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Mit Kühlschränken gegen Food-Waste im Kanton Zug

Esswaren, die in Betrieben übrig bleiben, sollen nicht im Abfall, sondern auf dem Teller landen: Dafür setzt sich die Plattform Foodsharing Zug ein. Nach einem harzigen Anfang führt man inzwischen drei Verteilstandorte im Kanton.
Laura Sibold
Thomas Leuthard, Vorstandsmitglied von Foodsharing Zug, befüllt einen der Kühlschränke. (Bild: Christian H. Hildebrand (20. Februar 2019))

Thomas Leuthard, Vorstandsmitglied von Foodsharing Zug, befüllt einen der Kühlschränke. (Bild: Christian H. Hildebrand (20. Februar 2019))

Rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel geht laut Statistik von Food-Waste Schweiz zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet. Das entspricht pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Pro Person und Tag würden somit im Durchschnitt 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall landen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, engagiert sich seit einigen Jahren auch eine Gruppe junger Zuger.

Vor drei Jahren gründete Jerry Arnold gemeinsam mit einer Handvoll Helfern die Plattform Foodsharing Zug und eröffnete den ersten Kühlschrank. Das Konzept ist denkbar einfach: «Bei einem grossen Detailhändler und einigen kleineren Betrieben können wir regelmässig Lebensmittel abholen, die sonst im Müll landen würden, aber noch gut sind. Diese geben wir an sogenannten Fair-Teiler-Standorten gratis ab», erklärt Arnold.

Weiterer «Fair-Teiler» in Baar eröffnet

Foodsharing Zug eröffnete 2016 bereits zwei Kühlschränke, musste diese mangels Helfer jedoch bereits nach knapp einem Jahr wieder schliessen. Im Frühjahr 2018 habe man einen Neustart gewagt und Abgabestellen im Gemeinwesenzentrum Cham sowie an der Zuger Oswaldgasse eröffnet, erzählt Jerry Arnold. «Inzwischen kommt das Projekt gut an, wir haben 15 bis 20 Leute, die regelmässig ehrenamtlich mithelfen.» Aus diesem Grund konnte der gebürtige Baarer im August 2018 einen weiteren Fair-Teiler-Standort im Jugendcafé in Baar eröffnen. Und der Stadtzuger Kühlschrank zügelte im vergangenen Herbst ins Pfarreizentrum St. Johannes, wo man mehr Platz hat. Angeboten werden in erster Linie Gemüse, Früchte und Brotwaren, ab und zu sind jedoch auch weitere Lebensmittel oder gar Pflanzen sowie Kleidung darunter. Offen stehen die drei Kühlschränke im Kanton Zug allen – egal ob arm oder reich. Es gehe nicht primär um den karikativen Hintergrund, betont Jerry Arnold. «Unser Ziel ist es, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden. Solange die Esswaren abgeholt werden und nicht im Abfall landen, ist unsere Aufgabe erfüllt. Da spielt es keine Rolle, wer die Waren bekommt.» Die Nachfrage nach den Lebensmitteln sei zudem steigend, betont der 29-jährige Student, man müsse kaum etwas wegwerfen. Besonders der Kühlschrank in Cham sei beliebt, dort stünden die Leute manchmal Schlange. Doch auch wenn das Konzept offenbar gut ankommt, Foodsharing Zug hat vorerst keine weiteren Standorte geplant. «Wir wollen nicht expandieren, sondern eine Plattform schaffen, um die Diskussion gegen Food-Waste zu führen», betont Initiant Jerry Arnold. Einzig über einen Standort in den Berggemeinden, im Ägerital oder in Menzingen, denke man allenfalls nach.

Kühlschränke im Kanton

Cham: Gemeinwesenzentrum, Hünenbergerstrasse 3. Geöffnet jeweils sonntags, 11 bis 11.30 Uhr.
Baar: Jugendcafé, Zugerstrasse 20. Geöffnet jeweils donnerstags, 19 bis 20 Uhr.
Zug: Pfarreiheim St. Johannes, St.-Johannes-Strasse 9. Geöffnet jeweils freitags, 8 bis 20 Uhr. (ls)

Ehrenamtliche Helfer sind immer erwünscht

Helferinnen und Helfer – sogenannte Foodsaver – hat man laut Arnold inzwischen ebenfalls ausreichend, über mehr Helfer freue man sich aber immer. Mehrmals wöchentlich werden die Waren in den Betrieben abgeholt und auf die drei Kühlschränke verteilt. Sämtliche Helfer arbeiten ehrenamtlich, der Verein Foodsharing Zug finanziert sich über Sach- und Geldspenden. Foodsharing Zug ist eine Tochterorganisation von Foodsharing Deutschland, das 2013 entstand. Der Zuger Initiant Jerry Arnold hat auch schon beim Aufbau von Foodsharing Zürich geholfen. So gross wie dort sei die Nachfrage in Zug aber leider noch nicht, bedauert er.

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