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MENZINGEN: Zunächst ziehen hier 20 Flüchtlinge ein

Alles steht bereit: Nächste Woche wird die Truppenanlage Gubel zum Asylzentrum des Bundes.
Luc Müller
Hier in der Truppenunterkunft Gubel werden am nächsten Montag die ersten Asylbewerber einziehen. (Bild Maria Schmid)

Hier in der Truppenunterkunft Gubel werden am nächsten Montag die ersten Asylbewerber einziehen. (Bild Maria Schmid)

Nächsten Montag, 11. Mai, ist es so weit: In der Militäranlage auf dem Gubel ziehen die ersten Asylbewerber ein. Nach Angaben vom Martin Reichlin, stellvertretender Leiter Information und Kommunikation beim Bundesamt für Migration (BFM), werden maximal 120 Asylbewerber auf dem Gubel wohnen. Zunächst werden nächste Woche rund 20 Personen anreisen. Die Unterkunft wird nur für drei Jahre als Bundeszentrum für Asylbewerber in Betrieb sein.

In der Regel vier bis fünf Wochen

Im aargauischen Bremgarten hat im August 2013 das erste Bundeszentrum eröffnet, dessen Betrieb ebenfalls auf drei Jahre beschränkt ist. Mit diesen kurzfristig umgenutzten Zentren hat der Bund in einem ersten Schritt auf den steigenden Bedarf an Unterbringung von Flüchtlingen reagiert. In einem zweiten Schritt wird das ganze Asylverfahren umgestaltet. Der Bund will künftig in sechs Asylregionen je ein Verfahrenszentrum und bis zu drei Ausreisezentren mit insgesamt 5000 Unterbringungsplätzen betreiben. Damit sollen Asylanträge schneller bearbeitet werden können. Ein solches Testzentrum ist seit 2014 in Zürich West in Betrieb.

Rund 60 Prozent der Asylbewerber, die in einem der vier Empfangs- und Verfahrenszentren (Chiasso, Vallorbe, Basel und Kreuzlingen) befragt und untersucht wurden, werden einem der Bundeszentren – wie nun eines auf dem Gubel steht – zugewiesen. Es handelt sich dabei um Asylbewerber, die eher geringe Chancen auf einen positiven Entscheid haben. Die restlichen 40 Prozent, deren Asylantrag angenommen werden dürfte, werden direkt auf die Kantone verteilt.

«Die Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge auf dem Gubel beträgt zwischen vier und fünf Wochen», so Reichlin. In Menzingen werden konkret Asylbewerber wohnen, die noch auf ihren Entscheid warten oder deren Asylantrag bereits abgelehnt wurde und die das Land bald verlassen müssen. Aus welchen Ländern die Gubel-Flüchtlinge stammen, ist unterschiedlich. Grundsätzlich eher aus Ländern wie Georgien oder West- und Nordafrika – denn sie haben geringe Chance auf einen dauerhaften Verbleib in der Schweiz. Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien oder Sri Lanka, die wegen der Lage in ihrem Land derzeit schneller einen positiven Entscheid erhalten, werden eher nicht auf dem Gubel leben.

Firma Securitas ist 24 Stunden da

Schon vor zwei Jahren informierte der Bund den Kanton Zug, dass es eine Zwischennutzung für die Truppenunterkunft geben werde. Das schürte bei den Menzingern Ängste und auch der Gemeinderat zeigte sich nicht nur erfreut über den Entscheid aus Bern. Seit dem revidierten Asylgesetz kann der Bund in seinen Anlagen und Bauten ohne Bewilligung des Kantons oder der Gemeinde Asylunterkünfte einrichten. Besitzer der Truppenunterkunft Gubel ist das Eidgenössische Departement für Verteidigung (VBS), das nun die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Der Betrieb der Asylunterkunft obliegt dem Bundesamt für Migration. Das Gelände der Unterkunft wird in der Zeit bis 2018, in der hier Asylbewerber wohnen, weiter vom Militär genutzt. Tagsüber wird das Militär einen eigenen Zugang nutzen können. Asylzentrum und Truppengelände sind durch eine Hecke und mit Sichtschutz voneinander getrennt. Vor allem die Sicherheit war immer wieder ein Thema, das die Menzinger beschäftigte. «Die Anlage ist 24 Stunden bewacht. Die Sicherheitsfirma Securitas ist rund um die Uhr vor Ort und wird auch um die Anlage herum patrouillieren», erklärt Martin Reichlin. Während der Woche dürfen die Asylbewerber von 9 bis 17 Uhr die Anlage verlassen. Am Wochenende können sie länger wegbleiben: durchgehend von Freitag 9 Uhr bis Sonntag 17 Uhr. Ein- und Austritte werden kontrolliert. «Die Asylbewerber werden in der Unterkunft Arbeiten übernehmen müssen. Sei es, dass sie putzen oder bei der Essensausgabe mithelfen.» Pro Tag erhalten sie ein Sackgeld von 3 Franken.

Gemeinnützige Arbeiten

Und Reichlin weiter: «Es wird eine klare Tagesstruktur und Beschäftigungsprogramme geben.» Dafür ist die Asylorganisation Zürich zuständig. Geplant ist, dass die Flüchtlinge gemeinnützige Arbeiten für die öffentliche Hand übernehmen. Dafür würden sie vom Bund mit maximal 30 Franken pro Tag entlöhnt. Im Dorf können sich die Asylbewerber frei bewegen. «Es gibt keine gesetzliche Grundlage für ein pauschales Rayonverbot», so Reichling. Mit einem Flugblatt haben das BFM und die Gemeinde die Menzinger dieser Tage informiert. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Betrieb des Bundeszentrums Probleme verursachen könne. Bei Bedarf stehe eine Hotline der Securitas zur Verfügung, heisst es auf dem Flugblatt.

Luc Müller

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