MENZINGEN: Schlumpfine träumt von einem menschlichen Wesen

Die Menzikus-Gugger halten der Bevölkerung den Spiegel vor. Unzulänglichkeiten werden schonungslos aufgedeckt. Und ein Stargast haut in die gleiche Kerbe.
Martin Mühlebach
Rob Spence unterhielt die Fasnächtler in der Schützenmatt in Menzingen bestens (Bild: Christian H. Hildebrand (Zuger Zeitung))

Rob Spence unterhielt die Fasnächtler in der Schützenmatt in Menzingen bestens (Bild: Christian H. Hildebrand (Zuger Zeitung))

Der 47. Bergspiegel unter dem Motto «Comicwält – wo Träum wahr wärdid», der am Donnerstag in der prall gefüllten Schützenmatt in Menzingen zelebriert wurde, sprühte vor Witz und Humor. Papa Schlumpf (Mäsi Hegglin), Schlumpfine (Claudia Schatt), Goofy (Claudio Röllin) und der Geissenzüchter (Reto Christen) deckten die Unzulänglichkeiten der Bergbevölkerung schonungslos auf.

So war zu erfahren, dass der Polizist Edy Gugolz mit seinem Wohnmobil in London ein wegen eines geplatzten Reifens ein Verkehrschaos auslöste und wenig später auf dem Campingplatz für einen totalen Stromausfall sorgte. Schallendes Gelächter brach aus, als der Bergspiegel verriet:

«Ja, de Campingplatz lit im Dunkle. Und verantwortlich sig de Edy, tued mer munkle. Wüsse tueds keine gnau, nur de Edy sälber hed’s gmerkt: Bi de Abfahrt isch sis Kabel immerno i de Ladestation g’steckt.»

Da noch immer nicht feststeht, wer die kunstvollen Graffitis am Clubhaus des SC Menzingen geschaffen hat, stellte der Bergspiegel ein Ausschlussverfahren an und kam zum Schluss:

«De Täter chund usem Chreis vo de ehemalige Menzikus. Und jetzt fallt’s vielleicht au euch wie Schuppe vo de Auge: Das cha doch niemer anders gsi si, als de Yvo vos Staube.»

Lara Zürcher und Melina Wyss bekamen ihr Fett ab, weil sie in ihrem Auto eine CD in die falsche Buchse steckten, was fatale Folgen hatte. Der Bergspiegel verriet:

«Das Navi-Grät vo ihrem VW Sharan isch wäg de Lara und de Melina au über de Jordan. Ihri Musig-CD händ’s äbe nöd ine CD-Player igleid, sondern is Navi-System und das hed das gar nöd vertreid.»

Insgesamt sind im diesjährigen Bergspiegel 43 amüsante Geschichten nachzulesen. «So viele hatten wir noch nie», betont Mäsi Hegglin.

Rob Spence läuft zur Hochform auf

Der als Stargast angekündigte Comedian Rob Spence sagte unserer Zeitung schon vor seinem Auftritt: «An der Fasnacht sind die Leute gut drauf. Ich freue mich, meinen Beitrag zur guten Laune leisten zu können.» Der seit sechs Jahren in Zug wohnhafte, mit einer Schweizerin verheiratete Comedian und Vater von zwei Kindern, lief sofort zur Hochform auf. Das Publikum spendete mehrmals Applaus auf offener Szene, als Rob Spence die Aargauer, die Appenzeller, die Österreicher, die Australier und sich selbst auf unnachahmliche Art und Weise auf die Schippe nahm. Zur Heirat mit seiner Frau meinte er: «Ich habe sie nicht wegen des roten Passes geheiratet. Ich war scharf auf ihre Cumulus-Karte. In der Zwischenzeit klaute ein Dieb die Karte, aber ich habe keine Anzeige erstattet. Der Dieb gibt weniger aus als meine Frau.» Weiter meinte Rob Spence: «In der Schweiz gibt es wie in Australien viele Regeln. Und doch gibt es einen gravierenden Unterschied: In der Schweiz werden die Regeln ernst genommen.»

Die weinende Schlumpfine, die zu Beginn der Veranstaltung von einem menschlichen Wesen träumte, obschon ihr Papa Schlumpf sagte, Schlümpfe könnten nicht mit menschlichen Wesen zusammenkommen, konnte wieder lachen: Mit dem Erscheinen von Rob Spence, der am 21. November in der Zuger Chollerhalle zu sehen sein wird, wurden ihre Träume wahr. Ganz gemäss dem Motto des Bergspiegels.

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

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