MENZINGEN: Um viele Erfahrungen reicher

Zuger Kantonsschüler haben in Indien eine spannende Zeit erlebt. Die Gastfreundschaft der Austauschfamilien werden sie in besonderer Erinnerung behalten – genauso wie das vielfältige Essen.

Rahel Hug
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Das Gruppenfoto vor dem weltberühmten Taj Mahal durfte natürlich nicht fehlen. (Bild: PD)

Das Gruppenfoto vor dem weltberühmten Taj Mahal durfte natürlich nicht fehlen. (Bild: PD)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Indien gehört zu den grössten und bevölkerungsreichsten Staaten der Erde. Gleichzeitig gilt es als Land der Extreme und der Gegensätze – der boomenden Wirtschaft steht eine grosse Armut gegenüber, die Umweltverschmutzung ist massiv, während indische Feste an Farbenpracht und Heiterkeit kaum zu überbieten sind. Eine Fülle von unterschiedlichsten Gerüchen und Geräuschen dominiert den indischen Alltag – sei es in der Stadt oder in den ländlichen Gebieten.

Ihre eigenen Eindrücke des fernen Landes durften Schüler des Maturajahrs der Kantonsschule Menzingen sammeln. Im Rahmen eines Austauschprojektes haben sie zehn Tage im südasiatischen Land verbracht. Die Jugendlichen aus Neu-Delhi und die Schweizer Schüler haben sich bereits im vergangenen Herbst kennen gelernt. Dann waren die Inder in Zug zu Gast (Ausgabe von 11. November 2016). Von 4. bis 14. Januar fand nun der Gegenbesuch statt.

Die Gastfreundschaft war ein Highlight

Die Menzinger Schüler sind seitdem um einige Erfahrungen reicher: Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch des weltberühmten Taj Mahal, der Stadt Jaipur, des ältesten Marktes von Delhi, Chandni Chowk, aber auch eine Yoga-Lektion, ein Cricketmatch und viele gemeinsame Stunden bei und mit den Gastfamilien.

Die Gastfreundschaft ihrer neu gewonnenen Freunde war für viele Schüler eines der Highlights. «Meine Gastfamilie war sehr herzlich und hat zusätzlich noch Ausflüge mit mir gemacht. Zum Beispiel haben wir ein indisches Musical besucht, was sehr spektakulär war», berichtet Flavia Müller. Als «unglaublich aufgeschlossen und grosszügig» hat ihre Kollegin Seraina Auf der Maur die Inder erlebt. Ihre Mentalität sei faszinierend und ihre Kultur sehr farbig und fröhlich. Petar Krnjic war überrascht von der Vielfalt des indischen Essens. «Es gibt so viele Arten von vegetarischen Speisen, von denen ich bisher noch nichts gehört habe», so der Schüler. «Man ass bei jeder Mahlzeit mehr, als man eigentlich essen konnte», fügt Giacomo Alberici an – das zeigt wohl, dass dem jungen Mann die indische Küche geschmeckt hat. Negativ aufgefallen ist den jungen Zugern die Umweltverschmutzung. «Das Ausmass der Abfälle und die schlechte Luft kann man sich hier gar nicht vorstellen», sagt Flavia Müller. Ähnlich ging es Kevin Keiser: «Obwohl ich darauf vorbereitet war: Die Umweltverschmutzung und der Smog überstiegen alle meine Erwartungen.» Ihn hat auch noch etwas anderes überrascht: «Ich wurde mit blonden Haaren und blauen Augen überall angestarrt und fotografiert.» Was die Unterschiede zwischen den beiden Kulturen betrifft, sind sich die befragten Schüler in einem Punkt einig: die Pünktlichkeit. «Wenn man nach Schweizer Verhältnissen zu spät ist, ist man in Indien immer noch überpünktlich», sagt Seraina Auf der Maur.

Insgesamt war der Austausch für die Menzinger Kantischüler ein ganz besonderes Erlebnis: «Durch das Projekt hat sich mein Sichtfeld geöffnet, und ich wurde offener für neue Erfahrungen», sagt etwa Michael Strickler. Die befragten Schüler wollen, vorwiegend über Whatsapp, mit ihren Gastschülern in Kontakt bleiben.

Der Besuch sei ein grosser Erfolg gewesen, sagt auch Lehrer Peter Zwicky, der den Austausch mitorganisiert hat. «Die Schülerinnen und Schüler haben unschätzbare Erfahrungen machen können, welche sie nie vergessen werden.» Für diese Erinnerungen nimmt man wohl auch einige Abstriche beim Wohlbefinden in Kauf: Fast 30 Prozent der Gruppe hatten mindestens einen halben Tag lang mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen.