MOBILITÄT
Leihen statt besitzen: Auf dem Suurstoffi-Areal wird ein neues Konzept getestet

Im mondänen Rotkreuzer Quartier wird die Mobilität der Zukunft getestet: Weg vom Besitz, hin zum Mieten von E-Autos und E-Velos in Kombination mit der Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Das Pilotprojekt heisst «Sorglos mobil».

Cornelia Bisch
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Peter Wicki, Zug Estates AG, an der Medienorientierung.

Peter Wicki, Zug Estates AG, an der Medienorientierung.

Bild: Patrick Hürlimann (Rotkreuz, 19. Mai 2021)

«Zumindest auf das Zweitauto kann man mit dem neuen Angebot ‹Sorglos mobil› auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz künftig verzichten», ist Peter Wicki von Zug Estates überzeugt. Auf diese Weise werde der Nachhaltigkeitsgedanke, der das gesamte Areal präge, auch auf die Mobilität übergreifen. Wie bereits von den E-Trottinetts bekannt, steuert man mit Hilfe eines einfach zu bedienenden Apps, das die IT-Lernenden des Unternehmens Postauto mitentworfen haben, sämtliche administrativen Belange: Anmeldung, Registrierung, Buchung, Bezahlung und der Zugang zu Drittangeboten. «Für ein Gebiet, auf dem im Endausbau rund 1500 Bewohner, gegen 2000 Studierende und über 2500 Arbeitnehmer wohnen und arbeiten werden, ist ein solches Projekt prädestiniert.» Nachhaltigkeit, Klimaschutz sowie niedrigere Kosten und Umtriebe für jeden einzelnen Nutzer sind die erklärten Ziele.

Von links: Mirjam Stawicki (Mobilitätsakademie des TCS), Lotte Sandbu (Postauto), Adrian Boller (Mobility) und Peter Wicki (Zug Estates AG) auf dem Suurstoffi-Areal.

Von links: Mirjam Stawicki (Mobilitätsakademie des TCS), Lotte Sandbu (Postauto), Adrian Boller (Mobility) und Peter Wicki (Zug Estates AG) auf dem Suurstoffi-Areal.

Bild: Patrick Hürlimann (Rotkreuz, 19. Mai 2021)

Am Pilotprojekt «Sorglos mobil» beteiligt sind die Unternehmen Postauto, Zug Estates, Mobility, die Mobilitätsakademie und die Berner Fachhochschule. Auch der Bund leistet einen finanziellen Beitrag. Die beteiligten Unternehmen stellten das Projekt kürzlich an einer Medienkonferenz vor. Zwischen 20 und 50 Bewohnerinnen und Bewohner des Suurstoffi-Areals in Risch-Rotkreuz erhalten dabei die Möglichkeit, mit einem Abonnement Mietangebote für Autos, E-Bikes, Lastenvelos sowie ÖV-Angebote in Form von Guthaben in Anspruch zu nehmen. Zudem haben die Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf die schweizweite Flotte von Carvelo-to-go, Mobility sowie Publi-Bike.

Drei abgestufte Abos als Startangebot

Lotte Sandbu, Postauto, an der Medienorientierung.

Lotte Sandbu, Postauto, an der Medienorientierung.

Bild: Patrick Hürlimann (Rotkreuz, 19. Mai 2021)

Während der neunmonatigen Pilotphase von Mai 2021 bis Januar 2022 können die Teilnehmer aus einem von drei Abonnementen auswählen. Sie beinhalten sechs Stunden Auto-, 16 Stunden E-Bike-Nutzung sowie unterschiedlich hohe ÖV-Guthaben. «Der Preis des Abos ist auf jeden Fall günstiger als der Einzelbezug», führt Projektleiterin Lotta Sandbu von Postauto aus. Via App können zusätzliche Angebote eingekauft werden. Die Fahrzeuge sind auf dem Wohnareal, also in unmittelbarer Nähe, stationiert, die ÖV-Nutzung wird mit der App Fairtiq abgerechnet. «Wir bleiben während der gesamten Pilotphase in engem Kontakt zu den Teilnehmern, um das Angebot wunschgemäss anpassen zu können», stellt Sandbu klar. Es gehe darum, herauszufinden, welche Leistungen für die Teilnehmer attraktiv seien.

Mirjam Stawicki führt ein E-Bike mit Transportbox vor.

Mirjam Stawicki führt ein E-Bike mit Transportbox vor.

Bild: Patrick Hürlimann (Rotkreuz, 19. Mai 2021)

Elektroautos und -velos mit eigenen Ladestationen

Es stehen zwei Elektroautos sowie mehrere E-Bikes mit und ohne Transportboxen zur Verfügung. Sie sind auf einem Parkfeld eingangs des Suurstoffi-Areals parkiert und an Ladestationen angeschlossen. Über ein Code-System können die Fahrzeuge ausgelöst und in Betrieb genommen werden. «In der Transportbox der Fahrräder können Kinder oder Lasten mitgeführt werden», erklärt Mirjam Stawicki von der Mobilitätsakademie des TCS. Zwei gepolsterte Sitze mit Fünf-Punkt-Gurtensystem sind für Kleinkinder vorgesehen. «Da sie in der Transportbox vorne sitzen, können sie viel mehr sehen. Es ist ein tolles Fahrerlebnis für sie», so Stawicki, die das Velo gleich vorführt.

In den nächsten Tagen findet ein Informationsanlass für die potenziellen Nutzer des Angebots, die Bewohner des Suurstoffi-Areals, statt.