Olympiasieger Mario Gyr beendet seine Karriere mit einem Ruderwettkampf auf der Strecke Zug-Luzern

Zwei Stunden voll am Limit: Eine spezielle Ruderregatta von Zug nach Luzern verlangte den Athleten alles ab. Dort, wo das Wasser fehlte, wurde das Boot getragen. Mittendrin gab ein Olympiasieger seinen Abschied.

Livio Brandenberg
Drucken
Teilen
Mit einer Spitzenauswahl namens Swiss Selection holte Mario Gyr (zweithinterster) den Sieg. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 6. Oktober 2018))

Mit einer Spitzenauswahl namens Swiss Selection holte Mario Gyr (zweithinterster) den Sieg. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 6. Oktober 2018))

Es tönt speziell – um nicht zu sagen unmöglich: ein Rennen mit dem Ruderboot von Zug nach Luzern. Dass es nicht unmöglich ist, haben am Samstag zahlreiche internationale Teams bewiesen, am sogenannten XRow, dem von Red Bull organisierten und gesponserten «härtesten Ruderrennen der Welt», wie es der Getränkehersteller anpreist. Und in der Tat, die Regatta – wenn man sie denn noch so bezeichnen kann – hat es in sich: Insgesamt mussten die Wettkämpfer 20 Kilometer im Wasser und 7 Kilometer zu Land zurücklegen. Denn die Strecken zwischen dem Zuger- und dem Vierwaldstättersee mussten zu Fuss bewältigt werden – mit dem Boot auf den Schultern. Dies verlangte den Athleten und Athletinnen alles ab, denn nicht nur wiegen die Boote der Königsklasse bei einer Länge von 16 Metern knapp 100 Kilo, auch mussten acht unhandliche Ruder transportiert werden. Teaminterne Grössenunterschiede wirkten beim Tragen zusätzlich erschwerend.

Nachdem das Rennen letztes Jahr nicht stattfand, hiess es heuer im Zuger Seebecken wieder: Boote wassern und los! Von Zug führte die Strecke zunächst im Wasser nach Immensee. Dort wurden die Boote ausgewassert und durch die Hohle Gasse zum Küssnachter Seebecken getragen. Auf dem Wasserweg ging es dann nach Meggen, wo die zweite Laufstrecke bis Oberrebstock wartete. Nach der letzten Wasserstrecke befand sich das Ziel nach einem kurzen Sprint an Land beim Jesuitenplatz in Luzern.

Teilweise mussten die Boote getragen werden. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 6. Oktober 2018))

Teilweise mussten die Boote getragen werden. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 6. Oktober 2018))

Ein noch spezielleres Rennen war es für den Olympiasieger ­Mario Gyr. Denn der 33-jährige Luzerner beendet mit dieser Regatta seine erfolgreiche Karriere als internationaler Spitzenruderer. Diese Woche hatte Gyr bekanntgegeben, dass er sich vom Spitzensport verabschiede. «Damit endet meine Karriere dort, wo ich 2001 meine ersten Ruderschläge gemacht habe: im Luzerner Seebecken», so Gyr. Und er enttäuschte seine Fans nicht: Mit einer Schweizer Spitzenauswahl namens Swiss Selection holte Gyr, in deutlich unter zwei Stunden, wiederum den Sieg bei diesem Achterrennen am Limit. Es war sein dritter.

Ranglisten und weitere Infos gibt es unter: www.redbull.com/xrow