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Hans Groth aus Unterägeri verdiente sich mit der Mondlandung ein goldenes Näschen

Wie ein geschäftstüchtiger Unterägerer am Tag der Mondlandung in Cape Canaveral 50'000 Briefe abstempeln liess.
Christopher Gilb
Hans Groth mit einer der Postkarten aus Cape Canaveral. Eine Serie von 50 Stück hatte er speziell für Freunde und Familienmitglieder gedruckt. (Bild: Christopher Gilb, Unterägeri, 19. Juli 2019)

Hans Groth mit einer der Postkarten aus Cape Canaveral. Eine Serie von 50 Stück hatte er speziell für Freunde und Familienmitglieder gedruckt. (Bild: Christopher Gilb, Unterägeri, 19. Juli 2019)

Am 20. Juli vor 50 Jahren landete mit Apollo 11 erstmals ein bemannter Flug auf dem Mond. Wäre diese Mission schief gegangen, dann hätte Hans Groth aus Unterägeri viel Geld verloren. Vor zwei Wochen schickte der heute 79-Jährige eine Postkarte an unsere Zeitung. «Dieser Augenblick wird in die Geschichte eingehen», steht darauf und dann: «Am 20. Juli 1969 um 22 Uhr 57 (Anm. d. Red.: Zeit in Cape Canaveral) setzte Astronaut Armstrong als erster Mensch seinen Fuss auf die Mondoberfläche.» Das genaue Datum, die Uhrzeit und der Name des Astronauten sind mit Kugelschreiber geschrieben, der Rest vorgedruckt. Versehen ist die Karte mit Briefmarken der Apollo-8- Mission. Zu sehen sind darauf Mond und Erde, dazwischen steht auf Englisch: Am Anfang war Gott. Doch was ins Auge sticht, das ist der Poststempel: 20. Juli 1969, Cape Canaveral.

Deshalb sitzt Groth am 19. Juli in Unterägeri und erzählt seine Geschichte. Zuletzt leitete er seine eigene Immobilienfirma, doch im Sommer 69 war er im Briefmarkengeschäft tätig. Und da hatte Groth, der sich nebenbei für die Raumfahrt interessierte, die zündende Idee: «Ich flog in die USA und kaufte 140000 Spezialbriefmarken zu den ersten Apollo-Missionen und klebte diese auf Kuverts», erinnert er sich. Dann sei er zum Weltraumbahnhof Cape Canaveral weitergereist, um den Start von Apollo 11 zu verfolgen. Er sei richtig nervös gewesen. Doch bekanntlich ging alles gut.

Das Postbüro 
hatte er vorinformiert

Groth legt ein Foto vor, das ihn mit dem Postman, also dem Pöstler, zeigt. Mit dem habe er seinen Plan im Voraus besprochen gehabt. Entsprechend seien die Vorkehrungen für seinen Grossauftrag getroffen gewesen. Erstmals ging der umtriebige Geschäftsmann am Tag des Starts ins Postbüro und dann noch an zwei weiteren Tagen. Am Tag des Starts, dem 16. Juli, und am Tag der Rückkehr zur Erde, dem 24. Juli, liess er je 40000 Briefe abstempeln. Am Tag der Landung 50000. «Durch den Stempel wurden die Briefe zum Sammlerobjekt. Wäre die Mission nicht erfolgreich gewesen, wäre mein Geld verloren gewesen», resümiert er schmunzelnd. 8 Cent hatte er pro Marke bezahlt. Nach seiner Rückkehr bedruckte er die Kuverts mit Sujets und verkaufte sie an Sammler in ganz Europa für rund 2,50 Franken, ein gutes Geschäft. In dem Verlagshaus, das er später betrieb, setzte er das Konzept fort, Groth vertrieb Briefmarkensammlungen zu Olympiaden und Weltmeisterschaften, hatte Aufträge vom WWF und der Unicef. Doch den Grundstein für seinen Erfolg hatte er vor 50 Jahren gelegt.

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