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MENZINGEN: Rettet die Feldlerche, bevor es zu spät ist

Der Bestand der Feldlerche ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Den Vogel zu schützen und zu fördern, ist das Ziel eines neuen Projektes – dabei gibt es jedoch Herausforderungen.
Rahel Hug
Daniel Schillig, Präsident des Vernetzungsprojekts, Landwirt Richard Zurbrügg und Dominik Iten, Präsident des Zuger Vogelschutzes (von links) montieren eine Infotafel bei der Zufahrtsstrasse zum Hof Frohbüel. (Bild: Maria Schmid (Menzingen, 3. Juli 2017))

Daniel Schillig, Präsident des Vernetzungsprojekts, Landwirt Richard Zurbrügg und Dominik Iten, Präsident des Zuger Vogelschutzes (von links) montieren eine Infotafel bei der Zufahrtsstrasse zum Hof Frohbüel. (Bild: Maria Schmid (Menzingen, 3. Juli 2017))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Sie ist etwa so gross wie ein Fink, braun gestreift, wiegt rund 40 Gramm – und gilt laut Informationen der Vogelwarte Sempach als «potenziell gefährdet». Die Rede ist von der Feldlerche. Im Kanton Zug kommt der Vogel nur noch in einem Gebiet vor, nämlich auf der Hochfläche zwischen Hasental und Schurtannen in Menzingen. Beim kantonalen Brutvogelinventar 2010/11 wurden hier 13 Brutreviere gezählt. 2016 waren es noch sechs Brutpaare, und in diesem Frühling wurden laut Dominik Iten, Präsident des Zuger Vogelschutzes, lediglich eines bis zwei gesehen.

«Wir dürfen nicht warten, bis es zu spät ist», dachten sich die Verantwortlichen des Vogelschutzes und des Vernetzungsprojektes Moränenlandschaft Menzingen Neuheim. Das Ziel des kürzlich gestarteten Feldlerchenprojekts: den Bestand schützen und fördern – und die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.

Informationstafeln und Beitragszahlungen

Den Startschuss bilden drei Infotafeln, die im rund 190 Hektaren grossen Projektperimeter aufgestellt wurden. Hier erfahren Interessierte etwa, dass eine Feld­lerche – sie ist ein so genannter Bodenbrüter – zwei bis drei erfolgreiche Bruten im Jahr braucht, um ihren Bestand zu sichern. Ausserdem benötigt sie für eine erfolgreiche Brut mindestens sechs bis sieben Wochen ohne einschneidende landwirtschaftliche Massnahmen. «Dass die Feldlerche hier überlebt, ist den Landwirten zu verdanken, die ihr Land extensiv nutzen», erklärt Daniel Schillig, Präsident des Vernetzungsprojekts. «Wir wollen diese Bauern für ihr Engagement belohnen.» Mit Hilfe von Beitragszahlungen möchten die Verantwortlichen Verbesserungen für das bedrohte Tier erwirken. Im Projektbeschrieb heisst es: «Mit diesem Vorgehen soll im Vergleich zu anderen Beitragssystemen das Erreichen eines Ziels ‹honoriert› werden und nicht das Ausführen von bestimmten Massnahmen, von denen unklar ist, ob sie überhaupt Wirkung zeigen.»

Das Vernetzungsprojekt, an dem sich fast alle Landwirte aus Neuheim und Menzingen beteiligen, leistet eine Anschubfinanzierung. «Es war uns wichtig, mit dem Projekt zu starten, bevor die letzte Feldlerche verschwunden ist. Für die fortlaufende Dauer versuchen wir, das Geld aufzutreiben», legt Dominik Iten dar. Und Daniel Schillig fügt an: «Wir versuchen seit längerem, auch den Kanton für unsere Idee zu begeistern. Doch leider stossen wir auf taube Ohren.» Das Projekt mit dem offiziellen Namen «Förderung der Bodenbrüter mit faunistisch abgestützten Qualitätsbeiträgen im Gebiet Schurtannen» wird durch die Firma Orniplan AG wissenschaftlich begleitet. Es läuft im Zeitrahmen, auf den auch das Vernetzungsprojekt ausgelegt ist, also bis Ende 2022. Ein erster Zwischenbericht soll Ende 2019 vorgelegt werden. Für Richard Zurbrügg, der auf dem Hof Frohbüel bauert, ist die Förderung der Feldlerche eine Selbstverständlichkeit. «Weil ich hier wenig mähe, kann sie ungestört brüten», erklärt er und zeigt auf eine weitläufige, baumfreie Wiese. «Morgens und abends kann man den charakteristischen Gesang des Vogels hören.»

Einen Beitrag können auch Spaziergänger leisten: «Zum Beispiel, indem sie ihre Hunde nicht frei auf den Feldern laufen lassen», wie Dominik Iten ausführt. Denn auch Vierbeiner können, neben landwirtschaftlichen Maschinen, die Brutplätze der Feldlerchen zerstören.

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