MENZINGEN: Sie lassen den Wilden Westen aufleben

Das Koboy-Fäscht in der Schurtannen geht morgen in eine weitere Runde. Danach ziehen sich die organisierenden Bärgsoftis zurück. Gut möglich jedoch, dass das Fest weiterlebt.

Rahel Hug
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Andri Capol (links) und Mathias Schelbert packen beim Aufbau kräftig mit an. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 6. Juni 2017))

Andri Capol (links) und Mathias Schelbert packen beim Aufbau kräftig mit an. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 6. Juni 2017))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

«Wir machen so lange weiter, bis es einmal nicht mehr regnet» – das sagten sich die Organisatoren des Menzinger Koboy-Fäschts, als sie den Anlass vor zwei Jahren zuletzt auf die Beine stellten. Denn von der ersten Ausgabe im Jahr 2005 an regnete es jedes Mal. 2015 tröpfelte es zwar nur ein bisschen – aber die Bärgsoftis, wie die Gruppe von jungen Menzingern heisst, hielten Wort: Sie planten eine weitere Ausgabe des beliebten Anlasses. Morgen Samstag ist es wieder so weit: Das Koboy-Fäscht auf dem Hof Schurtannen 2 geht in die nächste Runde (siehe Hinweis).

Die Wetterprognosen für das Wochenende sind gut – und das bedeutet, dass sich die neun Jungs von den Bärgsoftis danach endgültig aus der Organisation zurückziehen. Doch davon später. Seit rund zwei Wochen laufen die Aufbauarbeiten auf dem Festgelände südlich des Ortszentrums. Entstanden ist eine richtige Westernstadt, beste­hend aus Saloon, Steak House und Sheriff’s Office. «Wir haben gemäss den Angaben unseres Bauchefs Mathias Schelbert 680 Schaltafeln, 220 Kanthölzer und 4000 Schrauben verbaut», erzählt Reto Elsener, der Präsident des 2003 gegründeten Vereins. Damals setzte die Gruppe die Idee eines eigenen Fasnachts­wagens in die Tat um, und zwei Jahre später folgte das erste Koboy-Fäscht. Im Laufe der Zeit ist die Party immer grösser geworden. Laut Reto Elsener werden bis zu 1200 Leute erwartet. «Wir haben uns einen Namen gemacht. Es kommen auch Leute aus dem Aargau, aus Schwyz oder Luzern nach Menzingen. Ausserdem ist es ein Fest für Jung und Alt», erklärt der 29-Jährige, der auf dem Hof in der Schurtannen aufgewachsen ist. Kleinkinder seien ebenso willkommen wie Rentner. Nicht ohne Grund beginnt das Fest jeweils schon um 19 Uhr. «So können wir auch den Familien etwas bieten. Zudem gibt es Grillspezialitäten, ein grosses Salatbuffet und Pommes frites», sagt Elsener. Ab 21 Uhr wird im Saloon die Schwyzer Band Just for Fun ihre Hits zum Besten geben. Es versteht sich von selbst, dass die Truppe sich dem Country-Rock verschrieben hat. Denn der Name ist am Koboy-Fäscht Programm: Zahlreiche Gäste kommen verkleidet auf das Fest­gelände. So auch das neunköpfige Organisationskomitee: Die Männer werden sich als Cowboy, Sträfling, Trapper und weitere Figuren aus dem Wilden Westen unter das Festvolk mischen.

Ein Fest dieser Dimension ist eine aufwendige Sache. Das haben die Bärgsoftis zunehmend gespürt. «Die Vorbereitungen sind sehr zeitintensiv», weiss Reto Elsener. «Obwohl wir und unsere zahl­reichen Helfer ein eingespieltes Team sind: Bis alles einmal steht, ist es ein echter Chrampf.» Die «tolle Stimmung» am Fest belohnt die Organisatoren für ihren Aufwand – und trotzdem ist es für sie Zeit, nach sieben Ausgaben aufzuhören. «Wir sind inzwischen alle beruflich stark eingebunden. Ausserdem sind wir nicht mehr die Jüngsten», sagt der selbstständige Schreiner mit einem Lachen.

Im Gespräch mit allfälligen Nachfolgern

Bedeutet dies das Ende des Koboy-Fäschts? Nicht unbedingt. «Wir sind mit einer Clique im Gespräch, die sich vorstellen könnte, die Organisation zu übernehmen», so Elsener. «In diesem Fall würden wir die Neuen tatkräftig unterstützen.» Doch zuerst werden die Bärgsoftis morgen noch einmal kräftig feiern: hoffentlich ohne Regen, denn sonst haben sie ein echtes Problem.

Hinweis

Das Koboy-Fäscht in der Schurtannen findet morgen Samstag, 10. Juni, statt und beginnt um 19 Uhr. Besucher bezahlen bis 20 Uhr 10 Franken, ab 20 Uhr beträgt der Eintritt 15 Franken. Weitere Infos: www.bärgsoftis.ch