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Moderne Bilder in uralter Maltechnik

Helen Staublis Enkaustik-Bilder basieren auf erhitztem Wachs. Schon die alten Griechen haben damit gearbeitet. Eisenskulpturen setzen einen plastischen Gegenkontrast bei der Ausstellung in der Altstadthalle Zug.
Andreas Faessler
Im Mai zu sehen in der Altstadthalle: die farbenfrohen Enkaustik-Bilder von Helen Staubli und Walter Baumanns Eisenplastiken. (Bilder: PD)

Im Mai zu sehen in der Altstadthalle: die farbenfrohen Enkaustik-Bilder von Helen Staubli und Walter Baumanns Eisenplastiken. (Bilder: PD)

Zur bildenden Kunst ist Helen Staubli (*1936) erst in ihren 50ern gekommen, widmete sich ihr jedoch umso intensiver. Die in Bürglen UR geborene Künstlerin bildete sich wiederholt weiter, verfeinerte ihren Stil und befasste sich mit neuen Techniken. Eine davon ist die sogenannte Enkaustik, eine Maltechnik, die weit älter ist als die Ölmalerei und bis in die griechisch-römische Antike zurückgeht. Nachdem Helen Staubli hauptsächlich mit Acryl- und Ölfarben gearbeitet hat, widmet sie sich nun hauptsächlich dieser Wachsmalerei-Technik, auf die sie per Zufall gestossen ist, wie sie sagt. An ihrer kommenden Ausstellung in der ersten Mai-Dekade in der Zuger Altstadthalle präsentiert die in Zug lebende Malerin ihre neuen Enkaustik-Werke. Diese besondere Maltechnik basiert auf erhitztem Wachs, welches in flüssigem Zustand die Farbpigmente bindet. Die flüssigen Wachsfarben werden aufgetragen und müssen zügig bearbeitet werden – beispielsweise mit Pinsel und/oder Bügeleisen –, bevor sie abkühlen und erhärten. Unterschiedliche Temperaturen können als Gestaltungsmittel dienen. Einmal aufgetragene, bereits abgekühlte Schichten können bei Bedarf neu erhitzt werden, damit sie sich verbinden. Ein grosser Vorteil der Wachsmalerei ist zudem, dass das Material sich sehr gut für Collagearbeiten eignet. Sogar organisches Material kann eingearbeitet werden, welches durch die geschlossene Wachsschicht konserviert wird. Enkaustik bietet ein breites Feld an Gestaltungsmöglichkeiten.

Zum Wachs gesellt sich filigranes Eisen

Helen Staublis stimmungsvolle Enkaustik-Bilder auf Holz oder Leinwand sind von überdurchschnittlich grossem Format und lassen dem Betrachter viel Raum für Fantasie und Interpretation. Sie sind farbintensive Zeugnisse der trotz ihres fortgeschrittenen Alters ungebremst experimentierfreudigen Künstlerin. Die Ausstellung in der Altstadthalle bestreitet Helen Staubli gemeinsam mit ihrem Jahrgänger Walter Baumann, der ebenfalls aus Bürglen stammt. Seit Anfang der 1970er-Jahre fertigt er Eisenskulpturen an und ist seit 1994 freischaffend. Neben grossformatigen Arbeiten und Objekten im öffentlichen Raum schafft Baumann kleinere filigrane Eisenplastiken, die sich feingliedrig und mit farblichen Akzenten oft an Motiven aus der Natur orientieren, aber wie auch bei Helen Staublis Werken viel Raum für Interpretation lassen.

Helen Staubli und Walter Baumann in der Altstadthalle, Zug. Vernissage am Freitag, 3. Mai, 18 Uhr. Ausstellung bis 8. Mai.

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