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Die Miss Neuheim hat nicht zwei, sondern vier Beine

Der Viehzuchtverein wird am Samstag sein 110-jähriges Bestehen feiern. Er kämpft gegen seine schwindende Bedeutung vor dem Hintergrund der Digitalisierung.
Raphael Biermayr
Kühe werden am Samstag in Neuheim im Fokus sein. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Kühe werden am Samstag in Neuheim im Fokus sein. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Die Miss Neuheim ist kein Mensch – sie ist eine Kuh. Am Samstag wird sie gewählt werden, im Rahmen des 110-Jahr-Jubiläums des Viehzuchtvereins. Gegen 150 Tiere werden zu sehen sein, zur Hauptsache Braunvieh. Es ist Ehrensache, dass alle von den zehn Bauern aus der Gemeinde stammen, die dem Verein angehören, sagt Martin Meienberg vom Organisationskomitee der morgigen Feierlichkeiten (siehe Hinweis).

Die geringe Anzahl an Vereinsmitgliedern zeigt den schwindenden Stellenwert der Vereinigung auf. Jener ist im Zusammenhang mit dem grossen Wandel in der gesamten Landwirtschaft zu sehen. Bei ihrer Gründung 1908 zählte die damalige Viehzuchtgenossenschaft Neuheim 25 angeschlossene Betriebe. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens 2008 waren es noch deren 13. Einst waren der Austausch und die gegenseitige Hilfe Trumpf in der Viehzucht. Mittlerweile ist die Digitalisierung auch im Stall angekommen. Gemäss Meienberg sei es sogar möglich, dank Berechnungen, die auf grossen, von Computern gesammelten Datensätzen beruhen, die voraussichtliche Milchleistung eines ungeborenen Kalbs vorherzusagen.

Raymo – der Überstier

Darüber hinaus sei die Stierzucht heutzutage eine Sache von Spezialisten geworden und das Niveau derart hoch, dass sie sich für kleinere Betriebe kaum mehr lohnen würde. Neuheim blickt auf eine ruhmreiche Vergangenheit auf diesem Gebiet zurück: 1910 wurde der Stier Ari von Franz Schelbert, der im Blatt tätig war, an der Landesausstellung in Lausanne mit dem 1.-Klasse-Diplom bedacht. Dies geht aus früheren Berichterstattungen über den Viehzuchtverein respektive die Viehzuchtgenossenschaft hervor.

Und da war natürlich der legendäre Raymo, aus dessen Samen seit 1992 Tausende von Nachkommen hervorgingen. Im Fachmagazin «CHbraunvieh» vom März 2012 hat er den Spitzenplatz in einer prestigeträchtigen Wertung belegt: Die Anzahl der Kühe, die mindestens 100000 Kilogramm Milch gegeben haben, im Verhältnis zur Gesamtzahl seiner Nachkommen. Bei ihm erreichten von damals 5640 (!) Kühen deren 66, also rund jede 85. diesen «Traumwert», wie es heisst.

Von 7.30 Uhr bis spätnachts Programm

«Die Daseinsberechtigung von Verbänden wie unserem wird durch den technologischen Fortschritt sicherlich ein Stück weit in Frage gestellt», sagt Martin Meienberg, dessen Betrieb im Hinterthan liegt, ehrlich. «Aber das Messen mit Kollegen betreffend der Milchmenge der Kühe und der gegenseitigen Hilfe sind nach wie vor wichtig.»

Die Feierlaune lassen sich die Neuheimer Viehzüchter jedenfalls nicht verderben. Das Programm um und in der Lindenhalle am Samstag wird von 7.30 Uhr bis spät in die Nacht dauern. Der Verein sieht den öffentlichen Festakt als Imagepflege. Als Möglichkeit also, aufzuzeigen, dass die Gemeinde bis heute von ihrer langen bäuerlichen Vergangenheit geprägt ist.

Festprogramm Samstag: 7.30 bis 8.30 Uhr: Auffuhr der Tiere. 9 Uhr: Rangierung und Eröffnung Festwirtschaft. 11 Uhr: Kälberwettbewerb. 13.30 Uhr: Genossenschaftscup, anschliessend Schöneuter- und Misswahlen sowie Streichelzoo. Ab 20 Uhr: Auftritt Trio Goldmandli und Eröffnung Roledibar mit DJ.

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