne, war denn auch der erste Gedanke des Präsidenten, als er davon erfahren hat. «Ich dachte mir bald einmal, dass die Gemeinde vielleicht rechtliche Massnahmen ergreifen wird. Ich würde es den Behörden nicht übel nehmen. Doch es wäre natürlich schön, wenn man hier den gesunden Menschenverstand walten lassen könnte.» Die Einwohnergemeinde ist die Eigentümerin des Gebäudes und des Fussballplatzes. Martin Kempf, Vizepräsident und Bauvorsteher, will sich auf Anfrage nicht zur Angelegenheit äussern. «Wir können momentan keine Stellung nehmen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt», sagt er.

Fest steht, dass bei der Zuger Polizei bislang keine Anzeige eingegangen ist. Dies bestätigt die Medienstelle auf Anfrage.

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