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Kommentar

Denkmalschutz mit Mass

Livio Brandenberg zum Denkmalschutz-Diskurs im Kanton Zug.
Livio Brandenberg
Bild: stk

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Ein altbekannter Streit in Zug rückt wieder in den Fokus: Diese Woche wurde bekannt, dass beim Kanton Abklärungen laufen, ob die Chamer Alpenblick-Überbauung unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Das Problem: Die Eigentümerin des Gebäudes Alpenblick 8, die Risi Immobilien AG, möchte das Haus abreissen und durch einen Neubau ersetzen. Das Argument: Die Gebäude der ersten Hochhaussiedlung im Kanton seien reine Energieverschwender, die Erdbebensicherheit sei nicht mehr gewährleistet, zudem seien die Häuser nicht behindertengerecht. Die Eigentümerschaft hat den Chamer Gemeinderat auf ihrer Seite. Dieser argumentiert, er habe sich «bei der Abwägung Denkmalschutz versus Entwicklung zu Gunsten der Behindertengerechtigkeit, Energie- und Brandschutzanforderungen und Erdbebensicherheit» entschieden.

Und um genau diese Abwägung schwelt seit Jahren ein bisweilen erbitterter Streit im Kanton Zug. So drohen im jüngsten Beispiel der Alpenblick-Siedlung die Grundeigentümer dem Kanton mit «enormen» Schadenersatzforderungen, im gleichen Atemzug kritisieren sie die Denkmalpflege harsch: Dort werde schlecht gearbeitet. Diese Kritik ist nicht neu. Vor allem von bürgerlicher Seite hat es in den vergangenen Jahren regelmässig Attacken auf die Denkmalpflege und die zuständige alternativ-grüne Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard gegeben. Auch politisch: So forderten Vertreter aus FDP und SVP vor drei Jahren in einem Vorstoss eine De-facto-Aushebelung der Behörde. Das Vorhaben scheiterte im Kantonsrat. Weichelt räumte in der Debatte ein, dass in der Denkmalpflege nicht immer optimal gearbeitet und kommuniziert worden sei.

Vorhalten lassen müssen sich die bürgerlichen Kreise, dass sie es jeweils sind, die – als grösste Kritiker der Denkmalpflege – die Heimat, die Geschichte, deren grossen Wert und damit den Heimatschutz hochhalten. Da dürften mone­täre Interessen, die absolut legitim sind, konsequent gedacht nicht alles übertrumpfen.

Ebenso wenig konsequent ist das Verhalten der Gegenseite. Auch hier sind es in Zug die politisch gleichen Kreise – namentlich die Linke –, die bei jeder Gelegenheit Umweltschutz, Energieeffizienz, behindertengerechtes Bauen und Sicherheit fordern.

Wünschenswert wäre also ein vernünftiges Mass auf beiden Seiten. Denn Beispiele für gute Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege gibt es: Man erinnere sich an das Goldschmiedehaus in Zug oder vor längerer Zeit das Kaplanenhaus in Cham.

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