Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Einachsertreffen Neuheim: Mit Kreativität und 150 PS um die Kurven

Bereits zum 16. Mal findet am Samstag das Einachsertreffen in Neuheim statt. Nicht nur die Titelverteidiger machen sich bereit.
Laura Sibold
Thomas Schatt (links) und Samuel Waltenspül in ihrer Werkstatt in Neuheim. Die beiden fahren seit Jahren Einachserrennen mit eigens konstruierten Fahrzeugen und gewinnen regelmässig. So auch das Rennen in Neuheim. (Bild: Stefan Kaiser, Neuheim, 12. Juli 2019)

Thomas Schatt (links) und Samuel Waltenspül in ihrer Werkstatt in Neuheim. Die beiden fahren seit Jahren Einachserrennen mit eigens konstruierten Fahrzeugen und gewinnen regelmässig. So auch das Rennen in Neuheim. (Bild: Stefan Kaiser, Neuheim, 12. Juli 2019)

Sturzhelm auf, Schutzbrille an und ab geht's mit Vollgas durch den Dreck: Auf dem Rüedihof an der Hinterburgstrasse in Neuheim treffen sich am kommenden Samstag wieder zwischen 130 und 150 Rennfahrer aus der ganzen Schweiz, um einen Rundkurs mit engen Kurven und starkem Gefälle zu absolvieren. Die Einachser fahren dabei in verschiedenen Kategorien um die Wette: etwa mit Heck- oder Allradantrieb, kompakt oder länglich gebaut, als Eigenbau oder ganz traditionell.

Viele der Einachser-Fahrer sind seit Monaten mit der Ausgestaltung ihres Fahrzeugs beschäftigt. So auch die Titelverteidiger Sämi Waltenspühl und Thomas Schatt, die sich im vergangenen Jahr den ersten respektive zweiten Platz ergattert haben. Beide fahren pro Jahr um die zehn Einachser-Rennen in der ganzen Schweiz und sind regelmässig auf Podestplätzen anzutreffen.

Töffmotoren, Chassis, Federn und Kühlsystem

Für die ersten Einachser, die Schatt und Waltenspühl vor mehr als zehn Jahren gemeinsam bauten, hätten sie über 1000 Arbeitsstunden aufgewendet. «Mit der Zeit wussten wir, worauf wir achten müssen, entwickelten Fachwissen und fanden gute Lösungen für knifflige Teile, wie etwa Antriebsstrang, Motorenhalterungen oder Kühlsystem. Heute investieren wir für einen Einachser Marke Eigenbau noch rund 300 Stunden», so Waltenspühl. Auch die Fahrzeuge hätten sich weiterentwickelt. War das erste noch ein Einachser mit Heckantrieb und 80 PS, folgten bald darauf Allradantriebsfahrzeuge mit 140 bis 156 PS. Ein Einachser fährt normalerweise nicht schneller als 15 bis 30 Kilometer pro Stunde.

Jene am traditionellen Neuheimer Einachsertreffen sind allerdings deutlich schneller unterwegs. In der Kategorie Eigenbau, in der rund 90 Prozent an den Fahrzeugen selber gemacht wird, werden die alten Motoren durch Töffmotoren ersetzt. «Wir machen vom Chassis bis zum Antriebsstrang und den Federn alles selber. Auch die Motoren werden frisiert», erklärt Sämi Waltenspühl nicht ohne Stolz. Auf einer längeren geraden Strecke könnten ihre Einachser teilweise Geschwindigkeiten von über 200 Kilometer pro Stunde erreichen.

Da man am Rennen mit dem engen, kurvigen Rundkurs jedoch meist im zweiten oder dritten Gang fahre, werde selten mehr als Tempo 100 erreicht. «Dafür können wir in 3,5 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen», so der 28-jährige Neuheimer. Für ein erfolgreiches Rennen sei jedoch nicht allein das Tempo massgebend.

Schon als 14-Jähriger
erste Rennen gefahren

Immer wieder gibt es an Einachser-Rennen kleinere Pannen – etwa dass sich durch die Vibrationen Schrauben lösen oder ein Fahrer ein Rad verliert. Das sei normal und glücklicherweise sei noch nie etwas Verheerenderes passiert, sind sich Schatt und Waltenspühl einig und appellieren an den gesunden Menschenverstand. Das Wissen über Materialhandhabung und Fahrtechnik komme mit der Erfahrung, ist Thomas Schatt überzeugt. Der heute 29-Jährige begann schon im Alter von 14 Jahren mit Einachser-Rennen und hat in seiner «Karriere» schon verschiedenste Einachser umgebaut.

«Mit der Zeit gewöhnt man sich an, das Gelände zu lesen, weiss, mit welchem Tempo und Winkel man in welche Kurven gehen kann, und lernt, die Gegebenheiten richtig einzuschätzen.» Am Neuheimer Einachsertreffen am Samstag steht für das Siegerduo aber nicht nur die Titelverteidigung im Fokus. Beide Fahrer loben den Zusammenhalt zwischen den Rennfahrern. «Fehlt jemandem ein Fahrzeugteil oder geht etwas kaputt, hilft man sich spontan weiter. Das zeichnet den Traditionsanlass aus.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.