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MENZINGEN: Unterstützung für Asylsuchende

Im Mai eröffnet der Bund auf dem Gubel ein Asylzentrum. Eine Gruppe will seinen Bewohnern helfend zur Seite stehen.
Rahel Hug
«Es gibt niemanden, der ihnen den Weg zeigt.» Marianne Aepli, IG Zentrum Gubel. (Bild: pd)

«Es gibt niemanden, der ihnen den Weg zeigt.» Marianne Aepli, IG Zentrum Gubel. (Bild: pd)

Ab dem 4. Mai werden in Menzingen bis zu 120 Asylbewerber einziehen. Das Bundesamt für Migration (BFM) wird in der Truppenunterkunft Gubel während maximal dreier Jahre ein Asylzentrum führen. Neben vielen kritischen Stimmen gibt es im Dorf auch Personen, die sich um die Flüchtlinge kümmern wollen. Zum Beispiel eine Gruppierung, die sich bereits im vergangenen Jahr formiert hat und mittlerweile über 20 Mitglieder zählt. Die «Interessengruppe Zentrum Gubel Menzingen» hat sich zum Ziel gesetzt, die Zeit der Menschen, die für kurze Zeit im Asylzentrum leben, mit positiven Erlebnissen zu bereichern.

Vertreter aus der Kirche

Entstanden ist die Idee, sich in diesem Rahmen für die Asylbewerber einzusetzen, im letzten Jahr in den Reihen der Alternative-die Grünen Menzingen. Zu den Initiantinnen gehört Marianne Aepli, die neue Präsidentin der Ortspartei. «Etwa 95 Prozent der Asylbewerber werden während ihrer Zeit auf dem Gubel einen negativen Asylentscheid bekommen», sagt sie. In dieser schwierigen Phase sollten die Menschen nicht bloss Ablehnung erfahren, findet Aepli. Ihre Ortspartei ist deshalb aktiv geworden, hat verschiedene Leute ins Boot geholt und die IG ins Leben gerufen.

Inzwischen sei die Interessengruppe längst keine Parteigruppe mehr, betont Marianne Aepli. Denn die Zusammensetzung sei breit gefächert. In der Gruppierung sind neben Privatpersonen auch Vertreter der reformierten Kirche sowie drei Schwestern vom Heiligen Kreuz aus dem Institut Menzingen aktiv. «Wir haben zudem eine externe Fachperson beigezogen, die uns beratend zur Seite steht», informiert Marianne Aepli. Die IG Zentrum Gubel Menzingen hat sich bereits mehrmals getroffen und dabei verschiedene Handlungsfelder definiert, die sie nun verfolgen will. So nehmen sich die ehrenamtlich tätigen IG-Mitglieder unter anderem der Themen Umgebung und Räumlichkeiten, Bewachung und Betreuung, Schulung von Kindern, Seelsorge, Rechtsberatung sowie Aktivitäten und Begegnungsräume an. Marianne Aepli macht ein Beispiel, wie man den jungen Männern, Frauen und Kindern konkret helfen will: «Die Asylbewerber kommen mit dem öffentlichen Verkehr im Dorf an. Dann müssen sie bis zur Unterkunft etwa 40 Minuten laufen. Von offizieller Seite gibt es niemanden, der ihnen den Weg zeigt.» Das Ziel sei, den Menschen bereits am Anfang bei der Orientierung zu helfen und sie allenfalls auf dem Weg zu begleiten.

Tag der offenen Tür

Weiter werde die reformierte Kirche einen Seelsorger stellen und dabei versuchen, einen interreligiösen Dialog zu ermöglichen. Zudem laufen laut Marianne Aepli Gespräche, inwieweit es möglich ist, die Asylbewerber in ihrer Unterkunft zu besuchen und dabei nach Möglichkeiten die lokalen Institutionen und Vereine einzubinden. Eine Idee sei auch, das Asylzentrum an einem «Tag der offenen Tür» möglichst noch vor der Eröffnung für die Bevölkerung zugänglich zu machen.

Betreut werden die Asylbewerber im Gubel von der durch den Bund beauftragten externen Firma AOZ aus Zürich, die mit ihren Mitarbeitern vor Ort sein wird. Dass sich deren Betreuung und die Aktivitäten der IG in die Quere kommen, glaubt Marianne Aepli nicht: «Es haben auch schon Gespräche mit der AOZ stattgefunden. Wir wollen ein ergänzendes Angebot leisten.»

Die Vorgaben sind klar

Dass die Abläufe im Asylwesen relativ starr und die Regeln sehr strikt sind, dessen ist man sich bei der IG bewusst. Ob sich dadurch Hürden ergeben, um den Asylbewerbern auf dem Gubel helfend zur Seite zu stehen? «Gewisse Vorgaben müssen wir einfach akzeptieren», erklärt Marianne Aepli. Beispielsweise die Zeiten, zu denen Asylsuchende die Unterkunft nicht verlassen dürfen. Die grüne Politikerin zeigt sich aber überzeugt, dass es viele Möglichkeiten gebe, sich zu engagieren. «Man muss es nur richtig aufgleisen, vorbereiten und koordinieren.»

Rahel Hug

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