Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

MENZINGEN: «Überraschend» und mysteriös

Erst eineinhalb Jahre ist er als Gemeindeschreiber im Amt – nun muss Beat Gähwiler die Berggemeinde schon wieder verlassen.
Wolfgang Holz
«Wir wollen nicht, dass etwas nach aussen getragen wird.» Peter Dittli, Gemeindepräsident

«Wir wollen nicht, dass etwas nach aussen getragen wird.» Peter Dittli, Gemeindepräsident

«Der Gemeinderat von Menzingen und Gemeindeschreiber Beat Gähwiler haben sich einvernehmlich geeinigt, das Arbeitsverhältnis per 31. August zu beenden. Das Amt des Menzinger Gemeindeschreibers wird voraussichtlich frühestens Anfang 2016 wieder besetzt sein.»

Dittli schweigt sich aus

So nüchtern und gleichzeitig mysteriös liest sich die Medienmitteilung, die der Gemeinderat Menzingen gestern verschickte. Was ist da bloss vorgefallen? Gemeindepräsident Peter Dittli bringt kein Licht ins Dunkel, obwohl er sich als «Kontaktperson» für die Medien extra ins Spiel bringt. «Wir wollen nicht, dass etwas nach aussen getragen wird», sagt der FDP-Politiker. Auch der Rest des Gemeinderats schweigt eisern über die Trennung von Menzingens Exekutive und Gemeindeschreiber Beat Gähwiler.

«Ausgewiesener Fachmann»

Dabei hatte der 47-Jährige, der in Langnau am Albis wohnt, erst im März 2014 sein Amt als neuer Gemeindeschreiber der Zuger Berggemeinde angetreten. Und Beat Gähwiler verfügt über eine langjährige Berufserfahrung als Gemeindeschreiber und Unternehmensberater. Zuletzt war er als Stadtschreiber-Stellvertreter der Stadtkanzlei Zürich tätig. «Die Gemeinde Menzingen konnte mit ihm einen ausgewiesenen Fachmann als neuen Gemeindeschreiber gewinnen», heisst es noch euphorisch in den Informationen aus dem Rathaus im September 2013. Nun ist alles Schall und Rauch. Was also ist passiert?

Gähwiler selbst gibt sich ebenso wortkarg wie der Menzinger Gemeinderat. Gestern Nachmittag am Telefon auf die Trennung angesprochen, verweist der Langnauer nur auf die Medienmitteilung: «Da steht alles drin.» Doch da steht eben nichts Konkretes. Auf die Frage, ob es etwa zu Streit gekommen sei, meint man, am Hörer ein gehauchtes Ja zu vernehmen. Doch dann, so präzisiert Gähwiler sofort: «Ich kann dazu nichts sagen.»

Fakt ist, dass der Abgang Gähwilers, so einvernehmlich oder uneinvernehmlich die beiden Parteien sich von einander getrennt haben mögen, sehr plötzlich für viele kommt. Martin Mengis, Gemeindeschreiber in Cham, hat letzte Woche noch ein Mail von Gähwiler erhalten. «In diesem Mail war überhaupt nichts von einem baldigen Abgang zu vermuten, es handelte sich um eine Umfrage.» Auch für Monika Barmet, CVP-Kantonsrätin aus Menzingen, kommt der Abschied Gähwilers «sehr überraschend: Wir haben letzte Woche noch miteinander gesprochen – da war als Aussenstehende nichts zu spüren.»

Funktion wird ab sofort aufgeteilt

Fakt ist nun, «dass per sofort bis auf Weiteres sich Fabian Arnet, Leiter Erbschaftsamt, und Erich Schranz, Leiter Finanzabteilung, die Funktion des Gemeindeschreibers teilen», wie es in der Medienmitteilung des Menzinger Gemeinderats weiter heisst. «Die beiden Gemeindeschreiber-Stellvertreter werden für die Übergangszeit die anstehenden Arbeiten mit den betroffenen Mit-arbeitenden planen. Dabei haben sie die Weisungsbefugnisse des Gemeindeschreibers.» Gähwiler gibt der Gemeinderat noch beste Wünsche mit auf den Weg: «Der Gemeinderat dankt ihm für seine verdienstvolle Tätigkeit und wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute.»

Wolfgang Holz

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.