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Minigolf-Anlage wird trotz Kündigung wiedereröffnet

Es ist eine unerwartete Wendung: Im Oktober wurde Evelyn Scheidegger, der Pächterin der Minigolf-Anlage, gekündigt. Bei der Saisoneröffnung am 1. April wird sie dennoch hinter dem Tresen stehen.
Carmen Rogenmoser
Die Minigolfanlage geht es bald los mit der neuen Saison. (Bild: Stefan Kaiser, Unterägeri, 22. März 2019)

Die Minigolfanlage geht es bald los mit der neuen Saison. (Bild: Stefan Kaiser, Unterägeri, 22. März 2019)

Unschön ging die letzte Saison der Minigolf-Anlage im Birkenwäldli in Unterägeri zu Ende. Bei der Pächterin Evelyn Scheidegger flatterte im Oktober die Kündigung ins Haus. Dazu sah sich die Gemeinde aufgrund negativer Rückmeldungen von Gästen gezwungen. Scheidegger aber akzeptierte die Kündigung nicht und schaltete die Schlichtungsbehörde des Mieterverbands Zug ein. Nun die Überraschung: Auf der Homepage der Anlage wird die Saisoneröffnung für den 1. April angekündigt. Als Gastgeberin ist Evelyn Scheidegger angegeben.

Konnten sich die beiden Parteien über die Winterpause also einigen? Mitnichten, wie Gemeindepräsident Josef Ribary auf Nachfrage sagt: «Die Gemeinde hat die Kündigung nicht zurückgezogen.» Vielmehr liegt der Fall nun beim Kantonsgericht. «Evelyn Scheidegger hat von der Schlichtungsbehörde Zugeständnisse erhalten, was die Gemeinde nicht akzeptieren kann», erklärt Ribary. Scheidegger hat anschliessend Klage eingereicht. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, geben die beiden Parteien keine Auskunft darüber, worüber konkret diskutiert wird und was zur Kündigung führte.

Nun verhandeln also die Juristen. Entweder entscheide schlussendlich der Kantonsrichter oder es gebe eine einvernehmliche Lösung. «Was ich hoffe», so Ribary. Die Geschehnisse haben eine aufschiebende Wirkung auf die Kündigung. Das heisst: Evelyn Scheidegger kann die Anlage mindestens bis zu einer endgültigen Entscheidung weiterführen. Die Saison wird planmässig am 1. April eingeläutet. Josef Ribary vergleicht den Fall mit der Kündigung einer Wohnung. «Man kann den Mieter ja auch nicht einfach aus der Wohnung jagen.»

Evelyn Scheidegger möchte sich zur Situation nicht persönlich äussern. Sie überlässt das Wort ihrem Anwalt Urs Bertschi. «Die Parteien sind noch im Dialog», bestätigt er. Wohin dieser führen werde, sei noch nicht absehbar. Nachdem die Gemeinde den Vorschlag der Schlichtungsbehörde abgelehnt habe, habe die Pächterin zur Wahrung der Frist Klage beim Kantonsgericht einleiten müssen. Lieber sei seiner Klientin natürlich eine aussergerichtliche Lösung, sagt Bertschi. «Die Lösungssuche steht im Vordergrund. Der Ball liegt nun bei der Gemeinde», so der Anwalt. Notfalls müsse dann halt doch der Richter entscheiden.

Viele Reklamationen bei der Gemeinde

Für die Gemeinde ist das ganz Allgemein eine unerfreuliche Situation. Einiges sei schiefgelaufen, so Ribary. Es gehe ihm bei der Sache nicht um Evelyn Scheidegger persönlich, betont er. «Sie schien als Pächterin wunderbar zu passen.» Das Bild habe sich während der letzten Saison gewendet. Über 100 Reklamationen seien eingegangen, so der Gemeindepräsident. Die meisten habe er mündlich erhalten. Nun fehlen vor Gericht die schriftlichen Belege dafür. «Daraus habe ich gelernt», so Ribary. Das letzte Wort ist in dieser Sache noch nicht gesprochen. Die Kunden soll’s nicht stören: Schon bald können sie den Minigolfplatz und die Terrasse vor dem Kiosk wieder nutzen.

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