Leserbrief

Messanlagen sind richtige Geldmaschinen

«Bussgelder stopfen keine Budgetlöcher», Ausgabe vom 22. November

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Wie immer wird die Situation rund um Bussengelder beschönigt. Wenn kein Leistungsauftrag besteht, so bringen diese Bussen immerhin einen sehr schönen Zustupf in die Kassen. Ob nicht ein gewisser minimaler Betrag von rund sechs Millionen Franken pro Jahr gefordert wird, wage ich zu bezweifeln.

Die Geschwindigkeitskontrollen sollen zum Ziel haben Unfallschwerpunkte, bei Stellen mit grossen Verkehrsaufkommen oder bei schwierigen Verkehrssituationen sicherzustellen, dass Geschwindigkeiten eingehalten werden. Diese Punkte machen auch Sinn, und diese bemängele ich im Prinzip nicht. Aber, kann mir jemand erklären, warum die Polizei zwischen Neuheim und Edlibach in der Kiesgrube zwischen zwei grossen Haufen Kies eine mobile Geschwindigkeitsanlage verstecken muss? Wo weder Unfallschwerpunkt, grosses Verkehrsaufkommen noch schwierige Verkehrssituationen herrschen. Das sind alles nur Schutzbehauptungen, die sichere Bussgelder bringen.

Oder in Edlibach Richtung Kieswerk und Neuägeri. Eine schnurgerade Strasse, genau dasselbe Bild, kein Unfallschwerpunkt, kein grosses Verkehrsaufkommen und auch keine schwierige Verkehrssituation. Alles im Interesse der Verkehrssicherheit.

Oder hat jemand hundert oder zweihundert Meter vom Schulhaus entfernt je eine solche mobile Anlage gesehen? Die Autofahrer passen schon auch auf.

Oder noch ein letztes Beispiel von Baar Richtung Walterswil. Auf schnurgerader Strasse, kein Unfallschwerpunkt, kein grosses Verkehrsaufkommen und auch keine schwierige Verkehrssituation. Aber immer wieder stehen da mobile Kästen im Interesse der Verkehrssicherheit.

Die Verkehrsgesetze kennen wir alle. Sollen diese Stellen doch endlich zugeben, dass diese Geräte richtige Geldmaschinen sind.

Walter Müller, Allenwinden


Ich muss mich beim Lesen dieses Beitrags einmal mehr fürchterlich aufregen. Ich habe überhaupt nichts gegen Kontrollen. Aber die scheinheilige Aussage, dass damit nur die Sicherheit gefördert werden soll, geht mir richtig auf den Wecker. Es soll mir einmal jemand erklären, was eine Kontrolle im Harget, auf der langen Gerade zwischen Finstersee und Menzingen, zur Sicherheit beiträgt. Weit und breit kein Trottoir, sondern eine lange Gerade, auf welcher man beim Talwärtsfahren ohne zu bremsen leicht die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreitet.

Lorenz Pfyl, Finstersee