Kommentar

Mobility Pricing: Jetzt aufgeben wäre falsch

Aus den Ergebnissen der Wirkungsanalyse geht hervor: Mobility Pricing im Kanton Zug bietet Chancen. Ob es mehrheitsfähig ist, ist fraglich.

Christian Glaus
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Mobility Pricing hilft, die Verkehrsspitzen auf den Strassen zu brechen. Das zeigt die Wirkungsanalyse des Bundes. Der Kanton Zug, welcher sich für diese theoretischen Berechnungen als Versuchskanton zur Verfügung gestellt hat, nimmt dieses Ergebnis zur Kenntnis und will es in seine Mobilitätsstrategie aufnehmen. Mehr nicht. Wenn es um konkrete Praxistests gehe, seien andere Kantone inzwischen weiter, sagt Baudirektor Florian Weber.

Das klingt wenig motiviert, an weiteren Versuchen zu Mobility Pricing teilzunehmen. Der ursprüngliche Elan scheint im Kanton Zug inzwischen verloren gegangen zu sein. Zwar hat Weber recht, wenn er eine gewisse Zurückhaltung übt. Ob Mobility Pricing in der Bevölkerung mehrheitsfähig ist, ist fraglich. Dennoch: Es braucht Lösungen, um die stetige Zunahme des Strassenverkehrs in den Griff zu bekommen. Auch im Kanton Zug ist der Platz für neue Strassen langsam aufgebraucht, die Bodenknappheit ist bekanntlich gross. Mobility Pricing ist dafür – zusammen mit weiteren Projekten zur Steuerung der Mobilität – ein interessanter Ansatz.

Zug bietet sich für solche Versuche geradezu an. Nicht nur wegen seiner Kleinräumigkeit, sondern auch wegen seiner innovativen Firmen. Dies zeigt auch das Beispiel des selbstfahrenden Busses im Stadtzentrum, an welchem auch Zuger Unternehmen beteiligt sind. Es wäre deshalb falsch, die einst führende Rolle nun kampflos anderen Kantonen zu überlassen.