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Merenschwand: Darum soll das Notterhaus weichen

Der Ersatzbau sei notwendig, um die Raumbedürfnisse der Schule in Merenschwand abzudecken, hält der Gemeinderat fest. Die Steuern würden dadurch steigen, allerdings nicht so stark, wie von den Gegnern behauptet wird.
Eddy Schambron
Anstelle des Notterhauses (links) sind Schulräume geplant. (Bild: Eddy Schambron (Merenschwand, 8. Februar 2019))

Anstelle des Notterhauses (links) sind Schulräume geplant. (Bild: Eddy Schambron (Merenschwand, 8. Februar 2019))

Der Ersatzbau für das Notterhaus wird multifunktional ausfallen, damit er sich später ohne grossen Aufwand an allenfalls geänderte Bedürfnisse anpassen lässt. Das hält der Gemeinderat Merenschwand in einer Stellungnahme zur Referendumsabstimmung am 12. Mai 2019 fest. Gegen den Entscheid der Einwohnergemeindeversammlung vom 26. November, anstelle des Notterhauses für 6,97 Millionen Franken einen Ersatzbau aufzustellen, war bei 570 nötigen Unterschriften das Referendum mit 599 gültigen Unterschriften ergriffen worden. Die Merenschwander Schulanlage ist wegen des Bevölkerungswachstums und der Bedürfnisse im Bildungswesen in den vergangenen 60 Jahren kontinuierlich ausgebaut worden. «Mit dem aktuell geplanten Ersatzbau Notterhaus sollen ausgewiesene Raumbedürfnisse durch eine weitere Ausbauetappe gedeckt werden», hält der Gemeinderat in einer in alle Haushaltungen geschickte Stellungnahme fest. Der Ersatzbau sei geplant für die gemäss aargauischem Lehrplan zu erfüllenden schulischen Aufgaben. Hier würden auch die erforderlichen Räume für Angebote wie den Mittagstisch oder Randstundenbetreuung geschaffen.

In Benzenschwil nicht möglich

Die Räume, die im Ersatzbau Notterhaus geplant seien, würden am Hauptschulstandort Merenschwand benötigt. «Diese im Schulhaus Benzenschwil anzusiedeln, wäre aufgrund des Raumprogramms nicht möglich», schreibt der Gemeinderat weiter. Ausserdem würde dies zu einem hohen organisatorischen und betrieblichen Mehraufwand führen. «Die Nichtrealisierung des Ersatzbaus Notterhaus würde die Stellung des Schulhauses Benzenschwil nicht festigen.» Der Gemeinderat habe sich dafür entschieden, die nächste Ausbauetappe am Standort Notterhaus umzusetzen, weil das Gebäude einen schlechten baulichen Zustand aufweise und einzelne Räume deshalb nicht mehr genutzt werden könnten. Das Gelände, auf welchem sich die Turnhalle F befindet, stelle eine langfristige Reserve für die weitere Schulentwicklung der Gemeinde dar. Den auf dem Schulareal begrenzten Platz für den Standort einer zukünftigen neuen Gemeindeverwaltung zu verwenden, sei keine nachhaltige Lösung, zumal für einen Verwaltungsneubau verschiedene Areale in der Gemeinde in Frage kämen. Merenschwand befinde sich in der glücklichen Lage, «zusätzlich erforderliche Schulbauten auf dem Schulgelände realisieren zu können, dort, wo sie benötigt werden und auch hingehören». Dafür habe die Einwohnergemeinde 2001 die Liegenschaft Notter auch erworben.

Drei Prozent mehr Steuern

Mit dem Ersatzbau Notterhaus wird der Steuerfuss aufgrund der geplanten Investitionen ab 2022 um drei Prozentpunkte ansteigen. «Ein Anstieg von acht Prozentpunkten, wie ihn das gegnerische Komitee Pro Merenschwand erwähnt, ist völlig aus der Luft gegriffen», heisst es in der Stellungnahme. Wenn die Gemeinde keine Investitionen in eine zeitgemässe Infrastruktur tätige, laufe sie aber Gefahr, den Steuerfuss trotzdem erhöhen zu müssen, «dann nämlich, wenn sie für gute Steuerzahlende aufgrund des fehlenden Angebots nicht mehr attraktiv ist und diese wegziehen oder sich hier erst gar nicht niederlassen». Merenschwand liegt sowohl bevölkerungsmässig als auch als Schulstandort auf dem dritten Rang im Bezirk Muri. «Auch zukünftig werden die Qualität und die Angebote der Schule ein bedeutendes Merkmal für die Standortgunst unserer Gemeinde darstellen», ist der Gemeinderat überzeugt.

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