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Geschäftsübergabe in Hünenberg: Der Vater steckte den Sohn mit Begeisterung an

Im Malergeschäft Schuler geht es familiär zu und her. Was Paul Schuler vor 40 Jahren aufgebaut hat, führt sein Sohn Michael Schuler nun weiter. Wachstum war und ist für beide kein Thema.
Rahel Hug
Seit zehn Jahren arbeiten sie gemeinsam – und sind ein harmonisches Team: Michael Schuler (links) und sein Vater Paul Schuler. (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 21. Dezember 2018))

Seit zehn Jahren arbeiten sie gemeinsam – und sind ein harmonisches Team: Michael Schuler (links) und sein Vater Paul Schuler. (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 21. Dezember 2018))

Kleine handwerkliche Betriebe, die über viele Jahre hinweg dem Druck durch grössere und billigere Anbieter standhalten können, haben heute Seltenheitswert. Doch es gibt sie noch, wie das Beispiel des Malergeschäfts Schuler in Hünenberg zeigt. Nicht ein einziges Mal hat Paul Schuler in den 40 Jahren, in denen es sein Unternehmen nun gibt, ein Inserat geschaltet. «Die Kunden kamen von alleine. Wir konnten uns im Laufe der Zeit einen guten Namen machen», erzählt der 60-Jährige stolz. «Gute Arbeit zahlt sich aus» – das war immer sein Credo.

Auch sein Sohn Michael will weiterhin auf eine hohe Qualität setzen. Anfang 2019 übernimmt der 31-Jährige den Familienbetrieb von seinem Vater. Beim Gespräch mit Paul Schuler, seiner Ehefrau Vreni und Michael Schuler wird schnell klar: Vater und Sohn sind Handwerker aus Leidenschaft.

Die erste Werkstatt auf dem Bauernhof

Klein angefangen, klein geblieben: 1979 hat Paul Schuler, nachdem er die Malerlehre in Cham absolviert hatte, auf dem elterlichen Bauernhof in Drälikon seine eigene Werkstatt eingerichtet. «Am Anfang erhielt ich vor allem Aufträge von Nachbarn und Verwandten», blickt er zurück. «Das Telefon hat damals noch seine Mutter abgenommen», erinnert sich Vreni Schuler. Später hat sie ihren Mann tatkräftig unterstützt, indem sie Termine vereinbart und die Agenda geführt hat. «Ich war sein Kalender», erzählt die 57-Jährige mit einem Lachen. 1986 heirateten die beiden und zogen in das neu gebaute Haus an der Weidstrasse 1, wo sich heute sowohl Wohnung (im zweiten Stock) als auch Werkstatt (im Erdgeschoss) befinden.

Wachstum, in Bezug auf die Belegschaft, war für Paul Schuler nie ein Thema. Die ersten zehn Jahre hatte er einen Mitarbeiter, zwischenzeitlich waren sie sogar zu dritt. Doch danach, bis sein Sohn vor zehn Jahren bei ihm anfing, war Schuler alleine unterwegs. «Es gab viele Tage, an denen ich 12 bis 15 Stunden gearbeitet habe, und ich war oft auch am Samstag im Einsatz.» Dass er sein eigener Chef gewesen ist und für keine Angestellten Verantwortung übernehmen musste, das hat ihm gefallen. Dazu kommt, dass er jeden Auftrag gerne erfüllt hat. «Ich bin ein Perfektionist. Das Endresultat bereitet mir immer riesige Freude, die positiven Rückmeldungen motivieren mich.» Der Hünenberger durfte einige spannende Malerarbeiten übernehmen. Beispielsweise strich er einen alten Landauer, eine Pferdekutsche, komplett neu. Und er vergoldete das Zifferblatt der Kirche in Merlischachen. Gut erinnern kann er sich auch an ein altes Bauernhaus in Steinen, das er ganz allein neu gestrichen hat. «Ich war etwa fünf Monate vor Ort.»

Das Malergeschäft Schuler übernimmt fast nur Aufträge von Privaten, für industrielle Aufträge ist die Firma zu klein. Das soll so bleiben – dieser Meinung ist auch Michael Schuler. «Das Familiäre gefällt mir. Wir kennen viele Kunden persönlich, erhalten oft einen Kaffee oder ein Znüni.» Das Vertrauen sei gross: «Regelmässig überlassen uns Leute ihren Schlüssel. Das ist nicht selbstverständlich.»

Ein unterschiedlicher Musikgeschmack

Für Michael Schuler war immer klar, dass er einmal einen handwerklichen Beruf ausüben will. Nach mehreren Schnuppertagen merkte er, dass ihm die Malerei gefällt. «Bei meinem Vater einzusteigen, hat sich richtig angefühlt. Ich habe schnell gemerkt, dass wir gut harmonieren», schildert er. Zu Streit kam es bis anhin nie, versichern beide. «Einzig, wenn es um die Musik geht», wirft der Vater schmunzelnd ein. «Wenn wir das Radio laufen lassen, sind wir uns manchmal nicht einig. Ich bin Schlager- und Volksmusik-Fan, Michael mag lieber Jazz und Blues.»

Dass Michael Schuler nun übernimmt, ist quasi ein Geschenk zum 60. Geburtstag seines Vaters. «Ich wollte immer schon selbstständig tätig sein», sagt er. «Ich freue mich auf das, was kommt.» Der junge Geschäftsführer hat unter anderem das Logo neu gestaltet und plant, eine Homepage einzurichten. Abgesehen davon will er am Bewährten festhalten. «Wir haben unsere treue Stammkundschaft und es läuft sehr gut.» Sicherheit gibt ihm sein Vater, der sich aus dem Maleralltag noch nicht zurückziehen will. Die Freude an der Arbeit ist nach wie vor gross. Er habe nun zwar etwas mehr Zeit für sein Hobby, das Reiten, und für seine Enkelin, doch er werde nach wie vor 100 Prozent arbeiten. Scherzend sagt er zu seinem Sohn: «Es kann gar nichts schief gehen. Du hast ja schliesslich einen sehr guten Mitarbeiter.»

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