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MENZINGEN: Schulschliessung: Verein lanciert Abstimmungskampf

Wie geht es weiter mit der Schule Finstersee? Über diese Frage wird im März an der Urne entschieden. Das Vorgehen des Gemeinderats löst im Dorfteil Kritik aus – einmal mehr.
Rahel Hug
Die Schule in Finstersee leidet unter Schülermangel – jetzt droht die Schliessung. (Bild: Maria Schmid (Menzingen, 4. Mai 2016))

Die Schule in Finstersee leidet unter Schülermangel – jetzt droht die Schliessung. (Bild: Maria Schmid (Menzingen, 4. Mai 2016))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

In der langen Geschichte um die mögliche Schliessung der Schule Finstersee wird bald ein neues Kapitel geschrieben: Am 4. März nämlich wird die Menzinger Bevölkerung über die Zukunft der Schule im Ortsteil an der Urne entscheiden.

Der Verein Finstersee.ch und die zum Verein zugehörige Gruppe Mitenand pro Schule haben kürzlich die Abstimmungskampagne eröffnet: Eine Delegation aus Finstersee hat dem Gemeindepräsidenten Peter Dittli (FDP) den Kontra-Text für das Abstimmungsbüchlein überreicht.

Der kulturelle und gesellschaftliche Antrieb

«Durch Zentralisierung und Rationalisierung verschwinden immer mehr Arbeitsstellen und Dienstleistungen», heisst es darin. «Dagegen wehrt sich Finstersee, indem es seine Schule erhalten will.» Zudem stehe eine Schliessung im Widerspruch zu den Erkenntnissen und Empfehlungen des öffentlichen Mitwirkungsverfahrens, das im Frühjahr 2016 abgeschlossen wurde. Ein Ja zur Schulschliessung würde Finstersee «unumkehrbar in seiner Existenz bedrohen», schreiben die Initianten weiter. Die Schule sei ein Erkennungsmerkmal des Dörfchens und bilde den kulturellen und gesellschaftlichen Antrieb für das Dorfleben.

Doch weshalb genau soll nun an der Urne über die Schule abgestimmt werden? Dies nach dem Mitwirkungsverfahren, in dem von einem Urnengang nicht die Rede gewesen war? Und wie sieht der Standpunkt des Gemeinderats in dieser Sache aus? Solche Fragen stellen sich Brigitte Blättler, die Leiterin der Gruppe Mitenand pro Schule und Mutter eines Finsterseer Schulkindes, und ihre Mitstreiter – und üben Kritik am Gemeinderat. Mit der Ankündigung vom vergangenen Februar, über die Schliessung werde an der Urne abgestimmt, sei ihre Gruppe «kalt geduscht» worden, sagt Blättler. «Und obwohl wir immer wieder beim Gemeinderat angeklopft haben, erhielten wir keine Informationen über seine Argumente und das weitere Vorgehen.» Auch die Initiative für den Text zur Abstimmung sei vom Verein gekommen. «Ich glaube nicht, dass der Gemeinderat uns von sich aus eingeladen hätte.»

Um eine öffentliche Diskussion zum Thema zu ermöglichen, organisiert der Verein am 30. Januar ein Podium. Für die Moderation konnte der Kommunikationsberater Iwan Rickenbacher gewonnen werden, der Ort wird noch bekannt gegeben. «Wir kämpfen weiter», kündigt Brigitte Blättler an. Man habe sich auch schon Gedanken über das weitere Vorgehen bei einem Ja zur Schliessung gemacht. «Denkbar wäre etwa eine Tagesschule.»

Der Gemeinderat will sich noch nicht äussern

Und wie äussert sich der Gemeinderat zum Thema? Welche Argumente wird er im Vorfeld der Abstimmung darlegen? Antworten auf diese Fragen gibt es zurzeit nicht. Der Gemeinderat werde sich zu einem späteren Zeitpunkt äussern, sagt die Gemeindeschreiberin Petra Poletti. Sie bestätigt lediglich, wie die Abstimmungsfrage formuliert sein wird: Die Bevölkerung wird Ja oder Nein sagen können zur Schliessung der Schule in Finstersee.

Das Ringen um die Schule in Finstersee begann Ende 2014, als der Gemeinderat bekannt gab, künftig auf den Schulstandort zu verzichten. Das Schulhausge­bäude ist sanierungsbedürftig, und die Mindestanzahl Schüler für eine Klasse wird jeweils nur knapp erreicht. Die vom Gemeinderat geplante Schliessung wurde daraufhin mit einer Motion und einer Petition bekämpft. Es folgte eine Mitwirkung mit dem Ergebnis, dass unter anderem für den Standort Finstersee eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden soll. Die Vorlage wurde aber an der Gemeindeversammlung verworfen, wie auch die abgespeckte Variante einige Monate später. Mit der Urnenabstimmung soll die Frage über die Zukunft der Schule in Finstersee ein für alle Mal geklärt werden.

Und wie steht es um die Schulraumplanung im Zentrum? Petra Poletti äussert sich dazu wie folgt: «Momentan ist die vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe daran, die weiteren Schritte zu planen. Sobald Konkretes vorliegt, wird der Gemeinderat wieder informieren.»

Hinweis

Weitere Informationen gibt es unter www.finstersee.ch

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