Leserbrief

Mogelpackung oder nur die halbe Wahrheit

«Walchwil richtet sich nach Zug aus», Ausgabe vom 20. März

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In diesem Bericht wurde aufgezeigt, dass der Walchwiler Gemeinderat für die zukünftige Buslinie entlang des östlichen Zugerseeufers eine scheinbar ideale Lösung gefunden hat. Der Gemeinderat Walchwil schlägt vor, dass zukünftig eine neue Buslinie anstelle der Buslinie 5 stündlich zwischen Walchwil und Bahnhof Zug verkehren und gleichzeitig auch neu die Vorderbergstrasse und das Quartier Hörndli erschliessen soll. Weiter wird im Bericht darauf verwiesen, dass die SVP Walchwil eine Petition eingereicht habe, welche die Beibehaltung der heutigen Buslinie zu den Bahnhöfen in Zug und Goldau verlangt.

Zu den Fakten: Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 fallen die Bundesbeiträge an die Busverbindung Zug-Arth-Goldau infolge der verbesserten Bahnerschliessung weg. Dies bedeutet, dass seitens des Kantons Zug noch ein Bus finanziert wird (Fahrzeug inklusive Personal), der auf der Strecke Walchwil-Zug eingesetzt werden kann. Weder im Zeitungsbericht vom noch im Petitionstext der Unterschriftensammlung der SVP Walchwil wird indessen aufgezeigt, dass die Forderung auf Beibehaltung der Verbindung zwischen dem Bahnhof Walchwil und dem Bahnhof Zug dazu führt, dass der heutige Halbstundentakt auf eine stündliche Verbindung reduziert werden müsste. Dies würde dazu führen, dass sämtliche Bewohner der Quartiere Murpfli, Steinibach, Räbmatt und Oterswil in Zug Süd nur noch über eine stündliche ÖV-Verbindung verfügen würden. Für Schüler, Studenten und Werktätige ist eine solche ÖV-Anbindung unzumutbar und völlig unattraktiv.

Mögliche Lösung: Mit der zur Verfügung stehenden Buskapazität kann der Bahnhof Walchwil halbstündlich mit dem Bahnhof Oberwil verbunden werden und so sämtliche Anwohner entlang des Zugersees bedienen und halbstündlich auf die Stadtbahn oder einen Bus in Oberwil bringen. Diese vom Kanton geprüfte Variante gewährleistet, dass sämtlichen Bewohnern entlang des Zugersees ein halbstündlicher ÖV-Anschluss angeboten wird. Das Umsteigen auf einen Bus oder die Stadtbahn in Oberwil ist zwar mit einer gewissen Umständlichkeit verbunden, ist aber zu Gunsten der Gewährleistung des Halbstundentaktes auf jeden Fall in Kauf zu nehmen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass nicht parallel zur Buslinie 3 und der Stadtbahn noch ein zusätzlicher Bus Richtung Stadt Zug fahren müsste.

Ich ersuche den Stadtrat und die Parlamentarier der Stadt Zug, sich für diese Variante einzusetzen. Ein solcher Entscheid wäre sachgerecht und ausgleichend, wenn man berücksichtigt, dass vor einigen Jahren, als es um den Ausbau der Stadtbahn ging, die Haltestelle Hörndli in Walchwil gebaut wurde und dass deshalb die geplante Haltestelle Räbmatt nicht realisiert werden konnte. Begründet wurde dieser Entscheid damit, dass im Gebiet Räbmatt ja eine gute halbstündliche Busverbindung bestehe und dass daher der Bau der Stadtbahnhaltestelle keine massgebende Verbesserung bringen würde. Auch gestützt darauf ist der Regierungsrat respektive die kantonale Verkehrsplanung angehalten, den Halbstundentakt entlang des Zugersees aufrecht zu erhalten.

Adrian Moos, Kantonsrat FDP, Oberwil