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Kolumne

Mi casa es su casa

Redaktorin Andrea Muff wirft einen «Seitenblick» auf ihre Katze.
Andrea Muff

Ich bin die Mitbewohnerin meiner Katze. Dass es so ist und nicht anders herum, weiss ich ja schon länger. Aber jetzt kommt Kater Paul – oder Päuli – in die Pubertät. Die Wohnung ist zur Futterstätte degradiert worden, sie steht nicht mehr für Schlafen, Schnurren, Spielen oder mir beim Kochen oder anderen Tätigkeiten zuschauen.

Päuli wird bald drei Jahre alt und schöpft seine Sturm-und-Drang-Phase voll aus – vor allem bei schönem Wetter wie diese Ostern. Er kommt nur noch nach Hause, um zu essen – dabei miaut er nicht, wie sonst. Ich könnte ihn ja hören und das möchte er scheinbar nicht. Mit der Kuschelzeit ist es jetzt vorbei.

Meine Mutter sagte stets zu meinem Bruder und mir – als wir in unserer Sturm-und-Drang-Zeit kaum zu Hause waren –, dass sie sich wie ein Hotel fühle. Offenbar kamen wir nur zum Essen und Schlafen nach Hause. Davon ist heute noch die Rede. Aber was will man machen, wenn der Kühlschrank stets voll mit Leckereien ist? Daran hat sich übrigens bis heute nichts geändert.

Und mein Kater sieht es heute wohl ähnlich: Denn auch sein Futternapf ist stets gut gefüllt, wenn er durch sein Katzentürli schlüpft. Er hat nämlich die Freiheit jederzeit rein und raus zu gehen, wann und so oft er möchte. Sein Türli öffnet Päuli mit einem Chip, den er unter seiner Haut zwischen den Schulterblättern trägt. Besagter Chip stellt auch sicher, dass nur Päuli das Türchen öffnen kann. Im Unterschied zu meinem Bruder und mir kann er also keine Freunde einladen – wie beruhigend für mich.

Es gibt aber ein anderes Problem: Busi Paul gehört nicht gerade zu den Kampf-Katzen – sondern eher zu denjenigen, die Reissaus nehmen, sobald ein anderes Tier sie komisch anschaut. Dann verschwindet er ganz plötzlich. Und darin ist er gut und ziemlich schnell dazu. Nämlich so schnell, dass die Schliessfunktion des Katzentürlis manchmal nicht sofort greift und der böse Quartier-Kater ihm trotzdem in die Wohnung folgen kann. Und dabei handelt es sich schliesslich weder um einen Freund von ihm, noch hat er ihn eingeladen.

In solchen Momenten ist es auch vorbei mit irgendwelchen Sturm-und-Drang-Allüren, dann kommt er mich nämlich um Hilfe suchen. Denn mein Job ist es, die böse Katze aus der Wohnung zu verscheuchen. In Situationen wie diesen werden die vier Wände wieder zu meiner Wohnung.

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